Nach dem Einsetzen einer Spirale oder hormonellen Intrauterinsystems wie Kyleena können manche Frauen nicht nur Unterbauchschmerzen, Krämpfe oder Schmierblutungen bemerken. Einige beschreiben auch ein ungewöhnliches Gefühl im Bereich des Afters oder Enddarms — zum Beispiel eine Art Vibration, Pulsieren, Druck, Ziehen oder ein krampfartiges Gefühl. Die Website Imowell berichtet unter Berufung auf NHS.
Laut dem britischen Gesundheitsdienst NHS können nach dem Einsetzen eines hormonellen Intrauterinsystems periodenähnliche Schmerzen, Blutungen oder Schmierblutungen auftreten. Diese Beschwerden können besonders in den ersten Wochen und Monaten nach dem Einsetzen vorkommen. Gleichzeitig gilt: Starke, zunehmende oder ungewöhnliche Schmerzen sollten ärztlich abgeklärt werden.
Warum kann das Gefühl bis zum After oder Enddarm ausstrahlen?
Die Gebärmutter, der Enddarm, die Blase und die Beckenbodenmuskulatur liegen anatomisch sehr nah beieinander. Nach dem Einsetzen der Spirale kann die Gebärmutter reagieren und sich zusammenziehen. Diese Kontraktionen können sich wie Menstruationskrämpfe anfühlen.
Manchmal wird der Schmerz oder Druck aber nicht nur im Unterbauch wahrgenommen, sondern auch in anderen Bereichen des Beckens — zum Beispiel:
- im unteren Rücken,
- im Bereich der Eierstöcke,
- im Beckenboden,
- im Damm,
- im Enddarm oder Afterbereich.
Deshalb kann ein gynäkologischer Reiz nach dem Einsetzen der Spirale subjektiv wie eine “Vibration” oder ein Pulsieren im Analbereich empfunden werden.
Mögliche Ursachen für eine Vibration oder ein Pulsieren nach dem Einsetzen der Spirale
1. Gebärmutterkrämpfe nach dem Einsetzen
Nach dem Einsetzen kann die Gebärmutter auf die Spirale reagieren. Diese Reaktion kann krampfartige Schmerzen, Ziehen oder wellenartige Empfindungen auslösen. Bei manchen Frauen strahlen diese Empfindungen in Richtung Enddarm oder After aus.
2. Reizung von Nerven im kleinen Becken
Im kleinen Becken verlaufen viele Nervenbahnen. Reize aus der Gebärmutter können deshalb in angrenzende Regionen weitergeleitet werden. Das nennt man ausstrahlenden oder übertragenen Schmerz. Er kann sich im Rücken, in der Leiste, im Damm oder im Bereich des Enddarms bemerkbar machen.
3. Anspannung der Beckenbodenmuskulatur
Schmerzen, Stress oder Angst nach einem medizinischen Eingriff können dazu führen, dass sich die Beckenbodenmuskeln verkrampfen. Eine solche Muskelspannung kann als Druck, Zittern, Vibration oder Krampf im Afterbereich wahrgenommen werden.
4. Normale Anpassungsreaktion in den ersten Wochen
Leichte bis mäßige Krämpfe und Schmierblutungen können nach dem Einsetzen einer Spirale vorkommen. Besonders bei hormonellen Spiralen können unregelmäßige Blutungen in den ersten Monaten auftreten. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass jede Beschwerde harmlos ist.
5. Verrutschen oder teilweise Ausstoßung der Spirale
Wenn die Schmerzen stärker werden, die Blutung zunimmt oder die Fäden der Spirale nicht mehr tastbar sind, muss geprüft werden, ob die Spirale richtig sitzt. Eine Spirale kann sich selten verschieben oder teilweise ausgestoßen werden.
6. Entzündung oder Infektion
Wenn zusätzlich Fieber, übel riechender Ausfluss, starke Unterbauchschmerzen oder allgemeines Krankheitsgefühl auftreten, kann eine Infektion vorliegen. In diesem Fall sollte man nicht abwarten, sondern zeitnah ärztliche Hilfe suchen.
Was sagen wissenschaftliche Studien?
Studien zu Unterbauch- und Regelschmerzen zeigen, dass Schmerzen aus der Gebärmutter und dem kleinen Becken in andere Bereiche ausstrahlen können. Bei Dysmenorrhö, also starken Menstruationsschmerzen, wurde beschrieben, dass wiederkehrende viszerale Schmerzen die Schmerzverarbeitung beeinflussen können. Dadurch können auch Darm- oder Enddarmregionen empfindlicher reagieren.
Das bedeutet: Ein Gefühl im Analbereich muss nicht zwangsläufig vom Enddarm selbst kommen. Es kann auch eine Reaktion auf Krämpfe, Nervenreizung oder Muskelspannung im kleinen Becken sein.
Trotzdem ist wichtig: Nach dem Einsetzen einer Spirale sollte ein neues, starkes oder zunehmendes Symptom immer ernst genommen werden.
Welche Beschwerden können nach dem Einsetzen einer hormonellen Spirale vorkommen?
Nach dem Einsetzen einer hormonellen Spirale wie Kyleena können unter anderem folgende Beschwerden auftreten:
- periodenähnliche Schmerzen,
- Unterbauchkrämpfe,
- leichte Blutungen oder Schmierblutungen,
- unregelmäßige Blutungen,
- Ziehen im Becken,
- Schmerzen im unteren Rücken,
- vorübergehender Druck im Unterbauch.
Diese Beschwerden können in den ersten Tagen oder Wochen auftreten. Bei hormonellen Spiralen können unregelmäßige Blutungen auch über mehrere Monate vorkommen.
Wann sollte man zum Frauenarzt?
Ein Termin beim Frauenarzt oder bei der Frauenärztin ist sinnvoll, wenn die Vibration im Analbereich zusammen mit weiteren Beschwerden auftritt, zum Beispiel:
- zunehmende Unterbauchschmerzen,
- Schmerzen im Bereich der Eierstöcke,
- Schmerzen, die in den Enddarm oder After ausstrahlen,
- stärkere Blutungen als erwartet,
- wässriger, gelblicher oder übel riechender Ausfluss,
- Fieber oder Schüttelfrost,
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr,
- starke Schwäche oder Kreislaufprobleme,
- Verdacht, dass die Spirale verrutscht ist,
- nicht mehr tastbare oder deutlich veränderte Rückholfäden.
Besonders wichtig ist eine ärztliche Kontrolle, wenn die Beschwerden nicht nachlassen oder sich deutlich verschlimmern.
Wann ist es ein Notfall?
Sofortige medizinische Hilfe ist notwendig, wenn starke Schmerzen, starke Blutungen, Fieber, Ohnmacht, Schwindel oder übel riechender Ausfluss auftreten. Auch bei Verdacht auf eine Schwangerschaft trotz Spirale sollte man schnell ärztlich abgeklärt werden.
In Deutschland gilt: Bei lebensbedrohlichen Symptomen sollte man den Notruf 112 wählen. Bei dringenden, aber nicht lebensbedrohlichen Beschwerden kann der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 helfen.
Kann die Spirale die Gebärmutter verletzen?
Eine Verletzung der Gebärmutter durch eine Spirale ist selten, aber möglich. Fachgesellschaften wie das American College of Obstetricians and Gynecologists weisen darauf hin, dass schwere Komplikationen wie Perforation oder entzündliche Erkrankungen selten sind und bei weniger als 1 Prozent der Anwenderinnen auftreten.
Trotzdem sollte man Warnzeichen ernst nehmen. Starke oder zunehmende Schmerzen nach dem Einsetzen sind ein Grund für eine ärztliche Kontrolle, oft auch mit Ultraschall, um die Lage der Spirale zu überprüfen.
Was sollte man bis zur ärztlichen Kontrolle nicht tun?
Bis zur Abklärung sollte man nicht versuchen, die Spirale selbst zu verschieben oder an den Fäden zu ziehen. Wenn Schmerzen, stärkere Blutungen oder ungewöhnlicher Ausfluss bestehen, ist es außerdem sinnvoll, bis zur ärztlichen Einschätzung auf Geschlechtsverkehr zu verzichten.
Hilfreich ist es, die Symptome zu notieren:
- Wann hat das Gefühl begonnen?
- Ist es konstant oder kommt es in Wellen?
- Gibt es Schmerzen im Unterbauch?
- Gibt es Blutungen oder Ausfluss?
- Gibt es Fieber?
- Sind die Fäden der Spirale tastbar?
- Werden die Beschwerden stärker?
Diese Informationen können der Ärztin oder dem Arzt helfen, die Situation schneller einzuschätzen.
Vibration im Analbereich nach Spirale ernst nehmen, aber nicht sofort in Panik geraten
Eine Vibration, ein Pulsieren oder Druckgefühl im Analbereich nach dem Einsetzen einer Spirale kann durch Gebärmutterkrämpfe, gereizte Nerven oder eine Anspannung der Beckenbodenmuskulatur entstehen. Da die Organe im kleinen Becken eng beieinanderliegen, können Beschwerden aus der Gebärmutter in Richtung Enddarm oder After ausstrahlen.
Wenn das Gefühl jedoch zusammen mit stärkeren Unterbauchschmerzen, Schmerzen im Bereich der Eierstöcke, vermehrter Blutung, ungewöhnlichem Ausfluss, Fieber oder Schwäche auftritt, sollte zeitnah eine gynäkologische Kontrolle erfolgen. Nur eine ärztliche Untersuchung kann sicher klären, ob die Spirale richtig sitzt und ob eine Entzündung oder andere Komplikation ausgeschlossen werden muss.
Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.
Zuvor berichtete Imowell: Warum brennen die Augen in trockenen Räumen? Ursachen und Hilfe.
