Ein Großeinsatz am Flughafen Nürnberg wegen des Verdachts auf eine Flugzeugentführung könnte durch einen falsch eingegebenen Notfallcode ausgelöst worden sein. Nach vorläufigen Erkenntnissen der Polizei wollte der Pilot eines Linienfluges von der griechischen Insel Korfu offenbar einen Ausfall der Funkverbindung melden. Stattdessen übermittelte der Transponder den Code 7500, der in der internationalen Luftfahrt auf eine mögliche Flugzeugentführung hinweist. Daraufhin stiegen Kampfjets auf, während sich deutsche Sicherheitsbehörden auf eine mögliche Notlage vorbereiteten. Weitere Einzelheiten zu dem Vorfall wurden am 14. Oktober 2026 bekannt. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf spiegel.
Warum das Flugzeug aus Korfu einen möglichen Entführungscode sendete
Der Zwischenfall ereignete sich während eines regulären Passagierfluges von Korfu nach Nürnberg. An Bord der Boeing 737-800 kam es offenbar zu technischen Problemen mit der Funkverbindung. Dadurch konnte die Besatzung zeitweise keinen regulären Kontakt zu den Fluglotsen am Boden herstellen.
Für solche Situationen stehen Piloten spezielle vierstellige Transpondercodes zur Verfügung. Damit können sie auch ohne funktionierende Sprachverbindung wichtige Informationen über eine Notlage übermitteln.
Im vorliegenden Fall sendete das Flugzeug jedoch nicht den vorgesehenen Code für einen Funkausfall, sondern die Zahlenkombination 7500. Dieser Code signalisiert einen möglichen widerrechtlichen Eingriff in den Flugbetrieb, insbesondere eine Flugzeugentführung.
Nach der vorläufigen Einschätzung der deutschen Polizei könnte der Pilot versehentlich die falsche Zahlenkombination eingegeben haben. Vermutlich wollte er den Code 7600 einstellen, der international für einen Ausfall der Funkkommunikation steht.
Die wichtigsten Notfallcodes in der Luftfahrt:
| Code | Bedeutung |
|---|---|
| 7500 | Mögliche Flugzeugentführung |
| 7600 | Ausfall der Funkverbindung |
| 7700 | Allgemeiner Luftfahrtnotfall |
Polizeisprecher Michael Petzold erklärte, der Pilot habe den mutmaßlichen Fehler möglicherweise selbst nicht bemerkt. Nach der Übermittlung des Alarmsignals sei es der Besatzung unter den gegebenen Umständen nicht gelungen, die Warnung auf dem üblichen Weg zurückzunehmen.
Eurofighter begleiteten die Boeing 737-800 bis nach Nürnberg
Nach Eingang des Signals über eine mögliche Flugzeugentführung wurden militärische und zivile Sicherheitskräfte mehrerer europäischer Länder alarmiert.
Bereits im kroatischen Luftraum wurde die Passagiermaschine von Militärflugzeugen begleitet. Gleichzeitig versetzten die österreichischen Luftstreitkräfte ihre Abfangjäger in Alarmbereitschaft, um bei Bedarf eingreifen zu können.
Als die Boeing 737-800 den deutschen Luftraum erreichte, übernahmen zwei Eurofighter des Taktischen Luftwaffengeschwaders 74 die Begleitung.
Die Kampfjets blieben bis zur Ankunft der Passagiermaschine in Nürnberg im Einsatz. Währenddessen bereiteten sich die Einsatzkräfte am Boden auf verschiedene Szenarien vor, darunter auch eine mögliche gewaltsame Entführung des Flugzeugs.
Flughafen Nürnberg wegen Sicherheitsalarms vorübergehend geschlossen
Die Übermittlung des Codes 7500 löste am Flughafen Nürnberg einen umfangreichen Polizeieinsatz aus. Spezialisierte Einheiten wurden alarmiert, um auf eine mögliche Bedrohung an Bord reagieren zu können.
An der Sicherheitsoperation waren mehrere Einsatzkräfte beteiligt:
- Spezialisierte Verhandlungsgruppe: Die Beamten sind für Verhandlungen mit Geiselnehmern und Flugzeugentführern ausgebildet.
- Unterstützungskommando (USK): Eine Spezialeinheit der bayerischen Polizei, die bei besonders anspruchsvollen und gefährlichen Einsätzen eingesetzt wird.
- Rettungs- und Notfalldienste des Flughafens: Sie bereiteten sich auf eine mögliche Notlandung und die Versorgung betroffener Personen vor.
- Militärische Einsatzkräfte: Sie waren für die Begleitung und Überwachung des Passagierflugzeugs verantwortlich.
Während des Einsatzes wurde der Flugbetrieb am Flughafen Nürnberg vorübergehend eingeschränkt. Nach der Landung der Maschine und der Klärung der unmittelbaren Gefahrenlage konnte der Betrieb wieder aufgenommen werden.
Nach Angaben von Polizeisprecher Michael Petzold hatten die Einsatzkräfte zwischen dem Eingang des Alarmsignals und der Landung weniger als eine Stunde Zeit, um alle notwendigen Sicherheitsmaßnahmen vorzubereiten.
Petzold würdigte die schnelle Reaktion der beteiligten Behörden. Innerhalb kürzester Zeit hätten sich Polizei, Rettungsdienste und weitere Sicherheitskräfte auf den schlimmstmöglichen Fall einstellen müssen.
Welche Folgen hat der Fehlalarm für den Piloten?
Die bisherigen Erkenntnisse deuten darauf hin, dass eine unbeabsichtigte Fehleingabe des Transpondercodes den Großeinsatz ausgelöst haben könnte.
Nach Angaben der Polizei hatte die Besatzung tatsächlich Probleme mit der Funkverbindung. Deshalb musste sie die Fluglotsen mithilfe des Transponders über die technische Störung informieren.
Anstelle des dafür vorgesehenen Codes 7600 wurde jedoch der Code 7500 übermittelt. Dadurch entstand bei den zuständigen Stellen der Verdacht auf eine mögliche Flugzeugentführung.
Die deutsche Polizei ermittelt derzeit nicht gegen den Piloten. Die Behörden gehen nach bisherigen Erkenntnissen davon aus, dass die falsche Eingabe nicht vorsätzlich erfolgte.
Die Annahme eines versehentlich eingegebenen Notfallcodes gilt weiterhin als vorläufige Erklärung. Bestätigte Hinweise auf einen tatsächlichen Entführungsversuch liegen nicht vor.
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