Der traditionsreiche deutsche Hersteller Halberstädter Konserven GmbH hat erneut Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen aus Halberstadt in Sachsen-Anhalt befindet sich bereits zum dritten Mal in einem Insolvenzverfahren. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf t-online.
Die Produktion im Werk wurde Anfang dieser Woche eingestellt. Dies bestätigte das Amtsgericht Magdeburg. Die neuen finanziellen Probleme gefährden die Zukunft von rund 150 Beschäftigten des Unternehmens.
Halberstädter Würstchen stoppen Produktion nach neuer Insolvenzanmeldung
Die Halberstädter Konserven GmbH blickt auf eine mehr als 140-jährige Geschichte zurück. Zu DDR-Zeiten befand sich das Werk in staatlichem Besitz, nach der deutschen Wiedervereinigung wurde das Unternehmen 1992 von der Familie Nitsch übernommen.
Zum Sortiment gehörten Fleisch- und Wurstkonserven, Suppen, Fertiggerichte sowie Obst- und Gemüsekonserven. Trotz mehrerer Sanierungsversuche und der Beteiligung von Investoren gelang es dem Unternehmen nicht, seine wirtschaftliche Lage dauerhaft zu stabilisieren.
Nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters könnten die Beschäftigten diesmal ohne Insolvenzgeld bleiben. Die Bundesagentur für Arbeit soll weitere Zahlungen ablehnen, da das aktuelle Verfahren nicht als neuer Insolvenzfall eingestuft wird.
Beschäftigte des Werks könnten ohne finanzielle Unterstützung bleiben
Besonders problematisch ist die Lage, weil der vorherige Sanierungsplan des Unternehmens nicht umgesetzt wurde. Dadurch droht einem Teil der Mitarbeiter bereits in naher Zukunft der Verlust ihrer finanziellen Absicherung.
Die Halberstädter Würstchen gelten als eines der bekanntesten Traditionsprodukte der Region. Die Würste tragen eine geschützte geografische Angabe und dürfen ausschließlich in Halberstadt hergestellt werden. Produziert werden sie nach einem speziellen Räucher- und Reifeverfahren.
Die Nachricht über die Krise bei Halberstädter Konserven folgt kurz nach der Schließung eines weiteren bekannten Wurstherstellers im brandenburgischen Eberswalde. Damit rücken die Probleme der deutschen Fleischwarenbranche erneut in den Fokus.
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