Die Parfümeriekette Thiemann, die als größte inhabergeführte Parfümeriekette Ostdeutschlands gilt, hat ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet. Das Unternehmen setzt seinen Geschäftsbetrieb fort und startet gleichzeitig eine finanzielle Neuaufstellung. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf t-online.
Die in Bautzen ansässige Kette betreibt 13 Filialen in Sachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt sowie einen eigenen Online-Shop. Nach Unternehmensangaben bleiben sämtliche Geschäfte, der Webshop, die Kundenprogramme, die App und alle Serviceleistungen uneingeschränkt verfügbar.
Medienberichten zufolge könnten im Zuge der Restrukturierung zwischen 60 und 70 Arbeitsplätze betroffen sein. Die Unternehmensleitung will die Wirtschaftlichkeit aller Standorte überprüfen und entscheiden, welche Filialen langfristig tragfähig sind. Konkrete Entscheidungen über mögliche Schließungen wurden bislang nicht getroffen.
Unternehmen macht Folgen der Pandemie verantwortlich
Die Eigentümerfamilie Thiemann sieht die Auswirkungen der Corona-Pandemie als Hauptursache der finanziellen Schwierigkeiten. Während der Lockdowns gingen die Umsätze deutlich zurück, während Mieten, Gehälter und weitere laufende Kosten bestehen blieben.
Um diese Verpflichtungen erfüllen zu können, musste das Unternehmen Kredite aufnehmen. Nach Angaben der Familie belastet die daraus entstandene Verschuldung das Geschäft bis heute.
Vor der Pandemie habe sich die Parfümeriekette auf einem stabilen Wachstumskurs befunden und sei kurz davor gewesen, nahezu schuldenfrei in die Zukunft zu gehen.
Steigende Kosten und sinkende Kundenfrequenz verschärften die Lage
Nach Angaben des Unternehmens sind die aktuellen Probleme jedoch nicht ausschließlich auf die Pandemie zurückzuführen. Der stationäre Einzelhandel kämpft seit Jahren mit rückläufigen Besucherzahlen in Einkaufszentren, zunehmenden Leerständen und steigenden Betriebskosten.
Viele Standorte hätten nach dem Ende der Pandemie das frühere Kundenaufkommen nicht mehr erreicht. Gleichzeitig seien die Mietkosten weiter gestiegen. Dadurch seien einzelne Filialen wirtschaftlich zunehmend unter Druck geraten.
Die Parfümerie Thiemann wurde 1990 in Bautzen gegründet. Zum Filialnetz gehören unter anderem Standorte in Bautzen, Görlitz, Dresden, Leipzig, Freiberg, Pirna, Freital, Cottbus und Halle.
Restrukturierung soll Zukunft der Kette sichern
Das Unternehmen betont, dass die Insolvenz nicht das Ende des Geschäftsbetriebs bedeute. Ziel des Verfahrens sei es, wirtschaftlich tragfähige Bereiche zu stärken und die langfristige Zukunft der Parfümeriekette zu sichern.
Derzeit werden sämtliche Standorte im Rahmen der Restrukturierung geprüft. Mit den eingeleiteten Maßnahmen soll die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens nachhaltig verbessert werden.
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