Der italienische Automobilhersteller Fiat, der zum Stellantis-Konzern gehört, hat mit dem Multiplay ein ungewöhnliches Fahrzeugkonzept präsentiert. Die Studie verbindet die Alltagstauglichkeit eines kompakten Familienautos mit den Transportmöglichkeiten eines Pickups. Möglich wird dies durch eine verschiebbare Konstruktion im hinteren Karosseriebereich. Bei einer Gesamtlänge von rund 4,45 Metern bietet das Fahrzeug unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten – vom Familienausflug bis zum Transport von Fahrrädern und größeren Gegenständen. Auch der Innenraum wurde flexibel gestaltet und verfügt unter anderem über einen speziellen Platz für Haustiere. Eine Serienproduktion ist bislang nicht angekündigt. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf newatlas.
Fiat Multiplay: Wandelbare Karosserie macht den Van zum Pickup
Die wichtigste Besonderheit des Fiat Multiplay ist seine veränderbare Karosseriestruktur. Mithilfe einer neu entwickelten, verschiebbaren hinteren Karosseriesäule kann der geschlossene Passagierbereich teilweise in eine offene Ladefläche umgewandelt werden.
In der normalen Konfiguration ist der Multiplay als kompakter Familienvan mit einer sogenannten 6+1-Sitzanordnung ausgelegt. Nach dem Umbau entsteht ein viersitziger Pickup, der zusätzlichen Platz für Fahrräder, Sportausrüstung oder größere Gepäckstücke bietet.
Trotz dieser unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten bleibt die Gesamtlänge des Fahrzeugs bei etwa 4,45 Metern. Damit bewegt sich das Konzept in einer Größenordnung, die auch bei vielen kompakten SUVs üblich ist.
Wie der Verschiebemechanismus im Detail funktioniert, hat Fiat bislang nicht erläutert. Offen bleibt insbesondere, wie die beweglichen Karosserieelemente verriegelt werden und welche technischen Lösungen die erforderliche Steifigkeit gewährleisten.
Sieben Plätze und ein eigener Bereich für Haustiere
Bei der Entwicklung des Innenraums stand die möglichst effiziente Nutzung des verfügbaren Platzes im Mittelpunkt. Die Passagierversion des Multiplay bietet sechs reguläre Sitzplätze sowie einen zusätzlichen Bereich für ein Haustier.
Die Innenraumaufteilung umfasst:
- Zwei separate Vordersitze für Fahrer und Beifahrer.
- Eine dreisitzige Rückbank, die vor allem für Kinder vorgesehen ist.
- Einen zusätzlichen Einzelsitz im mittleren Fahrzeugbereich.
- Einen speziellen Bodenplatz namens „Petsenger“ für den Transport eines Haustiers.
Auch der Beifahrersitz lässt sich verändern. Bei geparktem Fahrzeug kann er zurückgelehnt und nach hinten gedreht werden.
Große Seitenfenster und ein Panoramadach sollen für eine gute Aussicht sorgen. Die Gestaltung richtet sich damit insbesondere an Familien, die das Fahrzeug auch für längere Reisen und Aufenthalte im Freien nutzen möchten.
Im Innenraum kommen wasserabweisende Materialien zum Einsatz. Die Farbgestaltung kombiniert auffällige Grün- und Rottöne.
Pickup-Modus ermöglicht den Transport von Fahrrädern
Im Pickup-Modus verwandelt sich ein Teil des hinteren Fahrgastraums in eine offene Ladefläche. Eine zusätzliche Funktion übernimmt dabei der bewegliche Heckspoiler.
In seiner normalen Position dient das Bauteil der Aerodynamik. Wird das Fahrzeug zum Pickup umgebaut, lässt sich der Spoiler drehen und zur Aufnahme der Vorderräder von zwei Fahrrädern verwenden.
Dadurch können Fahrräder direkt auf der Ladefläche transportiert werden, ohne dass ein herkömmlicher Fahrradträger am Fahrzeugheck montiert werden muss.
Konkrete Angaben zur Größe der Ladefläche, zur maximalen Zuladung oder zu den zulässigen Transportgewichten hat Fiat bislang nicht veröffentlicht. Auch mögliche Einschränkungen bei der Nutzung der unterschiedlichen Karosseriekonfigurationen sind noch unbekannt.
Fiat Multiplay greift die Geschichte des Multipla auf
Bei der Entwicklung des neuen Konzeptfahrzeugs orientierte sich Fiat an seiner eigenen Modellgeschichte. Als historische Vorlage diente unter anderem der Fiat 600 Multipla aus den 1950er-Jahren.
Das damalige Modell zeichnete sich durch eine für seine Zeit außergewöhnliche Raumausnutzung aus. Obwohl das Fahrzeug nur rund 3,5 Meter lang war, bot es Platz für sechs Personen.
1998 brachte Fiat eine weitere Generation des Multipla auf den Markt. Das Modell wurde insbesondere durch sein ungewöhnliches Karosseriedesign und die Anordnung von drei Sitzen in der ersten Reihe bekannt.
Der neue Multiplay führt die ursprüngliche Idee einer möglichst effizienten Raumnutzung weiter. Anders als seine Vorgänger setzt das Konzept jedoch auf eine veränderbare Karosserie, die unterschiedliche Transportaufgaben ermöglichen soll.
Digitales Cockpit mit nahezu unsichtbarem Display
Eine weitere Besonderheit des Fiat Multiplay ist das digitale Armaturenbrett. Ein großflächiges Display erstreckt sich nahezu über die gesamte Breite des vorderen Innenraums.
Bei ausgeschaltetem Fahrzeug verschwindet die Anzeige optisch und hinterlässt eine weitgehend geschlossene, minimalistisch gestaltete Oberfläche. Erst beim Einschalten wird der Bildschirm sichtbar und übernimmt die Darstellung der Fahrzeuginformationen.
Details zur Benutzeroberfläche, zum Infotainmentsystem und zu möglichen digitalen Funktionen hat Fiat noch nicht bekannt gegeben.
Auch zur Antriebstechnik fehlen bislang konkrete Informationen. Weder die Motorisierung noch die Leistung, die Reichweite oder andere technische Daten wurden offiziell genannt.
Wann kommt der Fiat Multiplay auf den Markt?
Der Fiat Multiplay wurde im Rahmen einer Stellantis-Veranstaltung anlässlich des Pariser Autosalons 2026 vorgestellt. Der Hersteller zeigte dabei einen physischen Prototyp, kündigte jedoch keine Serienversion an.
Fiat bezeichnet das Projekt als „Ideenlabor“, in dem neue Ansätze für die flexible Nutzung von Fahrzeugen untersucht werden.
Eine wesentliche technische Herausforderung besteht darin, die Sicherheit einer Karosserie mit beweglichen Strukturelementen zu gewährleisten. Dazu gehören die zuverlässige Verriegelung, die Abdichtung gegen Wasser und Staub sowie die Stabilität bei einem Unfall.
Hinzu kommen Fragen der Fahrzeugzulassung. Ein Modell, das zwischen einem geschlossenen Personenwagen und einem offenen leichten Nutzfahrzeug wechseln kann, muss unterschiedliche technische und regulatorische Anforderungen erfüllen.
Einen Termin für einen möglichen Produktionsbeginn hat Fiat bisher nicht genannt. Auch Angaben zum Preis, zu geplanten Verkaufsregionen oder zu einer möglichen Serienausstattung liegen noch nicht vor.
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