Eine Trennung bedeutet nicht zwangsläufig einen Auszug, den vollständigen Abbruch des Kontakts oder das Ende des gemeinsamen Familienalltags. Die deutsche Sängerin Sarah Connor sowie Annemarie und Wayne Carpendale haben öffentlich über ein Beziehungsmodell gesprochen, bei dem die romantische Partnerschaft zwar beendet ist, Teile des gemeinsamen Lebens jedoch bestehen bleiben. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf welt.
In beiden Fällen wohnen die ehemaligen Partner weiterhin unter einem Dach, pflegen familiäre und berufliche Verbindungen und kümmern sich gemeinsam um ihre Kinder.
Annemarie und Wayne Carpendale sehen sich nicht mehr als Paar
Annemarie und Wayne Carpendale erklärten, dass sie bereits Anfang 2026 aufgehört hätten, ein Paar zu sein. Aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen ist jedoch keiner von beiden.
Nach Angaben des Ehepaars leben sie weiterhin zusammen, verstehen sich als Familie und Team und tragen sogar noch ihre Eheringe. Ihr gemeinsamer Alltag hat sich seit dem Ende der romantischen Beziehung damit nicht grundlegend verändert.
Das Paar hat einen achtjährigen Sohn. Die gemeinsame Verantwortung als Eltern bleibt deshalb ein wichtiger Bestandteil ihrer Beziehung.
Sarah Connor und Florian Fischer haben ihre Ehe neu organisiert
Ein ähnliches Modell haben Sarah Connor und ihr Ehemann Florian Fischer gewählt. Die Sängerin erklärte, dass sie seit dem Frühjahr nicht mehr wie ein klassisches Ehepaar zusammenleben.
Connor und Fischer wohnen dennoch weiterhin unter einem Dach, arbeiten zusammen und verbringen auch Zeit zu zweit. Nach Angaben der Sängerin kann zwischen ihnen zudem weiterhin körperliche Nähe bestehen.
Gleichzeitig haben beide die Möglichkeit, andere Menschen zu treffen. Connor erklärte, dass derzeit keiner von ihnen eine neue ernsthafte Beziehung anstrebe.
Das Paar hat zwei gemeinsame Kinder im Alter von neun und 15 Jahren.
Warum Ex-Partner nach einer Trennung zusammenleben
Das Zusammenleben nach dem Ende einer romantischen Beziehung kommt nicht nur bei Prominenten vor. Gründe können gemeinsame Kinder, eine Immobilie, finanzielle Verpflichtungen oder Schwierigkeiten bei der Suche nach einer neuen Wohnung sein.
Eine Untersuchung der französischen Forscher Wilfried Rault und Arnaud Régnier-Loilier zeigte, dass etwa ein Viertel der Paare nach der Entscheidung zur Trennung mindestens ein Jahr lang weiterhin unter einem Dach lebt.
Besonders häufig betrifft dies Familien mit Kindern oder gemeinsamem Eigentum. Das weitere Zusammenleben ist dabei nicht immer ein bewusst gewähltes Beziehungsmodell. In einigen Fällen verhindern wirtschaftliche oder wohnungsbezogene Umstände eine schnelle räumliche Trennung.
Was eine „bewusste Trennung“ bedeutet
Ein möglicher Umgang mit dem Ende einer langjährigen Partnerschaft besteht darin, gegenseitigen Respekt, Kommunikation und gemeinsame Verantwortung auch nach dem Ende der romantischen Beziehung aufrechtzuerhalten.
Die Partner können sich nicht mehr als Liebespaar verstehen, gleichzeitig aber Eltern, Freunde oder Geschäftspartner bleiben. In manchen Fällen wohnen sie weiterhin im selben Haus oder in derselben Wohnung.
Entscheidend sind dabei klare Absprachen. Beide Seiten müssen den Status der Beziehung und die persönlichen Grenzen ähnlich verstehen. Schwierigkeiten können entstehen, wenn ein Partner die Trennung als endgültig betrachtet, während der andere sie lediglich als vorübergehende Pause versteht.
Neue Partner können die bisherigen Vereinbarungen verändern
Eine weitere Herausforderung für ein solches Beziehungsmodell kann eine neue ernsthafte Partnerschaft eines der ehemaligen Partner darstellen.
Eine neue Person kann die Regeln des Zusammenlebens verändern – insbesondere dann, wenn sie mehr gemeinsame Zeit verbringen, stärker am Familienalltag teilnehmen oder einen eigenen privaten Bereich haben möchte.
Vereinbarungen, die unmittelbar nach einer Trennung funktionieren, können deshalb zu einem späteren Zeitpunkt angepasst werden müssen.
