Bei gleichzeitigen Beschwerden der Bauchspeicheldrüse und des Magens muss die Ernährung besonders sorgfältig zusammengestellt werden. Wie Imowell.de erklärt, sollte eine Ernährung bei Pankreatitis und Gastritis nicht aus einer möglichst langen Verbotsliste bestehen, sondern vor allem individuell unverträgliche Lebensmittel reduzieren und gleichzeitig eine ausreichende Nährstoffversorgung sicherstellen. Besondere Vorsicht ist bei Alkohol, sehr fettreichen Speisen und Lebensmitteln geboten, die wiederholt Schmerzen, Übelkeit, Völlegefühl oder Sodbrennen auslösen. Bei chronischer Pankreatitis können übermäßig strenge Einschränkungen ebenfalls problematisch sein, weil bei der Erkrankung ein Risiko für Mangelernährung besteht. Deshalb sollte die Ernährung nicht dauerhaft nur aus Zwieback, Brei und vermeintlicher Schonkost bestehen. Bei starken akuten Schmerzen, Erbrechen, Fieber oder einer deutlichen Verschlechterung des Allgemeinzustands reicht eine Ernährungsumstellung nicht aus – solche Beschwerden sollten medizinisch abgeklärt werden.
Was sollte man bei Pankreatitis wirklich meiden?
An erster Stelle steht Alkohol. Bei chronischer Pankreatitis wird grundsätzlich empfohlen, auf alkoholische Getränke zu verzichten. Gleichzeitig muss die verbreitete Regel „je weniger Fett, desto besser“ differenziert betrachtet werden: Eine extrem fettarme Ernährung ist nicht automatisch für jeden Menschen mit chronischer Pankreatitis erforderlich. Entscheidend sind unter anderem die individuelle Verträglichkeit, der Ernährungszustand und eine mögliche exokrine Pankreasinsuffizienz.
Besonders kritisch geprüft beziehungsweise gemieden werden sollten:
- alkoholische Getränke unabhängig vom Alkoholgehalt;
- sehr fettreiche und frittierte Gerichte, wenn sie Beschwerden verursachen;
- Fast Food und sehr fettreiche Wurstwaren;
- Lebensmittel, nach denen regelmäßig Schmerzen, Durchfall oder starkes Völlegefühl auftreten;
- sehr große Mahlzeiten, insbesondere nach langen Essenspausen.
Die Frage was darf man bei Pankreatitis nicht essen lässt sich deshalb nicht für alle Betroffenen mit derselben Liste beantworten. Es kommt unter anderem darauf an, ob eine chronische oder akute Erkrankung vorliegt und ob die Verdauungsleistung der Bauchspeicheldrüse eingeschränkt ist.
Ein häufiger Fehler besteht darin, fast alle Fettquellen zu streichen und dadurch gleichzeitig die Energiezufuhr drastisch zu reduzieren. Gerade bei chronischer Pankreatitis kann dies eine bereits bestehende Gewichtsabnahme oder Mangelernährung verstärken.
Welche Lebensmittel können bei Gastritis Probleme machen?
Bei Gastritis ist eine allgemeingültige Verbotsliste ebenfalls wenig sinnvoll. Kaffee, Tomaten, Zitrusfrüchte, scharfe Gewürze oder kohlensäurehaltige Getränke werden von Menschen unterschiedlich vertragen. Entscheidend ist daher, ob ein bestimmtes Lebensmittel wiederholt Beschwerden wie Brennen, Magenschmerzen, Übelkeit oder starkes Völlegefühl verursacht. Gleichzeitig sollte berücksichtigt werden, dass eine Gastritis verschiedene Ursachen haben kann und nicht allein durch eine Ernährungsumstellung behandelt werden sollte.
Häufig lohnt es sich, die individuelle Verträglichkeit folgender Produkte zu überprüfen:
- starken Kaffee, insbesondere auf nüchternen Magen;
- sehr scharfe Soßen und größere Mengen Chili;
- stark frittierte und besonders fettreiche Lebensmittel;
- saure Lebensmittel, wenn sie Beschwerden auslösen;
- Energy-Drinks und stark kohlensäurehaltige Getränke;
- Alkohol.
Bei Lebensmitteln bei Gastritis gilt deshalb ein praktisches Prinzip: Nicht jedes theoretisch problematische Produkt muss automatisch gestrichen werden.
Wer beispielsweise Tomaten problemlos verträgt, muss sie nicht allein aufgrund einer pauschalen Verbotsliste meiden. Treten nach Tomatensoße dagegen regelmäßig Brennen, Schmerzen oder andere Beschwerden auf, kann ein vorübergehender Verzicht sinnvoll sein.
Diese Lebensmittel sollte man zuerst überprüfen
Wenn eine Pankreatitis zusammen mit Gastritis oder ausgeprägten Magenbeschwerden auftritt, muss die Ernährung aus zwei Perspektiven betrachtet werden. Die Bauchspeicheldrüse kann Schwierigkeiten mit der Verdauung bestimmter Nahrungsbestandteile haben, während der Magen empfindlich auf einzelne Speisen oder Getränke reagiert. Deshalb ist es meist sinnvoller, konkrete Auslöser zu identifizieren, anstatt gleichzeitig Dutzende Lebensmittel aus dem Speiseplan zu entfernen. Ein Ernährungstagebuch kann dabei deutlich hilfreicher sein als starre Listen aus dem Internet.
| Lebensmittel oder Gruppe | Warum problematisch? | Praktische Alternative |
|---|---|---|
| Alkohol | bei Pankreatitis besonders problematisch | vollständig meiden |
| Frittierte, fettreiche Speisen | können Verdauungsbeschwerden verstärken | dünsten, kochen oder backen |
| Fettreiche Wurst | hoher Fettanteil, häufig stark gewürzt | magerere Proteinquellen wählen |
| Sehr scharfe Soßen | können Magenbeschwerden auslösen | milder würzen |
| Fast Food | kombiniert viel Fett, große Portionen und häufig Frittiertes | einfache frisch zubereitete Mahlzeiten |
| Starker Kaffee | kann bei manchen Menschen Magenbeschwerden verstärken | Menge reduzieren oder Verträglichkeit testen |
| Kohlensäurehaltige Getränke | können Blähungen und Völlegefühl verstärken | stilles Wasser |
| Sehr große Mahlzeiten | können das Verdauungssystem zusätzlich belasten | kleinere Portionen |
Bei chronischer Pankreatitis können mehrere kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt sinnvoll sein, wenn große Portionen schlecht vertragen werden. Entscheidend bleibt jedoch die ausreichende Energie- und Nährstoffzufuhr.
Womit lassen sich problematische Lebensmittel ersetzen?
Eine Diät bei Pankreatitis und Gastritis darf nicht dazu führen, dass Betroffene dauerhaft nur noch wenige vermeintlich sichere Lebensmittel essen. Der Körper benötigt weiterhin Eiweiß, Kohlenhydrate, Fette, Vitamine und Mineralstoffe. Gerade bei chronischer Pankreatitis ist eine ausreichende Energieversorgung wichtig, weil Gewichtsverlust und Mangelernährung auftreten können. Deshalb sollte für jedes regelmäßig gestrichene Lebensmittel möglichst eine geeignete Alternative gefunden werden.
Praktische Beispiele:
- statt frittiertem Schnitzel: gedünstetes oder gebackenes mageres Fleisch;
- statt fettreicher Wurst: mageres Geflügel oder eine andere verträgliche Proteinquelle;
- statt Pommes frites: gekochte oder im Ofen zubereitete Kartoffeln;
- statt schwerer Sahnesoße: eine leichtere, individuell verträgliche Soße;
- statt alkoholischer Getränke: Wasser oder alkoholfreie Alternativen;
- statt eines sehr großen Abendessens: mehrere kleinere Mahlzeiten über den Tag.
Milchprodukte, Fleisch, Brot, Obst, Gemüse und Fett gleichzeitig aus dem Speiseplan zu streichen, ist ohne medizinischen Grund nicht sinnvoll. Je umfangreicher die Verbotsliste wird, desto schwieriger wird eine ausgewogene Nährstoffversorgung.
Das Ziel einer angepassten Ernährung ist nicht eine möglichst große Zahl von Verboten, sondern ein möglichst vollständiger Speiseplan, der keine ausgeprägten Beschwerden verursacht.
Ernährungsplan erstellen: Schritt für Schritt
Die Ernährung sollte möglichst systematisch verändert werden. Wer gleichzeitig 15 oder 20 Lebensmittel streicht, kann anschließend kaum noch feststellen, welcher Bestandteil tatsächlich Beschwerden verursacht hat. Zudem kann eine sehr restriktive Ernährung bei chronischer Pankreatitis problematisch werden, wenn bereits Untergewicht oder ein unbeabsichtigter Gewichtsverlust besteht. Sinnvoller ist es, mögliche Auslöser einzeln zu überprüfen und Veränderungen zu dokumentieren.
So können Betroffene vorgehen:
- Eine Woche lang Mahlzeiten, Uhrzeit und ungefähre Portionsgröße notieren.
- Schmerzen, Übelkeit, Sodbrennen, Blähungen, Durchfall und andere Beschwerden dokumentieren.
- Bei chronischer Pankreatitis auf Alkohol verzichten.
- Zunächst besonders auffällige Auslöser wie sehr fettreiche oder frittierte Speisen reduzieren.
- Große Mahlzeiten in kleinere Portionen aufteilen, wenn diese besser vertragen werden.
- Die Kalorienzufuhr nicht unnötig reduzieren, insbesondere bei Gewichtsverlust.
- Bei anhaltenden Beschwerden das Ernährungstagebuch zum Hausarzt, Gastroenterologen oder zu einer qualifizierten Ernährungsberatung mitnehmen.
Ein praktisches Hilfsmittel ist eine einfache Tabelle auf dem Smartphone mit vier Spalten: „Lebensmittel“, „Portion“, „Uhrzeit“ und „Beschwerden danach“. Nach einigen Wochen lassen sich damit mögliche Zusammenhänge wesentlich besser erkennen als mit einer allgemeinen Verbotsliste.
Warum eine extrem fettarme Ernährung nicht immer sinnvoll ist
Zu den hartnäckigsten Vorstellungen über chronische Pankreatitis gehört die Annahme, dass Betroffene nahezu vollständig auf Fett verzichten müssten. Das ist zu pauschal. Eine individuelle Ernährungsstrategie hängt unter anderem davon ab, wie gut Fett verdaut wird, ob eine exokrine Pankreasinsuffizienz besteht und ob Pankreasenzyme eingenommen werden. Eine unnötig starke Einschränkung kann insbesondere bei Menschen problematisch sein, die bereits Gewicht verlieren.
Fette liefern viel Energie. Werden sie ohne geeigneten Ersatz drastisch reduziert, kann die gesamte Kalorienzufuhr schnell zu niedrig werden.
Eine ärztliche beziehungsweise ernährungsmedizinische Abklärung ist besonders wichtig bei:
- unbeabsichtigtem Gewichtsverlust;
- häufigem auffällig voluminösem oder fettigem Stuhl;
- länger anhaltendem Durchfall;
- schlechter Verträglichkeit normaler Mahlzeiten;
- Hinweisen auf einen Nährstoffmangel;
- einer bereits verordneten Einnahme von Pankreasenzymen.
Bei nachgewiesener exokriner Pankreasinsuffizienz können Pankreasenzyme erforderlich sein. Eine medizinisch notwendige Enzymtherapie sollte nicht eigenständig durch eine immer strengere Diät ersetzt werden.
Beispiel für einen Tagesplan
Einen universellen Speiseplan für Pankreatitis und Gastritis gibt es nicht. Das folgende Beispiel dient daher lediglich als Orientierung und muss an die individuelle Verträglichkeit angepasst werden. Auch die Krankheitsphase, das Körpergewicht und eine mögliche Pankreasinsuffizienz spielen eine Rolle. Wer Gewicht verliert, sollte besonders darauf achten, dass der Speiseplan nicht ungewollt zu kalorienarm wird.
Ein möglicher Tagesablauf:
- Frühstück: Haferbrei mit Banane, sofern gut verträglich;
- Zwischenmahlzeit: Joghurt oder eine andere verträgliche Proteinquelle;
- Mittagessen: Kartoffeln oder Reis mit gedünstetem Gemüse und magerem Fisch beziehungsweise Geflügel;
- Zwischenmahlzeit: eine verträgliche Obstsorte oder ein kleines belegtes Brot;
- Abendessen: Kartoffeln, Reis oder eine andere gut verträgliche Beilage mit Gemüse und einer Proteinquelle.
Als Standardgetränk eignet sich Wasser. Kaffee, Tee, Fruchtsäfte und andere Getränke sollten nach persönlicher Verträglichkeit beurteilt werden.
Wann reicht eine Ernährungsumstellung nicht mehr aus?
Schmerzen im Oberbauch sollten nicht automatisch als Gastritis oder Folge einer „falschen Mahlzeit“ interpretiert werden. Eine akute Pankreatitis kann eine stationäre Behandlung erforderlich machen. Starke Oberbauchschmerzen, die möglicherweise in den Rücken ausstrahlen, sowie Übelkeit, Erbrechen oder Fieber gehören zu den Beschwerden, bei denen eine zeitnahe medizinische Abklärung erforderlich sein kann. Auch bei chronischer Erkrankung sollten deutlicher Gewichtsverlust und Hinweise auf eine gestörte Nährstoffaufnahme ernst genommen werden.
Medizinische Hilfe ist insbesondere wichtig bei:
- plötzlich auftretenden starken oder zunehmenden Schmerzen;
- wiederholtem Erbrechen;
- hohem Fieber;
- deutlichem unbeabsichtigtem Gewichtsverlust;
- Anzeichen einer Austrocknung;
- einer plötzlichen deutlichen Veränderung bisher bekannter Beschwerden.
In Deutschland ist bei länger bestehenden, aber nicht akut bedrohlichen Beschwerden in der Regel die Hausarztpraxis eine geeignete erste Anlaufstelle. Falls erforderlich, kann eine Überweisung zur Gastroenterologie erfolgen. Bei schweren akuten Beschwerden sollte dagegen nicht versucht werden, das Problem ausschließlich mit Schonkost zu behandeln.
Die wichtigste Regel für die Ernährung
Eine Ernährung bei Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse muss zwei Ziele miteinander verbinden: mögliche Auslöser von Beschwerden reduzieren und gleichzeitig eine ausreichende Versorgung mit Energie und Nährstoffen erhalten. Alkohol sollte insbesondere bei chronischer Pankreatitis konsequent gemieden werden. Sehr fettreiche und frittierte Speisen verdienen besondere Aufmerksamkeit, wenn sie wiederholt Beschwerden auslösen. Eine immer längere Liste verbotener Lebensmittel ist dagegen nicht automatisch medizinisch sinnvoll.
Praktisch bedeutet das: Verträglichkeit beobachten, ein Ernährungstagebuch führen, unnötig große Mahlzeiten vermeiden und das Körpergewicht im Blick behalten. Bei einer exokrinen Pankreasinsuffizienz muss außerdem geklärt werden, ob und in welcher Dosierung Pankreasenzyme erforderlich sind.
Je komplexer die Erkrankung und je deutlicher der Gewichtsverlust, desto weniger geeignet sind pauschale Diätpläne aus dem Internet. In solchen Fällen sollte die Ernährung individuell mit Arzt oder Ernährungsfachkraft abgestimmt werden.
