Die Ukraine und Ungarn befinden sich in einer neuen Phase diplomatischer Spannungen wegen des geplanten Besuchs einer ungarischen Delegation zur Inspektion der „Druzhba“-Pipeline, die durch russische Angriffe beschädigt wurde. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, dass er über diese Reise nicht informiert gewesen sei. Daraufhin warf der ungarische Außenminister Péter Szijjártó dem ukrainischen Staatschef Desinformation vor und betonte, dass Kiew offiziell über den Besuch informiert worden sei. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf spiegel.
Präsidentenberater Dmytro Lytwyn erklärte, dass Besuche bilateral abgestimmt werden müssten und nicht durch „zufällige Noten“ organisiert werden könnten.
Der Streit um die Pipeline hängt mit der Forderung Budapests nach sofortiger Reparatur zusammen. Früher floss russisches Öl durch die „Druzhba“ von der Ukraine nach Ungarn, trotz des seit vier Jahren andauernden Krieges, den Russland begonnen hat.
Kiew gibt an, dass die Pipeline mindestens sechs Wochen lang nicht in Betrieb genommen werden kann, also erst nach den Parlamentswahlen in Ungarn. Budapest zweifelt an diesen Angaben und besteht auf einer unabhängigen Inspektion der „Druzhba“. Ministerpräsident Viktor Orbán nutzt das Pipeline-Thema in seinem Wahlkampf und betont die „anti-ukrainische“ Rhetorik zur Stärkung seiner Unterstützung.
Zusätzlich gibt es Streit über Milliarden Euro EU-Hilfe für die Ukraine, die Ungarn derzeit blockiert. Selenskyj betonte die Notwendigkeit, alternative Lösungen zu finden: „Wir und Europa brauchen einen Plan B“, sagte er in Interviews mit Politico und Welt.
