Die Europäische Union hat die Zulassung des Cholesterinsenkers Repatha (Evolocumab) erweitert. Seit August 2026 darf das Medikament auch bei Erwachsenen mit einem hohen Risiko für atherosklerotische Herz-Kreislauf-Erkrankungen (ASCVD) eingesetzt werden. Grundlage der Zulassungserweiterung sind die Ergebnisse der groß angelegten klinischen Studie VESALIUS-CV. Demnach war die Behandlung mit Evolocumab mit einer relativen Verringerung des Risikos für einen ersten Herzinfarkt um 36 Prozent verbunden. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf mgb-medizin.
Für welche Patienten ist Evolocumab jetzt zugelassen?
Durch die erweiterte EU-Zulassung kann Evolocumab bei einer größeren Patientengruppe mit hohem kardiovaskulärem Risiko eingesetzt werden. Dazu gehören insbesondere Menschen, bei denen eine zusätzliche medikamentöse Prävention schwerwiegender Komplikationen der Atherosklerose erforderlich ist.
Das Medikament wird ergänzend zu einer bestehenden lipidsenkenden Therapie sowie zu Maßnahmen zur Kontrolle weiterer Risikofaktoren angewendet. Evolocumab ersetzt somit keine etablierte Standardbehandlung, sondern ergänzt diese entsprechend der individuellen medizinischen Indikation.
Der Wirkstoff gehört zur Gruppe der PCSK9-Hemmer. Diese Arzneimittel senken die Konzentration des LDL-Cholesterins im Blut, das eine wesentliche Rolle bei der Entstehung und dem Fortschreiten der Atherosklerose spielt.
VESALIUS-CV-Studie zeigt 36 Prozent geringeres Risiko für einen ersten Herzinfarkt
Die Ergebnisse der klinischen Studie VESALIUS-CV bildeten eine entscheidende Grundlage für die Erweiterung der Zulassung. In der Untersuchung wurde die Wirksamkeit von Evolocumab bei der Vorbeugung kardiovaskulärer Ereignisse bewertet.
Den veröffentlichten Studiendaten zufolge verringerte die Behandlung mit dem Wirkstoff das relative Risiko für einen ersten Myokardinfarkt in der untersuchten Patientenpopulation um 36 Prozent.
Dieser Wert beschreibt den relativen Unterschied zwischen den untersuchten Gruppen. Er bedeutet nicht, dass das individuelle Herzinfarktrisiko jedes Patienten um 36 Prozentpunkte sinkt.
Die Ergebnisse erweitern die wissenschaftliche Evidenz für den Einsatz von PCSK9-Hemmern zur Prävention schwerwiegender kardiovaskulärer Ereignisse bei Menschen mit hohem Risiko für atherosklerotische Erkrankungen.
Wie Evolocumab den LDL-Cholesterinspiegel senkt
Evolocumab ist ein monoklonaler Antikörper, der gezielt das Protein PCSK9 hemmt. Dieses Protein beeinflusst die Anzahl der LDL-Rezeptoren auf der Oberfläche von Leberzellen.
Durch die Hemmung von PCSK9 stehen mehr LDL-Rezeptoren zur Verfügung, die Cholesterin aus dem Blut aufnehmen und dessen Abbau ermöglichen. Dadurch kann die Konzentration des sogenannten schlechten Cholesterins deutlich reduziert werden.
Ein erhöhter LDL-Cholesterinspiegel gilt als einer der wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren für die Entstehung von Atherosklerose.
Dabei lagern sich Cholesterin und weitere Bestandteile in den Wänden der Blutgefäße ab. Die entstehenden atherosklerotischen Plaques können die Arterien verengen, den Blutfluss beeinträchtigen und das Risiko für Herzinfarkte sowie ischämische Schlaganfälle erhöhen.
Was sich durch die neue EU-Zulassung ändert
Bereits vor der aktuellen Zulassungserweiterung wurde Evolocumab in Europa zur Behandlung bestimmter Fettstoffwechselstörungen und zur Senkung des kardiovaskulären Risikos bei ausgewählten Patientengruppen eingesetzt.
Mit der seit August 2026 geltenden Erweiterung können nun auch Erwachsene mit hohem Risiko für atherosklerotische Herz-Kreislauf-Erkrankungen von der Behandlung profitieren.
Ob eine Therapie mit Evolocumab infrage kommt, hängt weiterhin von der individuellen medizinischen Situation ab. Ärzte berücksichtigen dabei insbesondere den LDL-Cholesterinspiegel, bestehende Begleiterkrankungen, das gesamte kardiovaskuläre Risikoprofil sowie bereits eingesetzte Medikamente.
Evolocumab bleibt ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel. Die erweiterten Anwendungsgebiete bedeuten daher nicht, dass der Wirkstoff grundsätzlich allen Menschen mit erhöhten Cholesterinwerten verordnet werden kann.
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