Über den Hauseinsturz im deutschen Görlitz berichtet die Redaktion tagesspiegel unter Berufung auf deutsche Einsatzkräfte und lokale Medien. In der sächsischen Stadt läuft nach dem Einsturz eines historischen Gebäudes eine groß angelegte Such- und Rettungsaktion. Stand Dienstagmorgen, 19. Mai 2026, werden weiterhin drei Menschen vermisst. Als mögliche Ursache gilt ein Gasexplosion, offiziell bestätigt ist dies jedoch noch nicht. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf tagesspiegel
Suche nach drei Menschen dauert an
Das Gebäude in Görlitz, im Bereich der James-von-Moltke-Straße, stürzte am Abend des 18. Mai ein. Nach Angaben von Polizei und Rettungskräften galten zunächst fünf Personen als vermisst. Zwei von ihnen meldeten sich später: Sie waren Gäste einer Ferienwohnung, hatten das Gebäude zum Zeitpunkt des Einsturzes aber noch nicht bezogen.
Unter den Trümmern könnten sich zwei Touristinnen aus Rumänien im Alter von 25 und 26 Jahren sowie ein 48-jähriger Mann befinden, der sich beruflich in Görlitz aufgehalten haben soll. Die Rettungskräfte gehen äußerst vorsichtig vor, da im Bereich der Trümmer weiterhin Gefahr durch austretendes Gas besteht.
Der Leiter des Einsatzstabs der Görlitzer Feuerwehr, Sebastian Schramm, erklärte, dass die Trümmer von Hand abgetragen werden müssen. Der Grund: In Hohlräumen kann sich Gas sammeln, zugleich könnten dort noch Überlebende eingeschlossen sein.
Mutmaßliche Ursache: Gasexplosion
Die offizielle Ursache des Einsturzes ist bislang nicht geklärt. Görlitz’ Oberbürgermeister Octavian Ursu sagte jedoch, die Umstände deuteten auf eine mögliche Gasexplosion hin. Auch die Polizei teilte mit, dass die Gefahr durch Gas am Dienstagmorgen noch nicht vollständig beseitigt war.
Bereits am Montagabend waren Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienste, Hundestaffeln und Spezialkräfte im Einsatz. Unterstützung kam auch aus anderen Regionen, darunter aus dem benachbarten Polen. Görlitz liegt direkt an der Grenze zur polnischen Stadt Zgorzelec, weshalb grenzüberschreitende Zusammenarbeit dort zum Alltag gehört.
Rettungskräfte sprechen von kritischen 72 Stunden
Die Suchaktion soll mindestens den gesamten Dienstag über fortgesetzt werden, bei Bedarf auch in der Nacht. Nach Einschätzung der Polizei können die Überlebenschancen unter den Trümmern bei den derzeitigen Temperaturen bis zu etwa 72 Stunden bestehen.
In der Nacht wurden Suchhunde eingesetzt. Nach Angaben der Feuerwehr konnten sie auch Bereiche erreichen oder anzeigen, die für Einsatzkräfte zunächst nicht sicher zugänglich waren. Deshalb kann schweres Gerät nur sehr eingeschränkt eingesetzt werden: Jeder Stein, jedes Holzstück und jedes Bauteil muss einzeln geprüft werden.
Mann hörte Explosion im Supermarkt
Ein Tourist berichtete deutschen Medien, dass seine Ehefrau und eine Verwandte möglicherweise im Haus geblieben waren, während er kurz in einen Supermarkt ging. Nach seinen Angaben hörte er dort eine Explosion. Als er zurückkam, fand er an der Stelle des Hauses nur noch einen großen Trümmerhaufen vor.
Er alarmierte sofort Polizei und Rettungsdienst. Der Mann sagte, er hoffe verzweifelt, seine Ehefrau noch lebend zu finden. Angehörige in Rumänien und Großbritannien seien informiert worden und auf dem Weg nach Deutschland.
Unfallstelle abgesperrt, Bewohner evakuiert
Nach dem Einsturz wurde das Gebiet rund um das Haus abgesperrt. Angrenzende Gebäude werden von Statikern überprüft, da nach einer Explosion oder einem plötzlichen Gebäudeeinsturz auch Nachbarhäuser beschädigt sein können. Eine Rückkehr der Bewohner ist erst möglich, wenn die Sucharbeiten beendet und die Gebäude technisch freigegeben sind.
Das eingestürzte Gebäude gehörte der städtischen Wohnungsgesellschaft KommWohnen. Darin befanden sich Mietwohnungen, darunter auch Ferienapartments. Görlitz ist die östlichste Stadt Deutschlands und liegt in Sachsen an der Neiße. Wegen seiner gut erhaltenen historischen Altstadt ist die Stadt auch als Drehort internationaler Filmproduktionen bekannt.
Der Hauseinsturz in Görlitz ist ein schwerer Einsatz für Rettungskräfte und Behörden in Sachsen. Im Mittelpunkt steht weiterhin die Suche nach drei Menschen, die sich unter den Trümmern befinden könnten. Die Arbeiten sind besonders schwierig, weil weiterhin Gas austreten kann und die Trümmer deshalb nur langsam und von Hand geräumt werden.
Die Ursache ist offiziell noch nicht festgestellt. Die Hinweise sprechen jedoch für eine Gasexplosion. Endgültige Erkenntnisse sind erst nach Abschluss der Rettungsarbeiten und einer technischen Untersuchung des Gebäudes zu erwarten.
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