In Deutschland wird erneut über den plötzlichen Kindstod (SIDS) diskutiert, nachdem die Bloggerin Lisa Straube den Tod ihres vier Monate alten Sohnes öffentlich gemacht hat. Ihr Beitrag löste in sozialen Netzwerken eine breite Welle der Anteilnahme aus. Zahlreiche Nutzer sprachen der Familie ihr Beileid aus und teilten eigene Erfahrungen mit Verlust. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf morgenpost.
Nach Angaben von Straube starb ihr Sohn am plötzlichen Kindstod – einer Diagnose, die gestellt wird, wenn ein Säugling unerwartet und ohne erkennbare Ursache stirbt und auch umfassende medizinische Untersuchungen keine eindeutige Erklärung liefern. Solche Fälle werden jedes Jahr in verschiedenen Regionen Deutschlands registriert.
Eine ähnliche Tragödie erlebte die Berlinerin Arielle Bilo vor sieben Jahren. Ihre Tochter Emma war damals dreieinhalb Monate alt. Die Mutter erinnert sich, dass der Morgen zunächst unauffällig begann: Das Baby lag in seinem Bettchen, es gab keine Anzeichen für eine Gefahr.
Als sie später nach ihrer Tochter sah, habe sie zunächst gedacht, das Kind schlafe noch. Doch das Mädchen reagierte nicht. Hinzugerufene Rettungskräfte konnten nur noch den Tod feststellen. Später teilten Ärzte der Familie mit, dass es sich um einen Fall von SIDS handle.
In solchen Fällen sieht das Verfahren eine umfassende Prüfung der Umstände vor. Auch im Fall von Arielle Bilo leitete die Polizei Ermittlungen ein. Dazu gehörten die Untersuchung des Wohnumfelds sowie eine rechtsmedizinische Obduktion. Hinweise auf Fremdverschulden wurden nicht festgestellt.
SIDS gilt als Ausschlussdiagnose. Sie wird erst dann gestellt, wenn nach Obduktion, Analyse der Krankengeschichte und Prüfung aller Begleitumstände keine andere Todesursache nachgewiesen werden kann. Trotz medizinischer Fortschritte ist der genaue Mechanismus des plötzlichen Kindstods bis heute nicht vollständig geklärt.
Der Fall von Lisa Straube fand bundesweit Beachtung. Tausende Menschen reagierten auf die Nachricht vom Tod des Kindes. Beobachter betonen, dass SIDS Familien unabhängig von sozialem Status oder öffentlicher Bekanntheit trifft.
Arielle Bilo berichtet, dass der Schmerz auch Jahre später nicht verschwunden sei, sich jedoch verändert habe. Unterstützung durch Angehörige sowie professionelle Hilfe hätten ihr dabei geholfen, nach der Tragödie Schritt für Schritt in den Alltag zurückzufinden.
Der plötzliche Kindstod bleibt eines der sensibelsten Themen im öffentlichen Diskurs. Jeder einzelne Fall wirft Fragen auf, auf die die Medizin nicht immer eindeutige Antworten geben kann.
