Das Konzert des belarussischen Musikers Max Korzh in Frankfurt am Main wurde von dreitägigen Fanversammlungen, unerlaubter Pyrotechnik und zahlreichen Polizeieinsätzen begleitet. Bereits zwei Tage vor dem Auftritt versammelten sich Tausende Anhänger des Künstlers an verschiedenen Orten der Stadt. Dabei wurden Feuerwerkskörper gezündet, Hunderte rote Bengalos abgebrannt und zeitweise Straßen blockiert. Nach Angaben der Polizei wurden insgesamt 63 Menschen vorübergehend festgenommen und zahlreiche Platzverweise ausgesprochen. Das eigentliche Konzert am Samstag, dem 10. Oktober 2026, besuchten rund 27.000 Zuschauer. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf hessenschau.
Erste Ausschreitungen bereits zwei Tage vor dem Konzert
Die ersten größeren Fanansammlungen fanden am Donnerstagabend, dem 8. Oktober, statt. Rund 500 Anhänger von Max Korzh versammelten sich auf der Einkaufsstraße Zeil in der Frankfurter Innenstadt. Die Fans hörten laute Musik, tanzten und bildeten sogenannte Moshpits, bei denen sich Teilnehmer gegenseitig anrempeln.
Die Situation verschärfte sich, als aus der Menschenmenge wiederholt Feuerwerkskörper gezündet wurden. Die Polizei forderte die Anwesenden mehrfach auf, den unerlaubten Einsatz von Pyrotechnik einzustellen. Gegen Mitternacht lösten die Einsatzkräfte die Versammlung schließlich auf.
Am folgenden Tag nahm das Ausmaß der nicht genehmigten Feierlichkeiten deutlich zu.
Rund 2.000 Fans feiern mit Pyrotechnik am Main
Am Freitag, dem 9. Oktober, versammelten sich etwa 2.000 Anhänger des Musikers im Hafenpark am Main. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei hatten sich die Teilnehmer offenbar über soziale Netzwerke zu dem Treffen verabredet.
Während der Veranstaltung wurden zahlreiche Feuerwerkskörper gezündet und rote Bengalos abgebrannt. Durch den Einsatz der Pyrotechnik entstanden gefährliche Situationen innerhalb der dicht gedrängten Menschenmenge. Einige Teilnehmer waren nach Polizeiangaben erheblich alkoholisiert.
Ein betrunkener Mann stürzte während der Feierlichkeiten in den Main. Er konnte sich selbstständig ans Ufer retten und wurde anschließend vor Ort von Rettungskräften medizinisch versorgt.
Die Polizei forderte die Feiernden über Lautsprecherdurchsagen auf, den Hafenpark zu verlassen. Mehrere Hundert Menschen zogen daraufhin zu einer nahe gelegenen Fußgängerbrücke. Dort entzündeten sie gleichzeitig Hunderte rote Bengalos und sangen lautstark.
Als Polizeikräfte eintrafen, flüchtete ein Teil der Gruppe zu Fuß. Später versammelten sich erneut etwa 500 Fans in Alt-Sachsenhausen und setzten ihre Feier mit weiterer Pyrotechnik fort.
In derselben Nacht blockierten außerdem rund 50 vermummte Personen eine Straße in der Nähe des Deutsche Bank Parks.
Polizei verbietet geplanten Fanmarsch zum Stadion
Aufgrund der Vorfälle an den beiden vorherigen Tagen untersagte die Polizei einen für Samstag geplanten Fanmarsch zum Stadion.
Die Einsatzkräfte verstärkten ihre Präsenz in mehreren Stadtteilen und kontrollierten die Zugangswege zum Veranstaltungsort. Zwar versammelten sich weiterhin kleinere Fangruppen an verschiedenen Stellen in Frankfurt, doch die Polizei schritt nach eigenen Angaben gegen erneute Versuche ein, Feuerwerkskörper zu zünden.
Besonders intensiv fielen die Sicherheitskontrollen an den Eingängen zum Deutsche Bank Park aus. Dabei stellten die Beamten eine größere Menge pyrotechnischer Gegenstände sicher, die nicht ins Stadion mitgenommen werden durften.
Trotz der verschärften Kontrollen gelang es einzelnen Konzertbesuchern, während des Auftritts Bengalos zu entzünden. Die betroffenen Personen mussten das Stadion verlassen.
63 Festnahmen und 25 Konzertverbote
Im Zusammenhang mit den Ereignissen rund um das Konzert nahm die Polizei insgesamt 63 Personen vorübergehend fest. Zu den Gründen für das Einschreiten gehörten Verstöße gegen die öffentliche Ordnung, unerlaubter Einsatz von Pyrotechnik, körperliche Auseinandersetzungen und Widerstand gegen Polizeibeamte.
Darüber hinaus erteilten die Einsatzkräfte zahlreiche Platzverweise, um weitere Menschenansammlungen und gefährliche Situationen zu verhindern.
Insgesamt 25 Personen wurde der Besuch des Konzerts untersagt. Die Polizei registrierte außerdem Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Fangruppen.
Die eigentliche Konzertveranstaltung verlief für den Großteil der Besucher dagegen weitgehend friedlich. Rund 27.000 Menschen verfolgten den Auftritt von Max Korzh im Deutsche Bank Park. Nach Angaben der Polizei wurden während des Konzerts keine Verletzten gemeldet.
Warum Max Korzh Tausende Fans nach Frankfurt lockte
Max Korzh gehört zu den bekanntesten Musikern aus Belarus und verfügt insbesondere in Osteuropa über eine große Fangemeinde. Seine Musik verbindet Rap, Hip-Hop, Pop und elektronische Elemente.
Charakteristisch für seine Auftritte sind große Fanversammlungen, gemeinsames Singen und eine intensive Konzertatmosphäre. Auch Bengalos und andere pyrotechnische Effekte spielen bei den Feierlichkeiten seiner Anhänger immer wieder eine Rolle. In Deutschland unterliegt der Einsatz solcher Gegenstände im öffentlichen Raum allerdings strengen Sicherheitsvorschriften.
Nach Beginn des russischen Großangriffs auf die Ukraine positionierte sich der Musiker öffentlich gegen den Krieg. Seine Auftrittsmöglichkeiten in Russland und Belarus sind seitdem eingeschränkt, weshalb zahlreiche größere Konzerte im Ausland stattfinden.
Zum Auftritt in Frankfurt reisten Fans aus verschiedenen europäischen Ländern an.
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