Cholesterinsenker könnten bei Menschen mit Typ-2-Diabetes einen zusätzlichen Effekt haben. Eine große Studie zeigt, dass ein früher Beginn einer Statintherapie mit einem geringeren Demenzrisiko in den folgenden Jahren verbunden ist. Bei Patienten, die kurz nach der Diabetesdiagnose mit der Behandlung begannen, lag das Risiko um etwa 15 Prozent niedriger. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf welt.
Statine könnten mehr als nur das Herz-Kreislauf-Risiko beeinflussen
Statine werden häufig eingesetzt, um den Spiegel des sogenannten LDL-Cholesterins zu senken. Die Medikamente hemmen ein bestimmtes Enzym in der Leber, das an der körpereigenen Produktion von Cholesterin beteiligt ist.
Das wichtigste Ziel der Therapie besteht darin, das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu reduzieren. Besonders relevant ist dies für Menschen mit Typ-2-Diabetes, da die Erkrankung mit einem erhöhten Risiko für Gefäßschäden verbunden ist.
Nun haben Wissenschaftler einen weiteren möglichen Zusammenhang festgestellt: Bei Diabetespatienten, die Statine einnahmen, wurde im Beobachtungszeitraum seltener eine Demenz diagnostiziert.
Studie untersuchte mehr als 132.000 Menschen
Für die Analyse wurden Daten aus dänischen Gesundheitsregistern ausgewertet. Insgesamt untersuchten die Forscher Informationen von 132.585 Menschen, die zunächst keine Statine einnahmen und bei denen später Typ-2-Diabetes diagnostiziert wurde.
Die Teilnehmer wurden bis 2021 beobachtet. Für die Auswertung teilten die Wissenschaftler sie danach ein, wann nach der Diabetesdiagnose eine Behandlung mit Statinen begonnen wurde.
Eine Gruppe erhielt in den ersten fünf Jahren nach der Diagnose keine Statine. Bei einer zweiten Gruppe begann die Behandlung innerhalb des ersten Jahres. In der dritten Gruppe wurde die Therapie später, jedoch innerhalb von fünf Jahren nach der Diabetesdiagnose, eingeleitet.
Früher Therapiebeginn mit 15 Prozent geringerem Demenzrisiko verbunden
Der deutlichste Unterschied zeigte sich bei Patienten, die bereits innerhalb des ersten Jahres nach der Diagnose von Typ-2-Diabetes mit der Einnahme von Statinen begonnen hatten.
Im Vergleich zu Menschen ohne entsprechende Therapie war ihr Zehn-Jahres-Risiko für eine Demenzerkrankung um rund 15 Prozent niedriger.
Auch bei einem späteren Beginn der Behandlung zeigte sich ein Unterschied. Hier lag das Demenzrisiko etwa zehn Prozent niedriger.
Damit war der statistische Zusammenhang bei einem frühen Beginn der Statintherapie am stärksten ausgeprägt.
Warum Patienten mit Typ-2-Diabetes besonders im Fokus stehen
Typ-2-Diabetes und ein erhöhter LDL-Cholesterinspiegel gehören zu den Faktoren, die das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen können. Veränderungen und Schäden an den Blutgefäßen werden zudem als ein Faktor betrachtet, der mit der Entstehung kognitiver Beeinträchtigungen zusammenhängen kann.
Deshalb untersuchten die Wissenschaftler gezielt Patienten, bei denen Diabetes mit erhöhten Cholesterinwerten beziehungsweise entsprechenden kardiovaskulären Risiken zusammentreffen kann.
Die Ergebnisse zeigen: Ein früher Beginn der Statintherapie nach einer Diabetesdiagnose ist statistisch mit einer geringeren Häufigkeit späterer Demenzerkrankungen verbunden.
Ergebnisse beweisen keinen direkten Schutz vor Demenz
Die Autoren weisen auf eine wichtige Einschränkung hin: Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie. Die Wissenschaftler werteten bereits vorhandene Gesundheitsdaten aus und teilten die Patienten nicht nach dem Zufallsprinzip verschiedenen Behandlungsgruppen zu.
Der festgestellte Zusammenhang beweist daher nicht, dass Statine unmittelbar vor Demenz schützen. Faktoren wie der allgemeine Gesundheitszustand, der Lebensstil, Begleiterkrankungen oder weitere Medikamente könnten die Ergebnisse ebenfalls beeinflusst haben.
Um einen direkten ursächlichen Zusammenhang nachzuweisen, sind weitere Untersuchungen erforderlich.
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