Die norwegische Prinzessin Märtha Louise und ihr Ehemann Durek Verrett haben in den USA ein umfangreiches Gerichtsverfahren eingeleitet. Das Paar wandte sich an ein Gericht im Los Angeles County und erhob Klage gegen mehrere Personen aus Verretts früherem Umfeld. Dabei geht es um Vorwürfe der Verleumdung, die Verbreitung rufschädigender Aussagen sowie mutmaßliche Verstöße gegen Vertraulichkeitsvereinbarungen. Die geltend gemachten Forderungen belaufen sich insgesamt auf mehr als 80 Millionen US-Dollar. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf stern.
Märtha Louise und Durek Verrett ziehen in den USA vor Gericht
Die Klage wurde im Namen von Märtha Louise, Durek Verrett und dessen US-Unternehmen Ohana Productions LLC eingereicht. Als Beklagte werden vier Personen genannt, die früher persönliche oder geschäftliche Beziehungen zu Verrett unterhielten.
Dazu gehören seine Halbschwester, ein ehemaliger Partner, ein früherer Manager und Geschäftspartner sowie ein ehemaliger Freund, der ebenfalls geschäftlich mit Verrett verbunden war. Darüber hinaus werden in den Gerichtsunterlagen zehn weitere bislang nicht identifizierte Personen oder Parteien aufgeführt.
Die Kläger werfen den Beklagten vor, falsche Aussagen verbreitet zu haben, die ihrem Ruf geschadet haben sollen. Zwei der Beklagten sollen zudem gegen Vereinbarungen zur Geheimhaltung vertraulicher Informationen verstoßen haben.
Was Märtha Louise und Durek Verrett den Beklagten vorwerfen
In den Gerichtsunterlagen werden die mutmaßlichen Handlungen der Beklagten als vorsätzlicher Vertrauensbruch dargestellt. Nach Angaben der Kläger entwickelte sich der Konflikt über mehrere Jahre und verschärfte sich insbesondere 2025 und 2026.
Das Paar erklärt, die Verbreitung negativer Informationen sei in eine ohnehin schwierige persönliche Phase gefallen. Verrett hatte mit erheblichen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, musste sich einer Dialysebehandlung unterziehen und erhielt später eine Nierentransplantation.
Die Kläger machen geltend, dass die Äußerungen ehemaliger Weggefährten nicht nur ihrem persönlichen Ruf, sondern auch ihren beruflichen und geschäftlichen Aktivitäten erheblich geschadet hätten.
Durek Verretts Einnahmen sollen um 96 Prozent eingebrochen sein
Ein zentraler Bestandteil der Klage betrifft die finanziellen Folgen der mutmaßlichen Rufschädigung. Den Gerichtsunterlagen zufolge gingen die Einnahmen in bestimmten Geschäftsbereichen Verretts um 96 Prozent zurück.
Die Kläger führen dies unter anderem darauf zurück, dass bezahlte öffentliche Auftritte nahezu vollständig weggefallen seien. Verrett habe darüber hinaus mögliche Fernsehprojekte, Werbeverträge, Sponsoringvereinbarungen und weitere geschäftliche Möglichkeiten verloren.
Auch Märtha Louise macht einen finanziellen Schaden geltend. Nach Darstellung der Kläger habe die negative Berichterstattung ihren kommerziellen Wert beeinträchtigt und dazu geführt, dass sie weniger berufliche Angebote erhalten habe.
Wie viel Geld Märtha Louise und Durek Verrett fordern
Die finanziellen Forderungen verteilen sich auf drei Kläger. Durek Verrett verlangt mehr als 30 Millionen US-Dollar Schadenersatz. Märtha Louise fordert mehr als 20 Millionen US-Dollar. Weitere mehr als 30 Millionen US-Dollar werden von Ohana Productions geltend gemacht.
Einzelne Forderungen könnten sich allerdings teilweise überschneiden. Wie hoch eine mögliche Entschädigung tatsächlich ausfallen könnte, hängt daher davon ab, welche Ansprüche das Gericht anerkennt und in welchem Umfang ihnen stattgegeben wird.
Das Management von Märtha Louise bestätigte die Einreichung der Klage. Die US-Anwälte des Paares erklärten, dass die Vorwürfe und die Hintergründe des Konflikts nun vor Gericht geprüft werden sollen.
Welche Rolle frühere Berichte über Durek Verrett spielen
Ein Teil der Vorwürfe steht im Zusammenhang mit Informationen, die zuvor in skandinavischen Medien veröffentlicht worden waren. Dabei ging es unter anderem um schwerwiegende Anschuldigungen gegen Verrett sowie um Berichte über sein Privatleben.
Bereits 2025 hatte sich Verrett wegen der Veröffentlichung eines intimen Fotos sowie eines Beitrags mit Gewaltvorwürfen an das zuständige norwegische Selbstkontrollorgan der Presse gewandt. In beiden Fällen wurde die betreffende Redaktion gerügt.
Bei der Prüfung der Berichterstattung über die Gewaltvorwürfe spielte insbesondere eine Rolle, dass schwerwiegende Anschuldigungen auf den Aussagen einer einzigen Quelle beruhten.
Warum die Klage in einer schwierigen Zeit eingereicht wurde
Das Gerichtsverfahren fällt nach Darstellung der Kläger in eine für die Familie belastende Phase. Aus den Gerichtsunterlagen geht hervor, dass der Zeitpunkt der Klage nicht gewählt worden sei, um den Konflikt unmittelbar öffentlich auszutragen. Entscheidend seien vielmehr geltende rechtliche Fristen gewesen.
Die Vertreter des Paares erklären, Märtha Louise und Verrett hätten sich unter anderen Umständen lieber auf ihre Familie, ihre Gesundheit und die persönliche Erholung konzentriert. Um ihre rechtlichen Ansprüche nicht zu verlieren, sei eine fristgerechte Klage jedoch notwendig gewesen.
Die Klageschrift einschließlich der dazugehörigen Anlagen umfasst insgesamt 242 Seiten.
Wann das Verfahren in Los Angeles weitergeht
Die Kläger beantragen, dass jene Teile des Verfahrens, für die dies rechtlich vorgesehen ist, vor einer Jury verhandelt werden.
Eine erste Besprechung zur weiteren Planung des Verfahrens ist für Dezember 2026 in Los Angeles vorgesehen. Dabei sollen unter anderem der weitere Zeitplan und verschiedene verfahrensrechtliche Fragen geklärt werden.
Verretts Halbschwester wollte die Vorwürfe zunächst nicht öffentlich kommentieren. Stellungnahmen der übrigen Beklagten zu den konkreten Anschuldigungen lagen zum Zeitpunkt des Bekanntwerdens der Klage ebenfalls nicht vor.
Märtha Louise und Durek Verrett: Verleumdungsklage könnte zu großem Verfahren in Los Angeles werden
Der Rechtsstreit umfasst Vorwürfe wegen mutmaßlicher Verleumdung, Verletzung der Vertraulichkeit und finanzieller Schäden. Als Kläger treten Märtha Louise, Durek Verrett und Ohana Productions auf. Die von ihnen geltend gemachten Forderungen erreichen zusammen einen zweistelligen Millionenbetrag.
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