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    Startseite»Technologie»Elektroautos in Europa werden günstiger, das Ladenetz wächst schneller als der Markt
    Technologie

    Elektroautos in Europa werden günstiger, das Ladenetz wächst schneller als der Markt

    Elektroautos wurden in Deutschland real um 18 Prozent günstiger, während sich die Zahl öffentlicher Ladepunkte in der EU innerhalb von fünf Jahren verfünffachte.
    20 Juli 2026Lesedauer: 6 MinutenKarl HartmannKarl Hartmann
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    Elektroautos wurden in Deutschland real um 18 Prozent günstiger, während sich die Zahl öffentlicher Ladepunkte in der EU innerhalb von fünf Jahren verfünffachte.
    Elektroautos wurden in Deutschland real um 18 Prozent günstiger, während sich die Zahl öffentlicher Ladepunkte in der EU innerhalb von fünf Jahren verfünffachte.
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    Elektroautos sind in Deutschland innerhalb von fünf Jahren deutlich erschwinglicher geworden, obwohl ihr durchschnittlicher Listenpreis gestiegen ist. Gleichzeitig wurde die Ladeinfrastruktur in der Europäischen Union schneller ausgebaut als der Bestand an Elektrofahrzeugen. Das geht aus neuen Untersuchungen des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung, des International Council on Clean Transportation und der Organisation Transport & Environment hervor. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf taz.

    Reale Preise für Elektroautos sanken um 18 Prozent

    Zwischen 2020 und 2025 sind die realen Preise für Elektroautos auf dem deutschen Markt im Durchschnitt um 18 Prozent gesunken. Zu diesem Ergebnis kommen das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung und der International Council on Clean Transportation, kurz ICCT.

    Gleichzeitig stieg der nominale Durchschnittspreis eines Elektroautos in Deutschland im selben Zeitraum von etwa 37.000 auf 53.000 Euro. Die Forschenden erklären diese Entwicklung jedoch nicht mit höheren Preisen einzelner Modelle, sondern mit einer veränderten Angebotsstruktur.

    In den vergangenen fünf Jahren kamen deutlich mehr Fahrzeuge der Mittelklasse, oberen Mittelklasse und des Premiumsegments auf den Markt. Weil der Anteil teurerer Modelle am Gesamtangebot zunahm, erhöhte sich auch der durchschnittliche Listenpreis aller verfügbaren Elektroautos.

    Für die Berechnung der tatsächlichen Preisentwicklung analysierten die Fachleute die Preise einzelner Modelle über mehrere Jahre hinweg. Berücksichtigt wurden zudem Inflation, Motorleistung, Fahrzeuggewicht, Reichweite und weitere technische Merkmale. Auf diese Weise konnten Fahrzeuge mit ähnlichen Eigenschaften miteinander verglichen werden.

    Das Ergebnis: Vergleichbare Elektroautos wurden real um 18 Prozent günstiger. Die Preise für Fahrzeuge mit Benzin- oder Dieselmotor stiegen im selben Zeitraum dagegen inflationsbereinigt um rund 2 Prozent.

    Zahl der verfügbaren Modelle vervierfachte sich

    Im Jahr 2025 standen Käuferinnen und Käufern in Deutschland 159 vollelektrische Modelle zur Auswahl. Das waren etwa viermal so viele wie 2020.

    Die Untersuchung umfasste mehr als 100.000 Preis- und Technikdaten aus der Datenbank des ADAC. Ausgewertet wurden sechs Fahrzeugsegmente, die vom Kleinwagen bis zum Luxusfahrzeug reichten.

    Auch die technischen Eigenschaften der Elektroautos verbesserten sich. Die durchschnittliche Reichweite nahm innerhalb von fünf Jahren um etwa ein Drittel zu. Zudem wurden die Fahrzeuge leistungsstärker, während ihre realen Preise unter Berücksichtigung von Ausstattung und technischen Daten zurückgingen.

    Peter Mock, Europa-Geschäftsführer des ICCT, erklärte, der Markt für Elektroautos habe sich in den vergangenen Jahren stark weiterentwickelt. Moderne Modelle verfügten über mehr Reichweite und Leistung als frühere Generationen, seien bei vergleichbaren Eigenschaften aber günstiger geworden.

    Bei kleinen und kompakten Autos bleibt das Angebot begrenzt

    Besonders eingeschränkt ist das Angebot weiterhin bei elektrischen Kleinst- und Kleinwagen. In diesen beiden Segmenten waren 2025 auf dem deutschen Markt insgesamt 19 Elektromodelle erhältlich.

    Zum Vergleich: Bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor gab es in denselben Größenklassen 35 Modelle. Das Angebot an kompakten Benzin- und Dieselautos blieb damit weiterhin deutlich größer.

    ICCT und Fraunhofer ISI sehen stabile politische Rahmenbedingungen als entscheidend für die weitere Entwicklung günstiger Elektrofahrzeuge. Dazu gehören vor allem langfristige und verlässliche CO₂-Grenzwerte für die Neuwagenflotten der Hersteller.

    Solche Vorgaben sollen die Unternehmen dazu bewegen, elektrische Modelle nicht nur in der Mittel- und Oberklasse, sondern auch im preissensiblen Massenmarkt anzubieten.

    Elektroautos führen erstmals die Neuzulassungen an

    Die Verkäufe vollelektrischer Fahrzeuge sind in Deutschland zuletzt gestiegen. Dazu trug unter anderem ein neu eingeführtes Förderprogramm für den Kauf von Elektroautos bei.

    Im Juni lagen Elektroautos erstmals an der Spitze der deutschen Neuzulassungsstatistik nach Antriebsart. Auf reine Elektrofahrzeuge entfielen 28,4 Prozent aller neu zugelassenen Pkw.

    Hybride erreichten einen Anteil von 28,1 Prozent. Benziner kamen auf 20,5 Prozent, Dieselfahrzeuge auf 11,4 Prozent.

    Trotz des Zuwachses bei den Neuzulassungen bleibt der Anteil von Elektroautos am gesamten deutschen Fahrzeugbestand vergleichsweise gering. Anfang 2026 waren in Deutschland etwas mehr als zwei Millionen vollelektrische Fahrzeuge zugelassen.

    Sie machten rund 4,1 Prozent aller registrierten Kraftfahrzeuge aus. Damit liegt ihr Anteil weiterhin unter dem Niveau, das für einen schnellen Umbau des Verkehrssektors erforderlich wäre.

    Deutsche Autobauer stehen weiter unter Anpassungsdruck

    Der Umstieg auf Elektromobilität bleibt für die deutsche Autoindustrie eine große Herausforderung. Die Hersteller müssen gleichzeitig in neue Plattformen, Batterietechnik und Software investieren und ihre Ausgaben für traditionelle Fahrzeugmodelle senken.

    Besonders im Fokus steht derzeit Volkswagen. Der Konzern prüft Stellenabbau und Veränderungen in der Produktionsstruktur, weil die Kosten hoch sind und die Nachfrage nach einzelnen Elektromodellen schwächer ausfällt als erwartet.

    Eine zentrale Rolle in der Elektrostrategie von Volkswagen spielt das Werk in Zwickau. Dort werden Fahrzeuge der ID-Familie produziert, darunter der Volkswagen ID.3, eines der meistverkauften Elektroautos auf dem deutschen Markt.

    Auf europäischer Ebene hat die Bundesregierung einzelne Klimavorgaben für den Verkehrssektor mehrfach kritisiert. Dabei geht es unter anderem um CO₂-Grenzwerte, die den Wechsel der Hersteller von Verbrennungsmotoren zu elektrischen Antrieben beschleunigen sollen.

    Ladeinfrastruktur in der EU hat sich verfünffacht

    Parallel zum größeren Angebot an Elektroautos wurde auch das öffentliche Ladenetz in Europa deutlich ausgebaut. Nach Angaben der Umweltorganisation Transport & Environment hat sich die Zahl öffentlicher Ladepunkte in der Europäischen Union zwischen 2020 und 2025 verfünffacht.

    Bis Ende März 2026 verfügten fast alle EU-Mitgliedstaaten über genügend öffentliche Ladepunkte für den vorhandenen Bestand an Elektroautos. Lediglich Malta bildete eine Ausnahme.

    Transport & Environment kommt zu dem Ergebnis, dass der Ausbau der Infrastruktur dem Wachstum der Elektroautoflotte inzwischen nicht mehr hinterherläuft. In den meisten Ländern liegt die Zahl der Ladepunkte über dem von den europäischen Regeln geforderten Mindestniveau.

    Werden die nationalen Zielwerte nach der europäischen AFIR-Verordnung zusammengerechnet, übersteigt die vorhandene Ladeinfrastruktur den Bedarf für die derzeitige Zahl an Elektroautos um etwa 180 Prozent.

    Damit wächst das öffentliche Ladenetz in der Europäischen Union aktuell schneller als der Absatz vollelektrischer Fahrzeuge.

    Schnellladestationen entstehen entlang der Autobahnen

    Die AFIR-Verordnung sieht den Aufbau eines Netzes leistungsstarker Ladestationen entlang der wichtigsten europäischen Verkehrskorridore vor. Auf zentralen Strecken sollen Schnellladepunkte in Abständen von höchstens 60 Kilometern verfügbar sein.

    Nach Angaben von Transport & Environment erfüllten im Juni bereits fast vier Fünftel der Straßen im europäischen Kernverkehrsnetz diese Vorgabe.

    Der größte Teil der zentralen Routen ist inzwischen mit ausreichend Schnellladestationen ausgestattet. Lücken bestehen vor allem in einigen osteuropäischen EU-Staaten, im Norden Schwedens und in Teilen Spaniens.

    Gleichzeitig wurde das Schnellladenetz in Spanien und den osteuropäischen Mitgliedstaaten zuletzt besonders stark erweitert. Neue Stationen entstehen entlang von Autobahnen, internationalen Verkehrsachsen und in der Nähe größerer Städte.

    Fahrer finden leichter eine öffentliche Ladestation

    Lucien Mathieu, Autoexperte bei Transport & Environment, erklärte, Besitzer von Elektroautos müssten heute in der Regel keine großen Entfernungen mehr zurücklegen, um einen öffentlichen Ladepunkt zu finden.

    Als nächste Aufgabe nennt die Organisation eine bessere Nutzerfreundlichkeit. Dazu gehören einfachere Bezahlmöglichkeiten, verständliche Tarife, zuverlässig funktionierende Ladesäulen und eine transparente Anzeige der endgültigen Kosten.

    Der Preis für das Laden kann derzeit je nach Land, Betreiber, Ladeleistung, Abonnement und Zahlungsmethode stark variieren. An manchen Stationen ist vor Beginn des Ladevorgangs nur schwer erkennbar, wie hoch die tatsächlichen Kosten ausfallen.

    Transport & Environment fordert Betreiber und Behörden deshalb auf, die Tarife verständlicher zu gestalten. Dazu gehören eine klare Preisanzeige vor dem Laden, Kartenzahlung ohne verpflichtende Registrierung sowie Informationen über Leistung und Betriebsstatus der Ladesäule.

    Lesen Sie auch: Lynk & Co startet Vorverkauf des 07 GT mit bis zu 530 PS

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    Karl Hartmann

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