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    Nachrichten

    AIDAperla reißt sich los: Gangways stürzen ins Wasser

    Sturm reißt die AIDAperla in Le Havre vom Kai: Das Schiff rammt die Pier, Gangways stürzen ins Wasser und Hunderte Passagiere warten an Land.
    9 September 2026Lesedauer: 4 MinutenKarl HartmannKarl Hartmann
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    Sturm reißt die AIDAperla in Le Havre vom Kai: Das Schiff rammt die Pier, Gangways stürzen ins Wasser und Hunderte Passagiere warten an Land.
    Sturm reißt die AIDAperla in Le Havre vom Kai: Das Schiff rammt die Pier, Gangways stürzen ins Wasser und Hunderte Passagiere warten an Land.
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    Das Kreuzfahrtschiff AIDAperla ist im französischen Hafen Le Havre in eine gefährliche Situation geraten. Am Nachmittag des 8. September rissen starke Windböen das Schiff von seinem Liegeplatz. Anschließend trieb es zeitweise unkontrolliert durch das Hafenbecken. Passagiere der Mein Schiff 3, die ihre Kreuzfahrt in Bremerhaven begonnen hatte und am benachbarten Kai lag, beobachteten den Vorfall. Dabei wurden die Gangways der AIDAperla abgerissen und stürzten ins Wasser. Verletzte gab es nach bisherigen Angaben nicht. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf nordsee-zeitung.

    Festmacherleinen halten den Windböen nicht stand

    Der Zwischenfall ereignete sich gegen 16 Uhr. Die AIDAperla lag am Kreuzfahrtterminal, als starker Wind begann, das fast 300 Meter lange Schiff vom Kai wegzudrücken. Nach ersten Informationen rissen zunächst die Festmacherleinen im vorderen Bereich.

    Der Bug bewegte sich in das Hafenbecken, während der Wind das Schiff zu drehen begann. In diesem Moment verloren die mit dem Kai verbundenen Gangways ihren Halt und stürzten ins Wasser. Videoaufnahmen von Augenzeugen zeigen, wie sich das Kreuzfahrtschiff langsam durch den Hafen bewegt und später bei einem Manöver mit dem Heck die Kaimauer berührt.

    Der französische Wetterdienst hatte vor einer erhöhten Windgefahr gewarnt. Offiziell wurden in Le Havre Böen von etwa 57 Kilometern pro Stunde gemessen. Augenzeugen berichteten allerdings von unerwarteten Sturmböen mit Geschwindigkeiten von mehr als 110 Kilometern pro Stunde. Diese Angaben wurden bislang nicht offiziell bestätigt.

    Warnung auf der Mein Schiff 3

    In unmittelbarer Nähe der AIDAperla lag die Mein Schiff 3, die sich auf einer siebentägigen Kreuzfahrt ab Bremerhaven befand. Als die AIDAperla ihren Liegeplatz verließ, wurden auf dem benachbarten Schiff Notfalldurchsagen abgespielt.

    Passagiere und Besatzungsmitglieder wurden aufgefordert, die Außendecks zu verlassen. Besondere Aufmerksamkeit galt dem Bugbereich der Mein Schiff 3, der zur AIDAperla ausgerichtet war. Einige Augenzeugen befürchteten zunächst eine Kollision der beiden Kreuzfahrtschiffe. Zwischen ihnen blieb jedoch ein ausreichender Sicherheitsabstand bestehen.

    Die Mein Schiff 3 wurde nicht beschädigt. Wegen der Situation im Hafen verzögerte sich ihre Abfahrt um ungefähr zwei Stunden. Statt wie geplant um 19 Uhr verließ das Schiff Le Havre erst gegen 21 Uhr und setzte seine Reise nach Zeebrügge fort.

    Fünf Schlepper bringen die AIDAperla zurück

    Die Hafenbehörden setzten mehrere Schlepper ein, um die AIDAperla zu stabilisieren. Sie halfen dabei, das Schiff zu drehen, seine Bewegung im Hafenbecken zu stoppen und es wieder in eine sichere Position zu bringen. Gegen 18.30 Uhr konnte der Kreuzfahrtriese erneut festgemacht werden.

    Nach Angaben von Augenzeugen waren fünf Schlepper an dem Einsatz beteiligt. Wegen der weiterhin schwierigen Wetterbedingungen hielten sie das Schiff nach dem Anlegen zusätzlich am Kai, um ein erneutes Abdriften zu verhindern.

    Der Schiffsverkehr im Hafen wurde zeitweise eingeschränkt. Die ins Wasser gestürzten Gangways stellten ein Hindernis für die Schifffahrt dar. Sie mussten zunächst gefunden und geborgen werden, bevor der Hafenbetrieb vollständig fortgesetzt werden konnte.

    Rund 500 Passagiere warten an Land

    Zum Zeitpunkt des Zwischenfalls befand sich ein Teil der AIDAperla-Passagiere auf Landausflügen. Rund 500 Menschen konnten zunächst nicht zum Schiff zurückkehren. Sie mussten zeitweise in Reisebussen vor dem Kreuzfahrtterminal warten.

    Nachdem die Leinen gerissen und die Gangways ins Wasser gefallen waren, wurde der Zugang zum Schiff gesperrt. Erst nachdem die AIDAperla wieder am Kai lag und sicher festgemacht worden war, konnte die Einschiffung fortgesetzt werden.

    Die AIDAperla bietet Platz für bis zu 4.300 Passagiere. Wie viele Menschen sich zum Zeitpunkt des Vorfalls tatsächlich an Bord befanden, wurde nicht bekannt gegeben.

    Schäden am Heck festgestellt

    Durch den Kontakt mit der Kaimauer wurde die AIDAperla im Heckbereich beschädigt. Das Kreuzfahrtschiff blieb deshalb für eine technische Untersuchung in Le Havre. An der Überprüfung sind Fachleute und die zuständigen Behörden beteiligt.

    Vor der Weiterfahrt muss das Schiff eine entsprechende Freigabe erhalten. Untersucht werden unter anderem der Zustand des Rumpfes, der Festmachereinrichtungen und weiterer Bauteile, die während des Vorfalls stark belastet worden sein könnten.

    Wegen der Überprüfung wurde der geplante Anlauf der AIDAperla im belgischen Zeebrügge gestrichen. Die Passagiere an Bord werden fortlaufend über die Änderungen informiert.

    So ändert sich die Route der AIDAperla

    Die Kreuzfahrt der AIDAperla begann am 5. September in Hamburg. Der ursprüngliche Reiseplan umfasste einen Seetag sowie Aufenthalte in Southampton, Le Havre, Zeebrügge und Rotterdam. Die Rückkehr nach Hamburg war für den 12. September vorgesehen.

    Nach dem Unfall musste das Schiff einen weiteren Tag in Le Havre bleiben. Der Halt in Zeebrügge wurde aus dem Programm gestrichen. Die Weiterfahrt nach Rotterdam hängt von den Ergebnissen der technischen Untersuchung und der Freigabe durch die zuständigen Stellen ab.

    Lesen Sie auch: Norwegen beschlagnahmt russisches Schiff vor Spitzbergen

    AIDAperla in Le Havre Gangway stürzt ins Wasser Kreuzfahrt ab Bremerhaven Sturm im Hafen Le Havre Unfall der AIDAperla
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