Schlafprobleme und anhaltende Müdigkeit treten bei Schülerinnen und Schülern in Deutschland immer häufiger auf. Eine neue groß angelegte Untersuchung zeigt: 46 Prozent der Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 10 haben mindestens einmal pro Woche Schlafprobleme. Noch deutlicher gestiegen ist der Anteil der Kinder und Jugendlichen, die sich regelmäßig erschöpft fühlen. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf Вild.
69 Prozent der Schulkinder fühlen sich regelmäßig erschöpft
Den Ergebnissen der Befragung zufolge fühlen sich 69 Prozent der Kinder und Jugendlichen mindestens einmal pro Woche kraftlos oder erschöpft. Zum Vergleich: Vor drei Jahren lag dieser Anteil noch bei 52 Prozent. Damit ist der Wert um 17 Prozentpunkte gestiegen.
Auch das allgemeine Wohlbefinden hat sich verschlechtert. Bei 49 Prozent der Schülerinnen und Schüler wurde ein vermindertes Wohlbefinden festgestellt. Drei Jahre zuvor waren es 41 Prozent.
An der Untersuchung nahmen mehr als 30.000 Kinder und Jugendliche aus 141 allgemeinbildenden weiterführenden Schulen teil. Die Befragung wurde im Schuljahr 2025/2026 in 15 Bundesländern durchgeführt.
Soziale Medien und Videos können Schlafzeit kosten
Der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Michael Hubmann, sieht einen Zusammenhang zwischen einem Teil der Schlafprobleme und der intensiven Nutzung digitaler Medien. Kinder und Jugendliche verbringen demnach häufig bis spät in den Abend Zeit in sozialen Netzwerken oder schauen Videos, die ihnen von Algorithmen immer weiter vorgeschlagen werden.
Dadurch kann sich die Schlafenszeit nach hinten verschieben und die nächtliche Erholung verkürzen. Am nächsten Morgen kommen Schülerinnen und Schüler müde in den Unterricht. Das kann sich nicht nur auf ihr körperliches Befinden auswirken.
DAK-Vorstandschef Andreas Storm verwies zudem auf mögliche Folgen für den schulischen Alltag. Regelmäßige Erschöpfung und Schlafstörungen können das Lernen zusätzlich erschweren – insbesondere dann, wenn Kinder und Jugendliche nicht wissen, wie sie mit länger anhaltender Belastung und Stress umgehen können.
Fast die Hälfte berichtet über ein geringeres Wohlbefinden
Die Forschenden untersuchten nicht nur die Schlafqualität. Die Schülerinnen und Schüler wurden auch nach ihrer Stimmung, Aktivität, Entspannungsfähigkeit und ihrer allgemeinen Wahrnehmung des Alltags gefragt.
Die Ergebnisse zeigen, dass fast die Hälfte der Befragten ihr alltägliches Wohlbefinden nicht positiv bewertet. Ein Teil der Schulkinder ist nur selten guter Stimmung, fühlt sich nicht häufig entspannt oder energiegeladen und nimmt im Alltag nur wenige interessante oder positive Dinge wahr.
Solche Faktoren werden herangezogen, um das allgemeine psychische Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen zu beurteilen.
Nur 57 Prozent blicken positiv in die Zukunft
Ein weiterer Teil der Untersuchung beschäftigte sich mit den Zukunftserwartungen der Kinder und Jugendlichen. Lediglich 57 Prozent der befragten Schülerinnen und Schüler sehen ihrer eigenen Zukunft positiv entgegen.
Ein Jahr zuvor waren es noch 62 Prozent. Damit ist der Anteil innerhalb eines Jahres um fünf Prozentpunkte gesunken.
Die Befragung wurde vom Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit durchgeführt. Teilgenommen haben Schülerinnen und Schüler weiterführender Schulen aus nahezu allen Bundesländern Deutschlands
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