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    Startseite»Nachrichten»Fünf beschädigte Leitungen: Das ist über den Blackout im Südwesten Berlins bekannt
    Nachrichten

    Fünf beschädigte Leitungen: Das ist über den Blackout im Südwesten Berlins bekannt

    Nach einem gezielten Brandanschlag sind in Berlin Hochspannungskabel beschädigt. Rund 35.000 Menschen sind ohne Strom, die Reparaturen dauern an
    4 Januar 2026Lesedauer: 3 MinutenKarl HartmannKarl Hartmann
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    Nach einem gezielten Brandanschlag sind in Berlin Hochspannungskabel beschädigt. Rund 35.000 Menschen sind ohne Strom, die Reparaturen dauern an
    Nach einem gezielten Brandanschlag sind in Berlin Hochspannungskabel beschädigt. Rund 35.000 Menschen sind ohne Strom, die Reparaturen dauern an
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    Der großflächige Stromausfall im Südwesten Berlins hat sich als deutlich gravierender erwiesen als der massive Netzausfall Anfang September. Nach stundenlangen Beratungen im Krisenstab des Netzbetreibers wurde das volle Ausmaß der Schäden deutlich. Nach Einschätzung der zuständigen Stellen sind dieses Mal deutlich mehr Teile der Infrastruktur betroffen. Beim Ausfall im September waren rund 50.000 Haushalte sowie der Technologiepark Adlershof betroffen, die Stromversorgung wurde damals nach zweieinhalb Tagen wiederhergestellt. Die aktuelle Situation ist aufgrund des Schadensbildes und der technischen Rahmenbedingungen deutlich komplexer.

    Viele Anwohner verbrachten die erste Nacht ohne Strom in Kälte und Dunkelheit. In mehreren Stadtteilen fielen Heizungen, Aufzüge und die Straßenbeleuchtung aus. Besonders angespannt war die Lage in Lichterfelde, wo es zusätzlich zu Einschränkungen im öffentlichen Verkehr und bei Betrieben kam. Die städtischen Einsatzkräfte arbeiteten im Dauereinsatz.

    Warum der aktuelle Ausfall schwerer wiegt

    Der entscheidende Unterschied liegt in der Anzahl und Art der beschädigten Leitungen. Durch den Brandanschlag wurden fünf Hochspannungskabel zerstört, während es bei früheren Vorfällen lediglich zwei waren. Diese Leitungen haben einen Durchmesser von rund zehn Zentimetern und können nur bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt repariert werden. Zusätzlich wurden zehn Mittelspannungskabel beschädigt, deren Instandsetzung technisch weniger aufwendig ist.

    In einzelnen Bereichen konnten dennoch erste Fortschritte erzielt werden. In Lichterfelde wurde die Stromversorgung schrittweise für etwa 7.000 Haushalte und rund 150 Betriebe wiederhergestellt. Die Arbeiten dauerten bis in die frühen Morgenstunden des Sonntags an. Für den Großteil der betroffenen Gebiete bleibt die Versorgung jedoch weiterhin unterbrochen.

    Stromnetz und Schutzmaßnahmen

    Das Berliner Stromnetz umfasst rund 35.000 Kilometer Leitungen, von denen etwa 99 Prozent unterirdisch verlegt sind. Der Senat hatte kürzlich eine sogenannte Resilienzstrategie beschlossen, die den weiteren Ausbau und die Absicherung der Netzinfrastruktur vorsieht. Ziel ist es, zusätzliche Versorgungswege zu schaffen, um bei Störungen schneller reagieren zu können.

    Ein solches Konzept ist bereits im Bereich Adlershof umgesetzt, wo eine zweite Leitung die Stromversorgung auch bei Teilausfällen sicherstellt. Der aktuelle Vorfall zeigt jedoch, dass selbst unterirdische Netze bei gezielten Angriffen verwundbar bleiben.

    Vorgehen der Täter

    Nach Angaben der Behörden wurden Brandvorrichtungen direkt unter den Kabeln platziert. Diese erzeugten eine langanhaltende Hitzeentwicklung und offenes Feuer, was zu schweren Schäden an den Leitungen führte. Fachleute gehen davon aus, dass handelsübliche pyrotechnische Mittel hierfür nicht ausgereicht hätten.

    Eine linksextremistische Gruppierung mit dem Namen „Vulkan“ bekannte sich zu der Tat. Die Sicherheitsbehörden prüfen derzeit die Echtheit des Bekennerschreibens, stufen es jedoch als plausibel ein. Vergleichbare Gruppierungen werden in Berichten der Sicherheitsbehörden als Akteure beschrieben, deren Aktionen spürbare Auswirkungen auf das öffentliche Leben haben können.

    Reparaturarbeiten und weitere Schritte

    Die Wiederherstellung der Stromversorgung gestaltet sich technisch anspruchsvoll. Auf dem Gelände einer Umspannstation muss ein großflächiger Aushub vorgenommen werden, um Hochspannungskabel unterschiedlicher Bauart miteinander zu verbinden. Dabei handelt es sich um Kunststoff- und ölgefüllte Leitungen, die unter strengsten Reinheitsbedingungen gekoppelt werden müssen.

    Die Arbeiten erfordern das präzise Zusammenführen verschiedener Träger- und Kühlsysteme mittels spezieller Verbindungen. Nach aktuellem Stand sollen die Reparaturen mindestens bis Donnerstagnachmittag andauern. Rund 35.000 Berlinerinnen und Berliner sind weiterhin ohne Strom. Parallel prüfen die Bezirke, in welchem Umfang Schulen und öffentliche Einrichtungen in den kommenden Tagen nur eingeschränkt arbeiten können.

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    Karl Hartmann

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