Seit dem Frühjahr 2026 wurden in Europa 1.569 Infektionen mit dem West-Nil-Virus registriert. Dabei handelt es sich um lokal erworbene Infektionen – die Betroffenen haben sich also nicht auf Auslandsreisen angesteckt. Die meisten Erkrankungen wurden in Italien, Griechenland und Spanien gemeldet. Fälle gibt es zudem in Deutschland, Frankreich, Rumänien und weiteren europäischen Ländern. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf stern.
Wo in Europa die meisten Fälle registriert wurden
Nach dem Stand vom 23. September entfällt die höchste Zahl der Infektionen auf Italien. Dort wurden rund 696 der insgesamt 1.569 erfassten Fälle gemeldet.
Danach folgen:
- Griechenland – 355 Fälle;
- Spanien – 125;
- Frankreich – 102;
- Rumänien – 91;
- Nordmazedonien – 69;
- Serbien – 46.
Besondere Aufmerksamkeit gilt auch den Niederlanden. Dort wurde ein Cluster mit 28 Infektionen festgestellt.
In Italien hat sich das Virus inzwischen über große Teile des Landes ausgebreitet. Auffällige Infektionsschwerpunkte wurden unter anderem in den Regionen um Rom, Padua und Mailand festgestellt.
In Spanien ist die geografische Verbreitung bislang stärker begrenzt. Dort wurden Infektionen vor allem in der südwestlichen Region Extremadura sowie im Westen Andalusiens registriert.
West-Nil-Virus in Deutschland
In Deutschland wurden nach den vorliegenden Daten vier Erkrankungsfälle registriert. Ein Fall wurde in Rheinland-Pfalz festgestellt, ein weiterer in Leipzig. Zwei Infektionen wurden in Berlin bestätigt.
Damit liegt die Zahl der registrierten Fälle in Deutschland weiterhin deutlich unter den Werten der besonders betroffenen Länder Südeuropas.
Fallzahlen nähern sich hohen Werten früherer Jahre
Die Zahl der 2026 registrierten Infektionen liegt bereits über den jeweiligen Gesamtzahlen mehrerer zurückliegender Jahre.
Im Jahr 2025 wurden europaweit 1.112 Fälle gemeldet, 2024 waren es 1.436. Auch 2022 wurden mit 1.339 Infektionen vergleichsweise hohe Fallzahlen verzeichnet.
Den bisherigen Höchststand hält weiterhin das Jahr 2018. Damals wurden in Europa insgesamt 2.083 Fälle des West-Nil-Virus registriert.
Bis zum 3. September 2026 wurden den Gesundheitsbehörden 61 Todesfälle im Zusammenhang mit den gemeldeten Infektionen übermittelt. 49 davon entfielen auf Italien und Griechenland.
Wie wird das West-Nil-Virus übertragen?
Der natürliche Übertragungszyklus des Virus findet hauptsächlich zwischen Wildvögeln und Stechmücken statt. Mücken können sich beim Blutsaugen an infizierten Vögeln anstecken und das Virus anschließend auf Menschen und andere Säugetiere übertragen.
Bei den meisten Infizierten entwickelt sich keine schwere Erkrankung. Bei etwa 20 Prozent tritt das sogenannte West-Nil-Fieber auf. Die Beschwerden können denen eines grippalen Infekts ähneln.
Nur etwa einer von 100 Infizierten entwickelt einen schweren Krankheitsverlauf. Bei diesen Patienten können vergleichsweise häufig längerfristige gesundheitliche Folgen auftreten.
West-Nil-Virus in Europa 2026: Infektionen und Todesfälle
Ende September konzentrieren sich die meisten bestätigten Fälle auf Länder in Süd- und Südosteuropa, insbesondere auf Italien und Griechenland. Das Virus wird hauptsächlich durch infizierte Stechmücken auf den Menschen übertragen, während ein Großteil der Infektionen ohne schweren Krankheitsverlauf bleibt.
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