Mit Beginn des Herbstes rückt in Deutschland die Impfung gegen die saisonale Influenza erneut in den Mittelpunkt. Besonders wichtig ist die Vorsorge für ältere Menschen, Schwangere und Patienten mit chronischen Erkrankungen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) legt fest, welchen Bevölkerungsgruppen eine jährliche Grippeimpfung empfohlen wird. Für gesunde jüngere Erwachsene besteht dagegen keine allgemeine Impfempfehlung. Die Ärztin Yael Adler erläutert, wann eine Impfung sinnvoll ist, wie lange der Aufbau des Immunschutzes dauert und weshalb die Impfstoffe jedes Jahr angepasst werden müssen. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf t-online.
Für wen wird die Grippeimpfung in Deutschland 2026 empfohlen?
Nach den Empfehlungen der STIKO sollten sich insbesondere Menschen gegen Influenza impfen lassen, bei denen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf besteht. Alter, Immunstatus und bestehende Vorerkrankungen beeinflussen die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen erheblich.
Zu den wichtigsten Personengruppen gehören:
- Menschen ab 60 Jahren.
- Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel, bei bestimmten chronischen Erkrankungen bereits ab dem ersten Drittel.
- Patienten mit chronischen Herz-, Lungen-, Leber- oder Nierenerkrankungen.
- Menschen mit Diabetes mellitus, neurologischen Erkrankungen oder einer geschwächten Immunabwehr.
- Bewohner von Alten- und Pflegeheimen.
- Medizinisches Personal und Beschäftigte mit erhöhtem beruflichem Infektionsrisiko.
- Personen, die besonders gefährdete Menschen betreuen oder diese mit einer Infektion anstecken könnten.
Für gesunde Erwachsene unter 60 Jahren gehört die jährliche Grippeimpfung nicht zu den allgemeinen Standardempfehlungen der STIKO. Dennoch kann eine Impfung aufgrund individueller Lebensumstände, beruflicher Kontakte oder zum Schutz gefährdeter Angehöriger sinnvoll sein.
Wann ist der beste Zeitpunkt für die Grippeimpfung im Herbst 2026?
Als optimaler Zeitraum für die Grippeimpfung gilt in Deutschland die Zeit von Oktober bis Mitte Dezember. Dadurch kann der Körper einen ausreichenden Immunschutz aufbauen, bevor sich die saisonalen Influenzaviren besonders stark verbreiten.
Nach der Impfung benötigt das Immunsystem normalerweise etwa zehn bis 14 Tage, um eine Schutzwirkung zu entwickeln. Eine Impfung unmittelbar vor einem möglichen Kontakt mit einer infizierten Person bietet daher keinen sofortigen Schutz.
Wer den empfohlenen Zeitraum im Herbst verpasst, kann sich auch später noch impfen lassen. Besonders für Risikogruppen bleibt die Impfung sinnvoll, solange Influenzaviren zirkulieren.
Beginn und Dauer einer Grippewelle können von Jahr zu Jahr unterschiedlich ausfallen. Die Empfehlungen zum Impfzeitpunkt orientieren sich deshalb daran, möglichst frühzeitig einen ausreichenden Schutz aufzubauen.
Warum muss die Grippeimpfung jedes Jahr wiederholt werden?
Influenzaviren verändern sich ständig. Dadurch wird es schwieriger, nach einer überstandenen Infektion oder einer früheren Impfung einen langfristigen Schutz aufrechtzuerhalten. Die Zusammensetzung der saisonalen Impfstoffe wird deshalb regelmäßig an die voraussichtlich zirkulierenden Virusvarianten angepasst.
Wie gut eine Grippeimpfung schützt, hängt von mehreren Faktoren ab:
- Wie gut die enthaltenen Virusvarianten zu den tatsächlich zirkulierenden Influenzaviren passen.
- Vom Alter und Zustand des Immunsystems.
- Von bestehenden Grunderkrankungen.
- Von der individuellen Immunantwort auf die Impfung.
- Von den Besonderheiten der jeweiligen Grippesaison.
Untersuchungen aus vergangenen Influenzasaisons zeigen, dass die Wirksamkeit gegen laborbestätigte Grippeerkrankungen, die eine ärztliche Behandlung erforderlich machten, unter unterschiedlichen Bedingungen bei etwa 20 bis 60 Prozent lag.
Ein wichtiges Ziel der Impfung ist außerdem, schwere Krankheitsverläufe und Komplikationen zu verhindern. Dies ist insbesondere für ältere Menschen und Patienten mit Vorerkrankungen von Bedeutung.
Frühere Impfungen können zur Ausbildung eines immunologischen Gedächtnisses beitragen. Wegen der Veränderungen der Viren und des mit der Zeit nachlassenden Impfschutzes ersetzen sie jedoch nicht die jährliche Auffrischung.
Welche Grippeimpfstoffe werden Menschen ab 60 Jahren empfohlen?
Für ältere Menschen stehen in Deutschland spezielle Grippeimpfstoffe zur Verfügung, die altersbedingte Veränderungen des Immunsystems berücksichtigen. Ab dem 60. Lebensjahr kann die Immunantwort auf herkömmliche Impfstoffe schwächer ausfallen.
Die STIKO empfiehlt für diese Altersgruppe zwei Impfstoffvarianten:
- Hochdosis-Influenzaimpfstoffe, die eine höhere Antigenmenge enthalten.
- Adjuvantierte Influenzaimpfstoffe mit dem Wirkverstärker MF59, der die Immunantwort unterstützt.
Beide Impfstoffarten werden für Menschen ab 60 Jahren gleichermaßen empfohlen. Sie können in dieser Altersgruppe einen besseren Schutz bieten als herkömmliche Standardimpfstoffe.
Allerdings können vorübergehende Impfreaktionen etwas häufiger auftreten. Dazu gehören Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit oder eine leicht erhöhte Körpertemperatur.
Müssen Kinder und junge Erwachsene gegen Grippe geimpft werden?
In Deutschland empfiehlt die STIKO keine generelle Grippeimpfung für alle gesunden Kinder und Jugendlichen. Im Mittelpunkt stehen Minderjährige mit Erkrankungen, die das Risiko eines schweren Influenza-Verlaufs erhöhen.
Für Kinder und Jugendliche im Alter von zwei bis 17 Jahren kann bei entsprechender Indikation ein abgeschwächter Lebendimpfstoff als Nasenspray eingesetzt werden. Ob dieser infrage kommt, hängt von möglichen Gegenanzeigen und dem individuellen Gesundheitszustand ab.
Auch gesunde junge Erwachsene können sich freiwillig gegen Grippe impfen lassen. Bei der Entscheidung spielen das persönliche Infektionsrisiko, die berufliche Tätigkeit, der Gesundheitszustand und regelmäßige Kontakte zu gefährdeten Personen eine Rolle.
Welche Nebenwirkungen können nach einer Grippeimpfung auftreten?
Moderne inaktivierte Grippeimpfstoffe enthalten keine vermehrungsfähigen Influenzaviren. Sie können deshalb keine Grippeerkrankung auslösen.
Nach der Impfung sind jedoch vorübergehende Reaktionen möglich:
- Rötungen oder Schmerzen an der Einstichstelle.
- Leicht erhöhte Körpertemperatur.
- Kopfschmerzen und Müdigkeit.
- Muskel- und Gelenkschmerzen.
- Allgemeines Unwohlsein für kurze Zeit.
In den meisten Fällen verschwinden diese Beschwerden von selbst. Schwere allergische Reaktionen sind selten, erfordern jedoch eine sofortige medizinische Behandlung.
Eine Grippeimpfung bietet keinen vollständigen Schutz vor einer Ansteckung. Außerdem verhindert sie keine gewöhnliche Erkältung, da diese durch andere Atemwegsviren verursacht wird.
Grippe oder Erkältung: Woran erkennt man den Unterschied?
Ein typisches Merkmal der echten Grippe ist der häufig plötzliche Beginn der Beschwerden. Betroffene können sich morgens noch gesund fühlen und wenige Stunden später deutlich erkrankt sein.
Zu den charakteristischen Influenzasymptomen gehören plötzlich auftretendes Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, ausgeprägte Schwäche sowie Muskel- und Gliederschmerzen.
Eine gewöhnliche Erkältung entwickelt sich dagegen häufig schrittweise. Typische Beschwerden sind Schnupfen, Niesen, Halsschmerzen und Husten.
Allein anhand der Symptome lässt sich eine Influenza allerdings nicht zuverlässig von anderen Atemwegsinfektionen unterscheiden. Falls erforderlich, kann die Diagnose durch einen Labortest bestätigt werden.
Besonders aufmerksam sollten ältere Menschen, Schwangere und Patienten mit chronischen Erkrankungen auf entsprechende Krankheitszeichen reagieren.
Welche weiteren Impfungen werden älteren Menschen in Deutschland empfohlen?
Ein Termin zur Grippeimpfung bietet auch die Gelegenheit, den allgemeinen Impfstatus überprüfen zu lassen. Die deutschen Impfempfehlungen sehen für ältere Menschen einen zusätzlichen Schutz vor verschiedenen Infektionskrankheiten vor, die schwere gesundheitliche Folgen haben können.
Dazu gehören insbesondere folgende Impfungen:
| Impfung | Empfehlung |
|---|---|
| Influenza | Jährlich ab 60 Jahren |
| Pneumokokken | Standardimpfung ab 60 Jahren |
| Gürtelrose (Herpes zoster) | Ab 60 Jahren, bei bestimmten Risikofaktoren bereits früher |
| Respiratorisches Synzytial-Virus (RSV) | In der Regel ab 75 Jahren, bei bestimmten Risikofaktoren ab 60 Jahren |
| Tetanus und Diphtherie | Auffrischung gemäß Impfkalender |
| Keuchhusten (Pertussis) | Gemäß den Empfehlungen für Erwachsene |
Welche Impfungen im Einzelfall notwendig sind, hängt vom Alter, möglichen Vorerkrankungen und bereits erhaltenen Impfungen ab. Für Menschen mit chronischen Erkrankungen können zusätzliche oder von den allgemeinen Altersempfehlungen abweichende Impfungen vorgesehen sein.
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