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    Startseite»Gesundheit»Hantavirus-Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff: Passagiere dürfen nicht an Land
    Gesundheit

    Hantavirus-Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff: Passagiere dürfen nicht an Land

    Passagiere des Kreuzfahrtschiffs Hondius dürfen nach Todesfällen und einem bestätigten Hantavirus-Fall in Kap Verde nicht an Land gehen
    5 Mai 2026Lesedauer: 4 MinutenKarl HartmannKarl Hartmann
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    Passagiere des Kreuzfahrtschiffs Hondius dürfen nach Todesfällen und einem bestätigten Hantavirus-Fall in Kap Verde nicht an Land gehen
    Passagiere des Kreuzfahrtschiffs Hondius dürfen nach Todesfällen und einem bestätigten Hantavirus-Fall in Kap Verde nicht an Land gehen
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    Die Passagiere des kleinen Kreuzfahrtschiffs Hondius dürfen in Kap Verde nicht an Land gehen, nachdem es an Bord mehrere Todesfälle und einen bestätigten Fall einer Hantavirus-Infektion gegeben hat. Das Schiff liegt derzeit im Hafen von Praia, doch die ursprünglich geplante Ausschiffung der Menschen wurde wegen medizinischer Risiken vorerst untersagt. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf welt.

    Nach Angaben von WELT TV handelt es sich um eine außergewöhnliche infektiologische Lage. Der Betreiber des Schiffes, das Unternehmen Oceanwide Expeditions, prüft eine Fortsetzung der Reise in Richtung Kanarische Inseln. Gleichzeitig wird über Kap Verde die medizinische Evakuierung von drei Personen vorbereitet.

    Schiff Hondius liegt im Hafen von Praia

    Das Kreuzfahrtschiff Hondius erreichte Kap Verde nach einer Reise, die mehrere Wochen zuvor in Argentinien begonnen hatte. An Bord befinden sich knapp 150 Passagiere sowie 61 Besatzungsmitglieder.

    Obwohl das Schiff im Hafen von Praia liegt, erhielten die Passagiere keine Erlaubnis, von Bord zu gehen. Das endgültige weitere Reiseziel steht noch nicht fest. Die Reederei teilte mit, dass eine Weiterfahrt zu den Kanarischen Inseln als eine Möglichkeit geprüft werde.

    Weitere medizinische Untersuchungen könnten nach der Ankunft des Schiffes auf den spanischen Inseln organisiert werden — etwa in Las Palmas auf Gran Canaria oder auf Teneriffa. Nach Angaben des Unternehmens könnten diese Maßnahmen unter Aufsicht der Weltgesundheitsorganisation und der niederländischen Gesundheitsbehörden stattfinden.

    Eine endgültige Bestätigung dieses Plans liegt bislang nicht vor.

    Drei Passagiere starben an Bord

    Während der Reise kam es auf dem Schiff zu mehreren Todesfällen. Nach bisherigen Informationen starben drei Passagiere der Hondius: ein älteres Ehepaar aus den Niederlanden und ein deutscher Staatsbürger.

    Oceanwide Expeditions teilte unter Berufung auf die WHO mit, dass bei einer der verstorbenen niederländischen Passagierinnen das Hantavirus nachgewiesen wurde. Ein weiterer Infektionsfall wurde bei einem Passagier bestätigt, der sich derzeit auf einer Intensivstation in Südafrika befindet.

    Auch an Bord selbst gibt es mehrere Verdachtsfälle. Nach Angaben des Unternehmens sind zwei Besatzungsmitglieder erkrankt. Ihr Zustand und die genauen Symptome wurden in der Mitteilung nicht näher erläutert.

    Trotz der angespannten Lage erklärt der Betreiber, die Atmosphäre an Bord sei ruhig. Die meisten Passagiere verhielten sich demnach besonnen und blieben insgesamt gefasst.

    Wie das Hantavirus übertragen wird

    Hantaviren können beim Menschen Fieber, schwere Atemwegssymptome und Nierenschäden verursachen. Eine Infektion steht meist im Zusammenhang mit dem Kontakt zu Ausscheidungen infizierter Nagetiere.

    Nach Angaben des Robert Koch-Instituts scheiden infizierte Nagetiere das Virus über Urin, Kot oder Speichel aus. Menschen infizieren sich in der Regel nicht durch direkten Kontakt mit dem Tier, sondern durch das Einatmen von Staub, der Partikel dieser Ausscheidungen enthält.

    Solche Situationen können etwa beim Reinigen alter Dachböden, Scheunen, Keller oder anderer Räume entstehen, in denen sich Nagetiere aufgehalten haben könnten. Auch eine Übertragung durch Bisse ist möglich.

    Für ein Kreuzfahrtschiff ist eine solche Infektionslage ungewöhnlich. Deshalb betonen Fachleute die Notwendigkeit, alle Verdachtsfälle labordiagnostisch zu bestätigen.

    Virologe spricht von einem ungewöhnlichen Fall

    Der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit bezeichnete einen solchen Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff als außergewöhnlich. Seinen Angaben zufolge handelt es sich nicht um eine Infektion, die man üblicherweise auf einem Passagierschiff erwarten würde.

    Der Experte betonte, dass ein Teil der Fälle bislang nur als Verdacht gelte. Deshalb sei die virologische Bestätigung der Diagnosen entscheidend.

    Die meisten Hantaviren werden nicht aktiv von Mensch zu Mensch übertragen. Der Mensch gilt in solchen Fällen als End- oder Fehlwirt des Virus, sodass eine relevante Weiterverbreitung zwischen Menschen normalerweise nicht stattfindet.

    Es gibt jedoch eine wichtige Ausnahme: das südamerikanische Andesvirus. Für diesen Erreger ist eine Übertragung von Mensch zu Mensch bei engem Kontakt beschrieben. Genau dieser Faktor sorgt für besondere Aufmerksamkeit, da das Schiff aus Südargentinien gestartet war.

    Warum der genaue Virustyp entscheidend ist

    Nach Einschätzung des Virologen müssen die Behörden feststellen, ob es sich tatsächlich um das Andesvirus handelt. Sollte sich dies bestätigen, müssten infizierte Personen konsequent isoliert werden. Für Menschen mit engem Kontakt zu Erkrankten wäre zudem eine strukturierte Kontaktnachverfolgung notwendig.

    Die Inkubationszeit einer Hantavirus-Infektion kann je nach Virustyp und Infektionsweg von wenigen Tagen bis zu mehreren Wochen dauern.

    Auch deshalb dürfen die Passagiere vorerst nicht an Land gehen. Die medizinischen Dienste müssen die Risiken bewerten, Kontaktpersonen ermitteln und klären, ob eine weitere Ausbreitung der Infektion an Bord möglich war.

    WHO sieht keine hohe Gefahr für die Allgemeinbevölkerung

    Die Weltgesundheitsorganisation sieht derzeit keine ernsthafte Bedrohung für die breite Bevölkerung. Gleichzeitig erklärte die WHO, Passagiere und Besatzung des Schiffes zu unterstützen.

    Ein epidemiologisches Ermittlungsverfahren läuft. Ziel ist es, die Infektionsquelle zu klären, Verdachtsfälle zu bestätigen oder auszuschließen und festzustellen, ob sich das Virus an Bord möglicherweise zwischen Menschen verbreitet hat.

    Weitere Entscheidungen über die Route der Hondius, das Ausschiffen der Passagiere und die medizinische Kontrolle sollen nach Beratungen zwischen dem Schiffbetreiber, der WHO und den Gesundheitsbehörden der beteiligten Länder getroffen werden.

    Lesen Sie auch: Hantavirus-Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff: Drei Menschen sterben im Atlantik

    Hantavirus Infektionsausbruch Kap Verde Kreuzfahrtschiff Hondius Oceanwide Expeditions
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    Karl Hartmann

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