US-Präsident Donald Trump hat während eines Treffens im Oval Office mit der japanischen Premierministerin Sanae Takaichi eine historische Anspielung gemacht, als er Fragen von Journalisten zur US-Politik im Nahen Osten beantwortete. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf ТheGuardian.
Auf die Frage eines japanischen Reporters, warum Verbündete nicht im Voraus über Maßnahmen gegen den Iran informiert worden seien, erklärte Trump, dass der Überraschungseffekt entscheidend gewesen sei. In diesem Zusammenhang sagte er, „niemand verstehe Überraschungen besser als Japan“, womit er auf den Angriff auf Pearl Harbor anspielte.
Reaktionen im Raum und diplomatischer Kontext
Nach dieser Bemerkung war zunächst vereinzeltes Lachen zu hören, das jedoch schnell verstummte, als Trump nachsetzte und fragte, warum man ihn damals „nicht über Pearl Harbor informiert“ habe. Die japanische Premierministerin reagierte sichtbar zurückhaltend und kommentierte die Aussage nicht.
Der historische Angriff, auf den sich Trump bezog, ereignete sich am 7. Dezember 1941, als japanische Streitkräfte den US-Marinestützpunkt auf Hawaii angriffen. Dabei kamen mehr als 2.000 Amerikaner ums Leben. Bereits am nächsten Tag erklärte der damalige Präsident Franklin D. Roosevelt Japan den Krieg und bezeichnete das Datum als „Tag der Schande“.
Reaktionen aus Politik und Medien
Trumps Äußerung löste unterschiedliche Reaktionen aus. Einige seiner Unterstützer verteidigten den Ton der Antwort, darunter sein Sohn Eric Trump, der sie als „eine der besten Antworten an einen Journalisten“ bezeichnete.
Kritik kam hingegen vom Journalisten Mehdi Hasan, der erklärte, solche Aussagen wirkten im Kontext des Präsidentenamts problematisch.
Es ist nicht das erste Mal, dass historische Bezüge für Irritationen sorgen. Bei einem früheren Treffen mit dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz hatte Trump den Jahrestag der alliierten Landung in der Normandie als „unangenehm“ bezeichnet. Merz entgegnete, dass dieses Ereignis letztlich zur Befreiung Deutschlands vom NS-Regime geführt habe.
Hintergrund: Spannungen um Iran und Straße von Hormus
Die Aussagen fielen vor dem Hintergrund wachsender Spannungen im Zusammenhang mit dem Iran sowie Diskussionen über die Sicherheit in der Straße von Hormus. Trump hatte wiederholt Verbündete, darunter Japan, dazu aufgerufen, sich an Maßnahmen zur Sicherung der Schifffahrt zu beteiligen.
Für Japan bleibt ein militärisches Engagement im Ausland jedoch politisch sensibel, da die pazifistische Verfassung von 1947 militärische Einsätze stark einschränkt. Nach dem Treffen erklärte Takaichi, beide Seiten seien sich über die Bedeutung der Sicherheit in der Region einig, Japan werde jedoch im Rahmen seiner gesetzlichen Möglichkeiten handeln.
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