Cristiano Ronaldo hat das Trainingslager der portugiesischen Nationalmannschaft vorzeitig verlassen, nachdem seine Rolle im Team deutlich kleiner geworden war. Der 41 Jahre alte Stürmer erklärte seine Entscheidung zunächst nicht im Detail, kündigte jedoch an, den Fans später die Gründe für seinen Abgang zu nennen. Der Vorfall hat die Diskussion über die sportliche Zukunft des langjährigen Kapitäns im Nationalteam erneut verschärft. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf t-online.
Ronaldo will die Gründe für seinen Abgang erklären
Nach seiner Abreise aus dem Kreis der Nationalmannschaft wandte sich Ronaldo über die sozialen Medien an die portugiesischen Fans. Der Fußballer kündigte an, zu einem späteren Zeitpunkt ausführlicher über die Umstände zu sprechen, die zu seiner Entscheidung geführt haben.
Der Konflikt entstand vor dem Hintergrund seines veränderten sportlichen Status. Ronaldo stand vor der Aussicht, zum zweiten Mal in Folge zunächst auf der Ersatzbank zu sitzen. Der Trainerstab hatte sich in den vergangenen Partien zunehmend für andere Optionen im Angriff entschieden.
Ronaldo kommt auf 146 Tore in 234 Länderspielen. Damit hält er weiterhin mehrere Rekorde der portugiesischen Nationalmannschaft. In den vergangenen Jahren wurde jedoch immer häufiger darüber diskutiert, wie gut seine Spielweise noch zu den aktuellen Anforderungen des Teams passt.
Ronaldos Rolle in der Nationalmannschaft wurde zunehmend kleiner
Ein entscheidender Moment war bereits bei der Weltmeisterschaft 2022 zu beobachten. Damals verlor Ronaldo in der K.-o.-Phase seinen Platz in der Startelf. Stattdessen begann Gonçalo Ramos im Angriff. Im Achtelfinale gegen die Schweiz erzielte der jüngere Stürmer drei Tore.
Vier Jahre später entwickelte sich eine ähnliche Situation. Ramos erhielt erneut mehr Spielzeit und erzielte beim 2:1-Sieg Portugals gegen Dänemark in der Nations League den entscheidenden Treffer.
Die sportlichen Gründe für diese Entscheidungen ähnelten sich. Ronaldo agiert mit zunehmendem Alter hauptsächlich in und um den Strafraum, während Ramos der Mannschaft mehr Bewegung und Aktivität gegen den Ball bietet.
EM 2024 machte Ronaldos sinkende Torgefahr sichtbar
Bei der Europameisterschaft 2024 in Deutschland blieb Ronaldo erstmals bei einem großen internationalen Turnier ohne eigenen Treffer. Chancen waren durchaus vorhanden: Sein Expected-Goals-Wert lag bei rund 3,6.
Seine Gesamtbilanz bei großen Turnieren bleibt dennoch bemerkenswert. Ronaldo erzielte elf Tore in 27 WM-Spielen und 14 Treffer in 30 Partien bei Europameisterschaften.
Der größte Erfolg mit der portugiesischen Nationalmannschaft bleibt der EM-Titel von 2016. Im Finale gegen Frankreich musste der Kapitän bereits in der ersten Halbzeit verletzt ausgewechselt werden. Portugal gewann die Partie schließlich in der Verlängerung.
Darüber hinaus gewann Ronaldo mit Portugal die Nations League. In diesen Wettbewerben konnte der alternde Stürmer seine Qualitäten weiterhin einbringen, weil das Spielsystem ihm ermöglichte, sich stärker auf den Abschluss zu konzentrieren.
Portugal baut sein Spiel zunehmend um eine neue Generation auf
In den vergangenen Jahren haben sich mehrere Spieler im Nationalteam etabliert, die inzwischen selbst entscheidenden Einfluss auf Portugals Spiel nehmen. Dazu gehören Bruno Fernandes, Rúben Dias, João Neves und Vitinha. Im Angriff ist Gonçalo Ramos zu einem direkten Konkurrenten Ronaldos geworden.
Dadurch hat sich auch die Struktur der Mannschaft verändert. Während ein großer Teil des Offensivspiels früher auf Ronaldo zugeschnitten war, stehen dem Trainerstab inzwischen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung, den Angriff zu organisieren.
Auch das Alter des Stürmers beeinflusst seine Einsatzmöglichkeiten. Im Strafraum bleibt Ronaldo gefährlich, bei intensivem Pressing und in der Defensivarbeit kann die Mannschaft von jüngeren Angreifern jedoch andere Qualitäten erhalten.
Die WM bedeutete nicht automatisch Ronaldos Abschied
In Portugal wurde damit gerechnet, dass die Weltmeisterschaft 2026 Ronaldos letztes großes Turnier im Nationaltrikot werden könnte. Der Angreifer erzielte dort drei Tore, Portugal schied jedoch bereits im Achtelfinale aus.
Beim 0:1 gegen Spanien kam Ronaldo über 90 Minuten lediglich auf 19 Ballkontakte. Nach dem Turnier intensivierte sich deshalb erneut die Debatte darüber, welche Rolle der 41-Jährige künftig in der Nationalmannschaft spielen sollte.
Ronaldo erklärte seine internationale Karriere anschließend jedoch nicht für beendet und stand Portugal weiterhin zur Verfügung.
Trainerstab garantiert Ronaldo keinen Stammplatz mehr
Nationaltrainer Jorge Jesus hatte zuletzt deutlich gemacht, dass Ronaldos bisheriger Status nicht mehr automatisch einen Platz in der Startelf garantiert. Ob der Stürmer eingesetzt wird, sollte vielmehr vom jeweiligen Gegner und der taktischen Ausrichtung abhängen.
Die reduzierte Einsatzzeit bildete schließlich den Hintergrund für den aktuellen Konflikt. Nachdem Ronaldo das Nationalteam vorzeitig verlassen hat, ist seine weitere Zukunft im portugiesischen Trikot offen.
Der Vertrag des 41 Jahre alten Stürmers in Saudi-Arabien läuft bis zum Sommer 2027. Ronaldo selbst hat bislang nicht erklärt, ob der aktuelle Vorfall gleichzeitig das endgültige Ende seiner Karriere in der Nationalmannschaft bedeutet.
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