Wissenschaftler haben einen neuen Bluttest zur Früherkennung von Bauchspeicheldrüsenkrebs entwickelt – einer Erkrankung, die häufig erst diagnostiziert wird, wenn sich der Tumor bereits ausgebreitet hat. Der Test mit dem Namen Panxeon untersucht mehrere biologische Marker gleichzeitig und soll Hinweise auf einen möglichen bösartigen Prozess liefern. In einer internationalen Studie mit fast 1.800 Teilnehmern erkannte das Verfahren Bauchspeicheldrüsenkrebs im Stadium 1 und 2 in nahezu 87 Prozent der Fälle. Die Entwickler betrachten den Test derzeit jedoch als ergänzendes diagnostisches Instrument und nicht als Ersatz für bestehende Untersuchungsmethoden. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf welt.
Wie der neue Bluttest Bauchspeicheldrüsenkrebs erkennt
Eine der größten Herausforderungen bei der Diagnose von Bauchspeicheldrüsenkrebs besteht darin, dass die Erkrankung in frühen Stadien häufig keine eindeutigen Beschwerden verursacht. Dadurch wird der Tumor bei vielen Patienten erst entdeckt, wenn die Behandlungsmöglichkeiten bereits eingeschränkt sind.
Der von einem internationalen Forschungsteam entwickelte Panxeon-Test soll Hinweise auf die Erkrankung anhand einer Blutprobe erkennen. An der Untersuchung nahmen fast 1.800 Menschen aus den USA, Europa und Asien teil.
Bei Bauchspeicheldrüsenkrebs im Stadium 1 und 2 erreichte der Test eine Sensitivität von rund 87 Prozent. Damit könnte die Untersuchung künftig dazu beitragen, Personen früher zu identifizieren, bei denen weiterführende diagnostische Untersuchungen erforderlich sind.
Welche Werte der Panxeon-Test untersucht
Das Verfahren basiert auf der gleichzeitigen Analyse von drei unterschiedlichen biologischen Signalen. Statt sich auf einen einzelnen Wert zu stützen, kombiniert der Test mehrere Marker, die mit Veränderungen bei der Entstehung eines Tumors in Verbindung stehen.
Untersucht werden:
- frei zirkulierende Mikro-RNAs;
- Mikro-RNAs aus sogenannten Exosomen;
- der Proteinmarker CA19-9.
Aus den Ergebnissen dieser drei Messungen wird anschließend ein kombinierter Risikowert berechnet. Dadurch können mehrere biologische Vorgänge berücksichtigt werden, anstatt die Einschätzung ausschließlich auf einen einzelnen Tumormarker zu stützen.
Bluttest kann auch Krebsvorstufen erkennen
Die Forscher untersuchten außerdem, ob Panxeon nicht nur bereits vorhandenen Bauchspeicheldrüsenkrebs, sondern auch bestimmte Zellveränderungen erkennen kann, die als mögliche Vorstufen einer Krebserkrankung gelten.
Hochgradige Dysplasien wurden in mehr als 64 Prozent der Fälle erkannt. Diese Fähigkeit könnte insbesondere bei der Überwachung von Patienten mit bestimmten Zysten der Bauchspeicheldrüse relevant sein, bei denen ein erhöhtes Risiko für weitere krankhafte Veränderungen besteht.
Ein auffälliges Testergebnis stellt dabei noch keine eigenständige Krebsdiagnose dar, sondern kann Anlass für weiterführende Untersuchungen sein.
Warum der Bluttest CT und andere Untersuchungen noch nicht ersetzt
Trotz der hohen Sensitivität bei frühen Stadien kann der Test auch falsch-positive Ergebnisse liefern. Bei Teilnehmern aus Gruppen mit niedrigem Erkrankungsrisiko trat dies in etwa drei Prozent der Fälle auf.
In Hochrisikogruppen lag der Anteil falsch-positiver Ergebnisse höher. Ein positives Testergebnis allein reicht deshalb nicht aus, um Bauchspeicheldrüsenkrebs sicher zu diagnostizieren.
Panxeon wird derzeit vor allem als ergänzendes diagnostisches Instrument betrachtet. Nach einem auffälligen Ergebnis können bildgebende Verfahren und weitere Untersuchungen notwendig sein, um einen Tumor zu bestätigen oder auszuschließen.
Was weitere Studien noch klären müssen
Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass der Bluttest Hinweise auf Bauchspeicheldrüsenkrebs bereits in frühen Stadien erkennen kann. Für einen breiten Einsatz in der medizinischen Praxis müssen jedoch weitere Fragen untersucht werden.
Insbesondere muss geklärt werden, ob der Einsatz des Tests tatsächlich zu einer früheren Behandlung führt und ob sich dadurch die Überlebenschancen der Patienten verbessern. Zudem ist zu untersuchen, für welche Risikogruppen der Test besonders geeignet ist und wie er sinnvoll mit bestehenden Diagnoseverfahren kombiniert werden kann.
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