Die Vereinigten Staaten haben eine neue Phase bei der Entwicklung des Spezialflugzeugs E-130J Phoenix II eingeleitet. Die Maschine soll künftig strategische Befehle an die amerikanischen Atomstreitkräfte übermitteln und die Kommunikation mit nuklear bewaffneten U-Booten gewährleisten. Als technische Grundlage dient das militärische Transportflugzeug C-130J-30 Super Hercules von Lockheed Martin. Am 15. Oktober 2026 traf die Maschine im Werk des Herstellers in Marietta im US-Bundesstaat Georgia ein, wo sie für ihre neue Aufgabe umgerüstet werden soll. Das Flugzeug ist dafür vorgesehen, wichtige Kommunikationsverbindungen auch während schwerer militärischer Krisen aufrechtzuerhalten. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf itc.
USA beginnen mit dem Umbau der Super Hercules zur E-130J Phoenix II
Das neue Spezialflugzeug entsteht im Rahmen der Modernisierung der strategischen Kommunikationssysteme der US-Streitkräfte. Dafür wurde die verlängerte Version der C-130J Super Hercules ausgewählt, die mit moderner Kommunikationstechnik und spezieller Ausrüstung für die nukleare Befehlsübermittlung ausgestattet werden soll.
Der Umbau erfordert umfangreiche Anpassungen der vorhandenen Bordtechnik. Ingenieure müssen zusätzliche Kommunikationssysteme integrieren, die Stromversorgung entsprechend anpassen und sicherstellen, dass sämtliche Komponenten zuverlässig zusammenarbeiten.
Für die Integration der Spezialausrüstung ist Northrop Grumman verantwortlich. Das Unternehmen übernimmt die Einbindung der strategischen Kommunikationssysteme sowie zusätzlicher Technologien, die die Einsatzfähigkeit des Flugzeugs unter schwierigen Bedingungen verbessern sollen.
Die Übergabe der ersten Maschine an den Hersteller bedeutet allerdings noch nicht, dass das neue Flugzeug einsatzbereit ist. Nach dem Einbau der technischen Systeme stehen umfangreiche Bodentests und Flugerprobungen an.
E-130J Phoenix II: Technische Daten der C-130J-30 Super Hercules
Als Plattform für die Phoenix II dient die viermotorige Turboprop-Maschine C-130J-30 Super Hercules. Dabei handelt es sich um eine verlängerte Variante des bekannten militärischen Transportflugzeugs Hercules, das für den Transport von Soldaten, Fahrzeugen und militärischer Ausrüstung entwickelt wurde.
Das maximale Startgewicht der C-130J-30 beträgt rund 74,4 Tonnen. Die reguläre maximale Nutzlast liegt bei etwa 21,2 Tonnen, während das Leergewicht rund 40 Tonnen erreicht.
Die wichtigsten technischen Daten im Überblick:
| Merkmal | Technische Daten |
|---|---|
| Basismodell | C-130J-30 Super Hercules |
| Hersteller | Lockheed Martin |
| Maximales Startgewicht | 74.389 kg |
| Leergewicht | 40.031 kg |
| Maximale Nutzlast | 21.183 kg |
| Reichweite | Rund 4.000 km bei 18.144 kg Nutzlast |
| Triebwerke | Vier Turboprop-Triebwerke |
| Neue Spezialversion | E-130J Phoenix II |
Die angegebene Reichweite bezieht sich auf die ursprüngliche Transportversion. Nach der Installation der zusätzlichen Kommunikationsausrüstung können sich die tatsächlichen Flugleistungen der Spezialmaschine verändern.
Für die E-130J spielen neben Reichweite und Nutzlast insbesondere die mögliche Einsatzdauer in der Luft sowie die Zuverlässigkeit der Kommunikationssysteme eine entscheidende Rolle.
Warum die USA ein neues „Weltuntergangsflugzeug“ benötigen
Die E-130J Phoenix II wird für das militärische Programm TACAMO (Take Charge and Move Out) entwickelt. Dessen Aufgabe besteht darin, die strategische Kommunikation zwischen der politischen und militärischen Führung der Vereinigten Staaten und den nuklearen Streitkräften sicherzustellen.
Zu den wichtigsten Aufgaben gehört die Übermittlung von Befehlen an amerikanische Atom-U-Boote, die mit ballistischen Raketen ausgestattet sind. Diese U-Boote können sich weit entfernt von militärischen Kommandozentralen befinden und benötigen deshalb spezielle Kommunikationsverfahren.
Flugzeuge mit entsprechenden Übertragungssystemen ermöglichen es, wichtige Nachrichten auch dann weiterzuleiten, wenn bodengestützte Kommunikationsanlagen beschädigt wurden oder nicht mehr zuverlässig funktionieren.
Die Bezeichnung „Weltuntergangsflugzeug“ wird häufig für militärische Maschinen verwendet, die im Zusammenhang mit der nuklearen Befehls- und Kontrollstruktur stehen.
Allerdings unterscheidet sich die E-130J von einem vollständigen fliegenden Kommandozentrum für die Staatsführung. Ihre Hauptaufgabe besteht in der strategischen Nachrichtenübermittlung und der Weiterleitung militärischer Befehle, insbesondere an die seegestützten Atomstreitkräfte.
E-130J Phoenix II soll die bisherigen E-6B Mercury ersetzen
Die neue Phoenix II ist als Nachfolgerin der E-6B Mercury vorgesehen. Diese Flugzeuge werden derzeit von der US-Marine eingesetzt, um strategische Kommunikationsverbindungen mit den amerikanischen Atomstreitkräften aufrechtzuerhalten.
Die E-6B basiert auf dem Passagierflugzeug Boeing 707 und wurde für besondere militärische Aufgaben umgebaut. Sie unterstützt die Kommunikation mit verschiedenen Komponenten der nuklearen Abschreckung, darunter insbesondere U-Boote mit ballistischen Raketen.
Mit der Entscheidung für die C-130J kehrt die US-Marine zu einer Flugzeugfamilie zurück, die bereits früher im TACAMO-Programm eingesetzt wurde.
Von 1963 bis 1993 übernahmen Maschinen des Typs EC-130Q Hercules entsprechende Kommunikationsaufgaben. Anschließend wurden sie durch Flugzeuge der E-6-Mercury-Familie ersetzt.
Die E-130J Phoenix II wird damit eine neue Generation strategischer Kommunikationsflugzeuge darstellen, die erneut auf einer Transportplattform der Hercules-Baureihe basiert.
Wann wird die E-130J Phoenix II bei der US-Marine eingesetzt?
Im Oktober 2026 befindet sich das Programm in der Phase der technischen Umrüstung und Integration der spezialisierten Bordsysteme.
Nach Abschluss der Umbauarbeiten müssen die Entwickler überprüfen, ob sämtliche Kommunikationsanlagen ordnungsgemäß funktionieren und zuverlässig mit den übrigen Flugzeugsystemen zusammenarbeiten.
Besonders wichtig sind dabei die sichere Übermittlung strategischer Nachrichten, die Stabilität der Kommunikationsverbindungen und die Funktionsfähigkeit der Technik unter anspruchsvollen Einsatzbedingungen.
Ein konkreter Termin für die Aufnahme des regulären Einsatzbetriebs der E-130J Phoenix II geht aus den bisher genannten Informationen nicht hervor. Bis zur Indienststellung der neuen Maschinen wird die bestehende Flotte der E-6B Mercury weiterhin die entsprechenden Kommunikationsaufgaben übernehmen.
