Ein niedriger Hämoglobinwert wird häufig mit Eisenmangel in Verbindung gebracht. Die Ursache kann jedoch nicht nur in der Ernährung liegen. Auch ein Mangel an Vitamin B12 oder Folsäure, starke Menstruationsblutungen, Blutverlust sowie Probleme im Magen-Darm-Trakt können den Hämoglobinwert beeinflussen, berichtet Imowell unter Berufung auf NHS.
Deshalb ist es wichtig, bei deutlicher Schwäche, Schwindel, Atemnot, blasser Haut oder auffällig niedrigen Blutwerten ärztlichen Rat einzuholen. Die Ernährung kann den Körper unterstützen, ersetzt aber bei einer ausgeprägten Anämie nicht immer eine medizinische Behandlung.
Kann man den Hämoglobinwert schnell durch Ernährung erhöhen?
Den Hämoglobinwert innerhalb eines Tages nur durch Lebensmittel zu erhöhen, ist nicht realistisch. Der Körper braucht Zeit, um Eisen aufzunehmen und es für die Bildung roter Blutkörperchen zu verwenden.
Bei einem leichten Mangel kann eine eisenreiche Ernährung den Körper nach und nach unterstützen. Wenn der Hämoglobinwert jedoch deutlich zu niedrig ist, reichen Lebensmittel allein oft nicht aus. In solchen Fällen kann eine Ärztin oder ein Arzt Eisenpräparate empfehlen.
Wichtig ist: Eisen sollte nicht ohne vorherige Blutuntersuchung und ärztliche Empfehlung eingenommen werden, da auch ein Überschuss an Eisen dem Körper schaden kann.
Die besten Lebensmittel zur Unterstützung des Hämoglobinwertes
Am besten kann der Körper Eisen aus tierischen Lebensmitteln aufnehmen. Dieses Eisen wird als Hämeisen bezeichnet und kommt vor allem in Fleisch, Geflügel, Fisch und Meeresfrüchten vor.

Besonders geeignete Lebensmittel sind:
- Rindfleisch;
- Kalbfleisch;
- Putenfleisch;
- Hähnchenfleisch;
- Leber;
- Fisch;
- Meeresfrüchte;
- Eier.
Vor allem rotes Fleisch wird häufig bei niedrigem Hämoglobin empfohlen, da es Eisen in einer Form enthält, die vom Körper leichter aufgenommen werden kann. Leber ist ebenfalls sehr eisenreich, sollte jedoch in der Schwangerschaft wegen des hohen Vitamin-A-Gehalts nicht verzehrt werden.
Pflanzliche Lebensmittel mit viel Eisen
Auch pflanzliche Lebensmittel können zur Eisenversorgung beitragen. Das Eisen aus pflanzlichen Quellen wird jedoch schlechter aufgenommen als Eisen aus tierischen Lebensmitteln. Deshalb sollte man diese Produkte möglichst mit Vitamin-C-reichen Lebensmitteln kombinieren.

Gute pflanzliche Eisenquellen sind:
- Buchweizen;
- Linsen;
- Bohnen;
- Kichererbsen;
- Erbsen;
- Spinat;
- frische Kräuter und grünes Blattgemüse;
- Kürbiskerne;
- Sesam;
- Nüsse;
- getrocknete Aprikosen;
- Rosinen;
- Pflaumen;
- Vollkornprodukte;
- mit Eisen angereicherte Frühstücksflocken.
Für Menschen, die kein Fleisch essen, ist eine abwechslungsreiche Ernährung besonders wichtig. Zusätzlich kann es sinnvoll sein, regelmäßig Ferritin, Hämoglobin, Vitamin B12 und Folsäure kontrollieren zu lassen.
Was hilft, damit Eisen besser aufgenommen wird?
Damit der Körper Eisen besser aufnehmen kann, sollte man eisenreiche Lebensmittel mit Vitamin C kombinieren. Das gilt besonders für pflanzliche Eisenquellen.
Gut geeignet sind:
- Zitronensaft;
- Orangen;
- Kiwi;
- Paprika;
- Brokkoli;
- Tomaten;
- Beeren;
- Kohl;
- frische Kräuter.
Ein einfaches Beispiel: Wer Buchweizen, Linsen oder Bohnen isst, kann dazu einen Salat mit Paprika, Tomaten und Zitronensaft essen. Dadurch kann der Körper das enthaltene Eisen besser verwerten.
Beispiele für sinnvolle Mahlzeiten bei niedrigem Hämoglobin
Eine gute Mahlzeit kombiniert Eisen, Eiweiß und Vitamin C. So bekommt der Körper mehrere wichtige Nährstoffe, die für die Blutbildung gebraucht werden.
Geeignete Kombinationen sind:
Buchweizen mit Rindfleisch und Salat aus Paprika, Tomaten und Zitronensaft.
Linsen mit frischen Kräutern, Tomaten und etwas Zitronensaft.
Putenfleisch mit Gemüse und Brokkoli.
Fisch mit einem frischen Salat aus Kohl, Paprika und Kräutern.
Kichererbsen oder Bohnen mit Vitamin-C-reichem Gemüse.
Solche Mahlzeiten unterstützen nicht nur die Eisenversorgung, sondern liefern auch Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe, die für den Körper wichtig sind.
Was sollte man nicht zusammen mit eisenreichen Lebensmitteln trinken?
Einige Getränke und Lebensmittel können die Eisenaufnahme verschlechtern. Dazu gehören vor allem Tee, Kaffee und Milchprodukte.
Direkt zu einer eisenreichen Mahlzeit sollte man möglichst nicht trinken:
- schwarzen Tee;
- grünen Tee;
- Kaffee;
- Milch;
- Kakao;
- große Mengen an Milchprodukten.
Besser ist es, etwa eine Stunde Abstand zu halten. Wenn man zum Beispiel Buchweizen mit Fleisch gegessen hat, sollte man dazu lieber Wasser oder ein Vitamin-C-reiches Getränk trinken und Kaffee oder Tee erst später.
Welche Blutwerte sollte man bei niedrigem Hämoglobin prüfen lassen?
Wenn der Hämoglobinwert niedrig ist, sollte man nicht nur mehr eisenreiche Lebensmittel essen, sondern auch die Ursache herausfinden. Dafür können folgende Werte wichtig sein:
- großes Blutbild;
- Ferritin;
- Serumeisen;
- Transferrin oder Transferrinsättigung;
- Vitamin B12;
- Folsäure.
Ferritin zeigt, wie gut die Eisenspeicher im Körper gefüllt sind. Manchmal kann der Hämoglobinwert noch im Normbereich liegen, während Ferritin bereits niedrig ist. Das kann bedeuten, dass die Eisenreserven im Körper schon abnehmen.
Wann sollte man ärztlichen Rat einholen?
Ärztlicher Rat ist besonders wichtig, wenn folgende Beschwerden auftreten:
- starke Schwäche;
- Schwindel;
- Herzrasen;
- Atemnot;
- Blässe;
- Haarausfall;
- brüchige Nägel;
- sehr starke Menstruationsblutungen;
- Blut im Stuhl;
- ein plötzlich stark gesunkener Hämoglobinwert;
- Schwangerschaft;
- Anämie bei Kindern.
In solchen Situationen können Lebensmittel nur unterstützend wirken. Entscheidend ist, die Ursache für den niedrigen Hämoglobinwert zu finden und gezielt zu behandeln.
Um den Hämoglobinwert zu unterstützen, sollte die Ernährung ausreichend eisenreiche Lebensmittel enthalten. Besonders wichtig sind Fleisch, Fisch, Buchweizen, Hülsenfrüchte, grünes Blattgemüse, Samen, Nüsse und Trockenfrüchte.
Eisen aus Fleisch wird vom Körper besonders gut aufgenommen. Pflanzliche Eisenquellen sollten am besten mit Vitamin C kombiniert werden, zum Beispiel mit Paprika, Zitronensaft, Tomaten, Kiwi oder Beeren.
Die einfache Regel lautet: eisenreiches Lebensmittel + Vitamin C + kein Kaffee, Tee oder Milch direkt zur Mahlzeit.
Wenn der Hämoglobinwert deutlich zu niedrig ist, sollte man sich jedoch nicht nur auf die Ernährung verlassen. Eine Blutuntersuchung und ärztliche Beratung sind wichtig, um festzustellen, ob Eisenpräparate oder weitere Untersuchungen notwendig sind.
Zuvor berichtete Imowell: Was ist Anämie: Symptome erkennen und den Körper richtig unterstützen.
