Berlin – Seit Anfang 2026 bringt der öffentliche Dienst in Deutschland Veränderungen für Millionen Beschäftigte. Der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) eröffnet neue Möglichkeiten bei der Arbeitszeitgestaltung und sieht Gehaltserhöhungen vor. Kernpunkt der Neuerungen sind langfristige Arbeitszeitkonten, die eine individuelle Planung der Arbeitszeit ermöglichen. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf Мerkur.de.
Langfristige Arbeitszeitkonten: ein neues Modell der Arbeitszeitplanung
Früher existierten diese Konten, wurden aber in der Praxis selten genutzt, da individuelle Vereinbarungen erforderlich waren. Mit dem Tarifvertrag 2025 können Betriebsräte und Personalvertretungen nun langfristige Arbeitszeitkonten für ganze Einrichtungen oder Abteilungen einführen. Auf diese Konten können Überstunden, Sonderzahlungen und weitere Zulagen gebucht werden. Das angesparte Guthaben kann später für bezahlten Urlaub genutzt werden – etwa für längere Auszeiten oder einen gleitenden Übergang in den Ruhestand.
Schutz der angesparten Mittel und Sicherheiten für Beschäftigte
Der TVöD sieht vor, dass angesparte Mittel auch im Falle der Zahlungsunfähigkeit des Arbeitgebers geschützt sind. Dies gilt für kommunale Unternehmen und staatliche Einrichtungen gleichermaßen. Beschäftigte können darauf vertrauen, dass ihre Ansprüche unabhängig vom finanziellen Zustand der Organisation sicher sind.
Fachkräftemangel treibt Reformen voran
Laut dbb Public Service Monitor 2026 fehlen im öffentlichen Dienst rund 600.000 Mitarbeitende. Besonders kritisch ist die Gewinnung von IT-Spezialisten, Ingenieuren und Lehrkräften. Die neuen TVöD-Regelungen sollen die Attraktivität des öffentlichen Dienstes erhöhen, indem sie Flexibilität und Ausgleich für starre Strukturen sowie teilweise niedrigere Gehälter im Vergleich zur Privatwirtschaft bieten.
