Bei Arbeiten zur Umgestaltung ihres Gartens im Braunschweiger Stadtteil Dibbesdorf hat eine Familie mehr als 1.000 menschliche Knochen sowie zahlreiche Zähne entdeckt. Der außergewöhnliche Fund löste Ermittlungen von Polizei und Gerichtsmedizin aus. Nach dem aktuellen Stand sieht die Staatsanwaltschaft jedoch keine Anhaltspunkte für eine Straftat. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf ms-aktuell.
Mehr als 1.000 menschliche Knochen bei Gartenarbeiten entdeckt
Die Entdeckung begann mit gewöhnlichen Bauarbeiten auf dem Privatgrundstück. Beim Entfernen alter Pflastersteine stießen die Eigentümer zunächst auf einen einzelnen Knochen. Im weiteren Verlauf wurden immer mehr menschliche Überreste freigelegt.
Nach bisherigen Angaben wurden inzwischen mehr als 1.000 Knochen und zahlreiche Zähne aus dem Boden geborgen. Die Funde stammen sowohl von Erwachsenen als auch von Kindern.
Nachdem die Familie die Polizei verständigt hatte, bestätigte ein Gerichtsmediziner noch am selben Tag, dass es sich um menschliche Überreste handelt. Anschließend wurde das Grundstück von Ermittlern durchsucht, die sämtliche Funde sicherstellten und zur Untersuchung an die Rechtsmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover übergaben.
Forensische Untersuchungen ergaben keine Hinweise auf Gewalteinwirkung
Die rechtsmedizinischen Untersuchungen ergaben bislang keine Verletzungen an den Knochen, die auf ein Gewaltverbrechen oder einen gewaltsamen Tod hindeuten.
Die Staatsanwaltschaft Braunschweig teilte mit, dass derzeit kein Strafverfahren geführt wird. Nach ersten Einschätzungen der Experten sind die Knochen zwischen 50 und 100 Jahre alt.
Zudem wurden am Fundort weder persönliche Gegenstände noch Kleidungsreste oder Uniformteile entdeckt, die Rückschlüsse auf die Identität der Verstorbenen ermöglichen könnten.
Eine mögliche Erklärung führt zu Bauarbeiten in den 1960er-Jahren
Eine der derzeit diskutierten Theorien bezieht sich auf Bauarbeiten in den 1960er-Jahren.
Ein älterer Zeitzeuge meldete sich bei der Polizei und berichtete, dass damals angeblich Erde von einem Friedhof zur Auffüllung von Baugrundstücken verwendet worden sei. Dadurch könnten menschliche Überreste auf private Grundstücke gelangt sein.
Die Ermittlungsbehörden betonen jedoch, dass diese Erklärung bislang nicht bestätigt werden konnte und weiterhin geprüft wird.
Die Geschichte des Grundstücks wirft weitere Fragen auf
Nach bisherigen Erkenntnissen wurde das Wohnhaus in den 1960er-Jahren errichtet. Zuvor wurde das Gelände landwirtschaftlich genutzt.
Nach Angaben der örtlichen Denkmalpflege befanden sich in unmittelbarer Nähe weder ein Friedhof noch eine Kirche. Deshalb bleibt die Herkunft der zahlreichen menschlichen Überreste weiterhin ungeklärt.
Familie informiert die Polizei weiterhin über neue Funde
Die Grundstückseigentümer melden der Polizei weiterhin jede neu entdeckte Knochenfundstelle. Der Hausbesitzer möchte sämtliche menschlichen Überreste bergen lassen, bevor die Umgestaltung des Gartens abgeschlossen wird.
Zugleich hofft die Familie, dass die sterblichen Überreste nach Abschluss aller Untersuchungen würdevoll auf einem Friedhof beigesetzt werden können.
Über den außergewöhnlichen Fund hatten zuvor bereits die Braunschweiger Zeitung sowie der NDR in der Sendung „Hallo Niedersachsen“ berichtet. Offizielle Pressemitteilungen der Polizei Braunschweig, der Staatsanwaltschaft oder der Stadt Braunschweig liegen bislang nicht vor.
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