Der deutsche Musiker, Produzent und Mitbegründer der Band Das Ich Bruno Kramm ist im Alter von 58 Jahren gestorben. Der Künstler starb nach einem Auftritt im spanischen Granada. Die Konzertveranstalter bestätigten seinen Tod. Kramm galt als eine der prägenden Persönlichkeiten der deutschen Gothic- und Dark-Wave-Szene. Neben seiner musikalischen Karriere engagierte er sich auch politisch und stand zeitweise an der Spitze der Berliner Piratenpartei. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf welt.
Bruno Kramm stirbt nach Auftritt in Granada
Der Vorfall ereignete sich nach einem Konzert von Das Ich, das am Freitagabend in Granada stattfand. Nach dem Ende des Auftritts verlor der Musiker das Bewusstsein. Berichten zufolge wurde er bewusstlos in einem Bereich hinter der Bühne aufgefunden.
Rettungskräfte wurden alarmiert, konnten dem 58-Jährigen jedoch nicht mehr helfen. Sein Tod wurde noch vor Ort festgestellt.
Spanische Medien berichteten unter Berufung auf Polizeikreise, dass die Behörden zunächst von einer natürlichen Todesursache ausgehen. Eine offiziell bestätigte Todesursache von Bruno Kramm wurde bislang jedoch nicht bekannt gegeben.
Wer war Bruno Kramm und wofür ist Das Ich bekannt?
Bruno Kramm gehörte zu den Gründern der deutschen Band Das Ich, die er Ende der 1980er-Jahre gemeinsam mit Stefan Ackermann ins Leben rief. Die Formation entwickelte sich zu einem der bekanntesten Vertreter der sogenannten Neuen Deutschen Todeskunst, einer Strömung im Umfeld der Gothic-, Dark-Wave- und elektronischen Musikszene.
Kramm prägte einen wesentlichen Teil der musikalischen Arbeit der Band. Er war als Keyboarder, Komponist und Produzent tätig und hatte entscheidenden Einfluss auf den charakteristischen Sound von Das Ich.
Im Laufe der Jahrzehnte gewann die Gruppe nicht nur in Deutschland, sondern auch international eine feste Fangemeinde. Das Ich trat regelmäßig auf europäischen Festivals und Konzertbühnen auf und etablierte sich als feste Größe der internationalen Gothic- und Industrial-Szene.
Kramms musikalische Arbeit beschränkte sich nicht auf seine eigene Band. Über das Label Danse Macabre Records arbeitete er mit zahlreichen weiteren Künstlern zusammen und unterstützte Projekte aus der deutschen Dark-Wave-Szene.
Bruno Kramm war auch politisch aktiv
Neben seiner musikalischen Karriere engagierte sich Kramm mehrere Jahre in der deutschen Politik. Er trat der Piratenpartei bei und übernahm später eine führende Funktion im Berliner Landesverband.
Im Jahr 2016 stand der Musiker an der Spitze der Piratenpartei Berlin und trat als Spitzenkandidat bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus an. Nachdem die Partei den Wiedereinzug in das Landesparlament verpasst hatte, gab Kramm seinen Führungsposten ab.
In den folgenden Jahren konzentrierte er sich wieder stärker auf seine musikalische Arbeit.
Das Ich blieb musikalisch aktiv
Trotz längerer Unterbrechungen und verschiedener Schwierigkeiten blieb Das Ich als Band aktiv. Einen erheblichen Einfluss auf die Arbeit der Gruppe hatte die schwere Erkrankung von Sänger Stefan Ackermann. Danach benötigten die Musiker Zeit, um ihre gemeinsame Arbeit wieder vollständig aufzunehmen.
Hinzu kam Kramms politisches Engagement, das über mehrere Jahre einen erheblichen Teil seiner Zeit beanspruchte.
Im Oktober 2025 veröffentlichte Das Ich das Album „Fanal“. Für die Musiker markierte die Veröffentlichung einen neuen Abschnitt in der Geschichte der Band nach mehreren schwierigen Jahren und längeren Unterbrechungen.
Bruno Kramms letzter Auftritt fand im spanischen Granada statt. Nach dem Ende des Konzerts brach der 58-Jährige zusammen. Wenig später wurde sein Tod festgestellt.
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