Die ehemalige Weltranglistenerste Ana Ivanović hat erstmals öffentlich darüber gesprochen, dass sie gegen Ende ihrer Profikarriere unter schweren Panikattacken litt. Nach Angaben der serbischen Tennisspielerin beeinträchtigten die psychischen Probleme ihre Leistungen und verstärkten ihre Angst davor, erneut auf den Platz zu gehen. Ivanović beendete ihre Karriere Ende 2016 im Alter von 29 Jahren. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf eurosport.
Panikattacken traten direkt während der Matches auf
Über die Gründe für ihr frühes Karriereende sprach Ivanović in der kroatischen Sportsendung „Neuspjeh prvaka“, die vom früheren kroatischen Fußball-Nationaltrainer Slaven Bilić moderiert wird.
Die 38-Jährige erklärte, dass sie bislang nie öffentlich über ihren damaligen psychischen Zustand gesprochen habe.
„Ich habe noch nie darüber gesprochen, aber ich hatte sehr starke Panikattacken“, sagte Ivanović.
Nach ihren Worten konnten die Anfälle unmittelbar während eines Matches beginnen. Zuschauer hätten nicht verstanden, warum sie plötzlich stehen blieb oder auf dem Platz zu Boden ging.
„Die Menschen fragten sich, was mitten im Spiel plötzlich passierte und warum ich hinfiel. Tatsächlich geriet ich in Panik und konnte einfach nicht weitermachen“, erklärte die ehemalige Tennisspielerin.
Ivanović hatte Angst vor dem nächsten Auftritt auf dem Platz
Der psychische Druck endete nicht mit dem jeweiligen Match. Ivanović berichtete, dass sie bereits im Voraus Angst vor dem nächsten Einsatz und vor dem Spiel vor Publikum entwickelte.
„Mich überkam die Angst bei dem Gedanken, dass ich am nächsten Tag wieder auf den Platz gehen und vor Zuschauern spielen musste“, sagte sie.
Ihre letzte Saison im professionellen Tennis gehörte zu den schwierigsten ihrer Laufbahn. 2016 erreichte sie bei den Australian Open und den French Open jeweils nur die dritte Runde. In Wimbledon und bei den US Open schied sie bereits in der ersten Runde aus.
Am Ende des Jahres gab Ivanović ihren Rücktritt bekannt. Offiziell wurde die Entscheidung mit Verletzungen und der fehlenden Möglichkeit begründet, wieder auf dem früheren Niveau zu spielen. Nun bestätigte sie, dass auch psychische Probleme eine wichtige Rolle spielten.
Das Karriereende war für Ivanović eine schwierige Entscheidung
Ivanović betonte, dass sie nie geplant habe, bis zum Alter von 40 Jahren professionell Tennis zu spielen. Schon zu Beginn ihrer Laufbahn habe sie gewusst, dass sie sich nach dem Sport auch anderen Lebensbereichen widmen wolle.
„Ich erinnere mich, dass ich schon mit Anfang 20 sagte, ich würde nicht bis 40 spielen. Das hat mich nie gereizt, weil ich wusste, dass ich in meinem Leben noch andere Dinge machen möchte“, erzählte sie.
Gleichzeitig sei der Abschied vom Profisport emotional belastend gewesen. Tennis war seit ihrer frühen Kindheit ein zentraler Bestandteil ihres Lebens.
„Es war kein einfacher Weg. Es fiel mir schwer, das Tennis aufzugeben, weil es seit meinem fünften Lebensjahr mein Leben, meine erste Liebe und etwas war, das ich wirklich liebte und sehr gut konnte“, sagte Ivanović.
Nach ihren Angaben hatte sie Ende 2016 das Gefühl, dass der richtige Zeitpunkt für den Rücktritt gekommen sei.
Ana Ivanovićs Karriere: French-Open-Titel und Platz eins der Weltrangliste
Ivanovićs Profikarriere dauerte fast 13 Jahre. Einen ihrer größten Erfolge feierte sie 2008. Zunächst erreichte sie das Finale der Australian Open, wenig später gewann sie die French Open.
Im Endspiel von Roland Garros besiegte die Serbin die Russin Dinara Safina. Nach diesem Triumph übernahm Ivanović die Führung in der WTA-Weltrangliste und stand insgesamt zwölf Wochen auf Platz eins.
Während ihrer Karriere gewann sie 15 WTA-Titel im Einzel. Ihren Rücktritt vom professionellen Tennis erklärte Ivanović im Dezember 2016.
