Mailand, Italien – 17. Februar 2026: Die US-amerikanische Eiskunstläuferin Amber Glenn galt als Favoritin auf die Goldmedaille im Damen-Einzel bei den Olympischen Spielen in Mailand-Cortina. Nach einer sicheren und technisch anspruchsvollen Kurzprogramm-Leistung unterlief ihr jedoch ein kleiner, aber entscheidender Fehler beim letzten Sprung. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf forbes.
Für Zuschauer wirkte Glenns Auftritt tadellos: Sie landete ihren Dreifach-Lutz ohne Sturz. Für die Wertungsrichter war dies jedoch unzulässig. Glenn absolvierte nur zwei statt drei Umdrehungen, wodurch der Dreifachsprung als Doppel ausgeführt galt.
Die „Null-Punkte“-Regel und ihre Folgen
Laut den Sonderregeln der ISU (Regel 611) umfasst das Damen-Kurzprogramm:
- Doppel- oder Dreifach-Axel;
- Dreifachsprung;
- Kombination aus zwei Dreifachsprüngen oder Dreifach- und Doppelsprung;
- Sprungdrehung;
- Kombination von Drehungen mit Beinpositionswechsel;
- Schrittkombination über die gesamte Eisfläche;
- Rückwärts-, Sitz- oder Kamelpirouette ohne Beinwechsel.
Das Nichtbestehen eines Dreifachsprungs wird offiziell als „nicht erfüllt“ gewertet, der Athlet erhält Null Punkte für dieses Element. Glenn verlor dadurch über sieben Punkte – ein schwerer Schlag für ihre Medaillenchancen.
Weitere betroffene Läuferinnen
Nicht nur Glenn kämpfte mit der „Null-Punkte“-Regel. Die kanadische Meisterin Madeline Schizas führte ebenfalls einen Doppel- statt Dreifach-Lutz aus, erhielt jedoch ebenfalls keine Punkte für das Element. Sie verpasste die Qualifikationsnorm knapp um 0,15 Punkte.
„Für ein Element habe ich null Punkte bekommen, was sehr enttäuschend ist“, sagte Schizas. „Das entschied über das Bestehen oder Nichtbestehen der Qualifikation.“
Hintergrund der Regel und Ausblick für die Athletinnen
Die „Null-Punkte“-Regel existiert seit über 50 Jahren. Nach der Einführung des International Judging System (IJS) im Jahr 2004 wurde ihr mathematischer Einfluss besonders deutlich. Ziel ist es, die technische Komplexität zu erhöhen und die Stabilität der Athletinnen zu prüfen.
Trotz des Fehlers im Kurzprogramm kehren Glenn und die 24 besten Läuferinnen für das Kürprogramm aufs Eis zurück. Glenns US-amerikanische Teamkolleginnen Alisa Liu und Isabeau Levito liegen auf den Plätzen drei und sieben, während die Japanerin Ami Nakai knapp vor der dreifachen Weltmeisterin Kaori Sakamoto liegt.
