Mit Beginn der kalten Jahreszeit steigt in Deutschland wieder die Zahl der Atemwegsinfektionen. Vor diesem Hintergrund hat die Ständige Impfkommission (STIKO) ihre Empfehlungen zum Schutz vor COVID-19 angepasst. Eine der wichtigsten Änderungen betrifft das Alter: Die regelmäßige Impfung richtet sich nun vor allem an Menschen ab 75 Jahren. Zuvor galt die entsprechende Empfehlung für eine breitere Altersgruppe. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf web.de.
Wem die Corona-Impfung im Herbst 2026 empfohlen wird
In ihren aktualisierten Empfehlungen konzentriert sich die STIKO vor allem auf Menschen, bei denen eine Infektion mit dem Coronavirus mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf verbunden ist.
Neben Personen ab 75 Jahren wird die Corona-Impfung auch Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen und gesundheitlichen Risikofaktoren empfohlen. Das Alter ist dabei nicht das einzige Kriterium. Entscheidend ist auch das individuelle Risiko für Komplikationen.
Zu den Gruppen, für die eine Impfung empfohlen werden kann, gehören außerdem:
- Patienten mit einem erhöhten Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf;
- Beschäftigte in Krankenhäusern, Kliniken und Pflegeeinrichtungen, die regelmäßig Kontakt zu besonders gefährdeten Menschen haben;
- Schwangere mit einem erhöhten Risiko aufgrund bestehender Grunderkrankungen;
- Personen mit engem Kontakt zu Menschen, bei denen von einer deutlich eingeschränkten Immunabwehr auszugehen ist.
Damit sind die STIKO-Empfehlungen zur COVID-19-Impfung für die Saison 2026 stärker auf den Schutz besonders gefährdeter Bevölkerungsgruppen ausgerichtet.
Welche Coronavirus-Varianten derzeit zirkulieren
Die Hersteller passen ihre Impfstoffe weiterhin an die aktuell zirkulierenden Varianten von SARS-CoV-2 an. Im Mittelpunkt stehen dabei unter anderem die Varianten LP.8.1 und XFG, die beide zur Omikron-Linie gehören.
Die Unterschiede zwischen den beiden Varianten gelten nicht als so groß, dass grundsätzlich unterschiedliche Impfstrategien notwendig wären. Es wird davon ausgegangen, dass ein an eine dieser Varianten angepasster Impfstoff auch eine Immunantwort gegen die jeweils andere Variante hervorrufen kann.
Bei der COVID-19-Impfung in Deutschland steht deshalb nicht ausschließlich die Anpassung an eine einzelne Virusvariante im Vordergrund. Entscheidend ist vor allem ein aktueller Immunschutz bei Menschen mit erhöhtem Risiko.
Kann man sich gleichzeitig gegen COVID-19 und Grippe impfen lassen?
Im Herbst gewinnt diese Frage besonders an Bedeutung, weil gleichzeitig die saisonale Grippeimpfung beginnt.
Eine Corona-Impfung kann mit anderen Impfungen kombiniert werden. Dazu gehören unter anderem Impfungen gegen:
- saisonale Influenza;
- das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV);
- Keuchhusten.
Werden mehrere Impfungen bei einem Termin verabreicht, erfolgen die Injektionen an unterschiedlichen Stellen. Dadurch kann der Impfschutz gegen mehrere Atemwegserkrankungen aufgebaut werden, ohne dass dafür zusätzliche Arzttermine notwendig sind.
Wo kann man sich in Deutschland gegen Corona impfen lassen?
Die COVID-19-Impfung wird vor allem in Hausarztpraxen angeboten. Darüber hinaus können auch bestimmte Facharztpraxen, Betriebsärzte und teilnehmende Apotheken Impfungen durchführen.
Gehört eine Impfung zu den offiziellen Empfehlungen der STIKO, werden die Kosten in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Bei privaten Krankenversicherungen hängt die Kostenübernahme von den jeweiligen Versicherungsbedingungen ab.
Menschen mit chronischen Erkrankungen oder anderen gesundheitlichen Risikofaktoren können vor der Impfung mit ihrem Arzt klären, ob für sie nach den aktuellen Empfehlungen eine Impfindikation besteht.
COVID-19 in Deutschland befindet sich in der endemischen Phase
Seit Beginn der Ausbreitung von SARS-CoV-2 hat ein großer Teil der Bevölkerung in Deutschland durch Impfungen, Infektionen oder eine Kombination aus beidem eine Immunität aufgebaut.
Dadurch unterscheidet sich die epidemiologische Situation deutlich von den ersten Jahren der Pandemie. Das Immunsystem vieler Menschen ist bereits mit dem Virus in Kontakt gekommen, wodurch das Risiko schwerer Krankheitsverläufe bei späteren Infektionen reduziert werden kann.
Gleichzeitig zirkuliert das Coronavirus weiterhin in der Bevölkerung und tritt neben anderen Erregern von Atemwegsinfektionen auf. Seit mehreren Jahren dominieren unterschiedliche Untervarianten der Omikron-Linie.
Zur Beobachtung der Virusaktivität wird weiterhin das Abwasser-Monitoring genutzt. Die genaue Zahl der Infektionen lässt sich allerdings schwieriger bestimmen als während der Pandemie. Umfangreiche Tests finden nicht mehr im früheren Ausmaß statt, und längst nicht jede COVID-19-Infektion wird offiziell erfasst.
Lesen Sie auch: Hohe Coronavirus-Konzentration im Abwasser: Virologin rät zur Impfung
