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    Startseite»Sport»„Argentina Out“ sorgt für WM-Skandal: Kann die FIFA Argentinien ausschließen
    Sport

    „Argentina Out“ sorgt für WM-Skandal: Kann die FIFA Argentinien ausschließen

    „Argentina Out“ fordert Argentiniens Ausschluss von der WM 2026. Was hinter der Petition, den VAR-Vorwürfen und der Reaktion der FIFA steckt
    15 Juli 2026Lesedauer: 6 MinutenKarl HartmannKarl Hartmann
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    „Argentina Out“ fordert Argentiniens Ausschluss von der WM 2026. Was hinter der Petition, den VAR-Vorwürfen und der Reaktion der FIFA steckt
    „Argentina Out“ fordert Argentiniens Ausschluss von der WM 2026. Was hinter der Petition, den VAR-Vorwürfen und der Reaktion der FIFA steckt
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    Die Online-Kampagne „Argentina Out“ sorgt während der entscheidenden Phase der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 für erheblichen Wirbel. Ihre Initiatoren werfen der FIFA und den Schiedsrichtern vor, den amtierenden Weltmeister Argentinien und Kapitän Lionel Messi bei mehreren umstrittenen Entscheidungen bevorzugt zu haben. Bis zum 13. Juli sollen mehr als drei Millionen Menschen die Forderung nach einem Turnierausschluss unterstützt haben. Eine offizielle Grundlage für eine Disqualifikation gibt es bislang jedoch nicht. Die Redaktion von Imowell.de informiert Sie ausführlich zu diesem Thema.

    Die FIFA hat weder ein Verfahren zum Ausschluss der argentinischen Nationalmannschaft angekündigt noch Änderungen am Turnierplan vorgenommen. Argentinien bereitet sich weiterhin auf das Halbfinale gegen England am 15. Juli vor. Die öffentliche Petition, die Beschwerden anderer Verbände und mögliche finanzielle Ermittlungen gegen Funktionäre sind dabei rechtlich voneinander zu trennen.

    Auslöser war das Achtelfinale gegen Ägypten

    Die Protestbewegung nahm nach dem Achtelfinalspiel zwischen Argentinien und Ägypten deutlich an Fahrt auf. Ägypten führte zunächst mit 2:0, ehe die argentinische Mannschaft in der Schlussphase drei Tore erzielte und die Partie mit 3:2 gewann. Im Mittelpunkt der Kritik standen ein aberkannter Treffer von Mostafa Zico und eine Szene mit Mohamed Salah unmittelbar vor dem entscheidenden Tor Argentiniens.

    Der ägyptische Fußballverband reichte anschließend eine offizielle Beschwerde bei der FIFA ein. Gefordert wurde eine Überprüfung der Entscheidungen des französischen Schiedsrichterteams. Nach Darstellung des Verbandes hätten mehrere Fehlentscheidungen den Spielverlauf und das Endergebnis unmittelbar beeinflusst.

    Ägyptens Nationaltrainer Hossam Hassan erklärte nach dem Ausscheiden, seine Mannschaft sei nicht fair behandelt worden. Er sprach öffentlich von einer Benachteiligung durch die Unparteiischen.

    Die FIFA kam bei ihrer internen Bewertung zu einem anderen Ergebnis. Nach Angaben der Schiedsrichterverantwortlichen durfte der Videoassistent beim aberkannten Tor eingreifen, weil zuvor ein regelwidriges Verhalten im Aufbau der Angriffssituation erkannt worden sei. Der Zweikampf mit Salah vor dem argentinischen Siegtreffer wurde als übliche körperliche Auseinandersetzung bewertet.

    Was die Kampagne „Argentina Out“ fordert

    Auf der Internetseite der Kampagne behaupten die Organisatoren, Argentinien erhalte bei der WM 2026 wiederholt Vorteile durch Schiedsrichter und Videoassistenten. Im Zentrum der Vorwürfe stehen die Mannschaft von Nationaltrainer Lionel Scaloni und insbesondere Lionel Messi. Beweise für eine gezielte Bevorzugung oder eine institutionell gesteuerte Manipulation wurden bislang nicht vorgelegt.

    Die Initiatoren nennen mehrere Punkte, mit denen sie ihre Forderung nach einem Ausschluss begründen:

    • umstrittene Schiedsrichterentscheidungen im Spiel gegen Ägypten;
    • eine angeblich ungewöhnlich hohe Zahl von Strafstößen für Argentinien;
    • ausgebliebene Platzverweise nach harten Fouls argentinischer Spieler;
    • ein vermuteter Sonderstatus von Lionel Messi bei Schiedsrichtern und FIFA;
    • beleidigendes oder rassistisches Verhalten einzelner argentinischer Fans;
    • finanzielle Untersuchungen im Umfeld des argentinischen Fußballverbandes AFA.

    Das erklärte Ziel der Kampagne liegt bei fünf Millionen Unterstützern. Die Betreiber weisen zugleich darauf hin, dass „Argentina Out“ weder mit der FIFA noch mit einem nationalen Fußballverband verbunden ist.

    Auch mehrere Millionen digitale Unterschriften entfalten keine unmittelbare sportrechtliche Wirkung. Eine Petition kann öffentlichen Druck erzeugen, ersetzt aber weder ein Disziplinarverfahren noch eine Entscheidung der zuständigen FIFA-Gremien.

    Neue Proteste nach dem Viertelfinale gegen die Schweiz

    Die Kritik verschärfte sich nach dem Viertelfinale zwischen Argentinien und der Schweiz. Der Weltmeister gewann die Partie mit 3:1 nach Verlängerung. Für besondere Diskussionen sorgte der Platzverweis gegen den Schweizer Angreifer Breel Embolo.

    Embolo erhielt nach einer Videoüberprüfung eine zweite Gelbe Karte wegen einer angeblichen Schwalbe. Zunächst hatte der Schiedsrichter den Argentinier Leandro Paredes verwarnt. Der Videoassistent empfahl anschließend eine Überprüfung wegen einer möglichen Verwechslung des betroffenen Spielers.

    Nach Ansicht des Schiedsrichterteams zeigte die Wiederholung keinen regelwidrigen Kontakt von Paredes. Die Verwarnung gegen den Argentinier wurde deshalb zurückgenommen und stattdessen Embolo wegen Simulation bestraft. Für die Schweiz bedeutete die Entscheidung, dass sie einen erheblichen Teil der Partie in Unterzahl bestreiten musste.

    Nationaltrainer Murat Yakin kritisierte den Vorgang scharf. Nach seiner Darstellung habe die Entscheidung den Verlauf der Begegnung entscheidend verändert und die Spielkontrolle seiner Mannschaft zerstört.

    Die FIFA stellte sich dagegen hinter die Schiedsrichter. Ihr Schiedsrichterkomitee erklärte, das Videomaterial habe die Korrektur der ursprünglichen Entscheidung gerechtfertigt. Damit blieb auch die Gelb-Rote Karte gegen Embolo bestehen.

    Wie die FIFA auf die Manipulationsvorwürfe reagiert

    FIFA-Schiedsrichterchef Pierluigi Collina wies die Vorwürfe einer gezielten Bevorzugung Argentiniens zurück. Er erklärte, die Entscheidungen im Spiel gegen Ägypten seien nach den geltenden VAR-Regeln überprüft worden. Für Behauptungen, die Schiedsrichter seien zugunsten Argentiniens beeinflusst worden, gebe es keine belastbare Grundlage.

    Collina betonte zudem, dass weder FIFA-Präsident Gianni Infantino noch andere Funktionäre direkten Einfluss auf einzelne Entscheidungen während eines Spiels nehmen könnten. Die Verantwortung liege beim Schiedsrichterteam und den eingesetzten Videoassistenten.

    Gleichzeitig räumte der Italiener ein, dass einige Szenen auch nach Ansicht der Fernsehbilder unterschiedlich bewertet werden könnten. Dies gelte insbesondere für Zweikämpfe, die Intensität eines Kontakts und die Frage, ob ein Spieler eine Berührung bewusst gesucht habe.

    Trotz der anhaltenden Kritik sieht die FIFA derzeit keinen Anlass, ihre Bewertung der betreffenden Szenen zu ändern. Ein Fehlverhalten der Schiedsrichter, das eine Wiederholung der Spiele oder eine Sanktion gegen Argentinien rechtfertigen würde, wurde nicht festgestellt.

    Kann Argentinien tatsächlich von der WM ausgeschlossen werden?

    Ein Ausschluss einer Nationalmannschaft aus einem laufenden FIFA-Turnier ist nur unter klar geregelten Bedingungen möglich. Erforderlich wären ein formelles Verfahren, ein nachgewiesener Verstoß gegen Statuten oder Wettbewerbsregeln sowie eine Entscheidung der zuständigen Rechtsorgane.

    Die Forderungen der Kampagne „Argentina Out“ erfüllen diese Voraussetzungen nicht. Auch eine offizielle Beschwerde gegen Schiedsrichterentscheidungen führt nicht automatisch zur Annullierung eines Ergebnisses. Tatsachenentscheidungen der Unparteiischen bleiben in der Regel bestehen, sofern kein nachweisbarer Regelverstoß oder unzulässiger äußerer Einfluss festgestellt wird.

    VorgangBedeutungStand
    Online-PetitionÖffentliche Forderung von FansKeine unmittelbare Rechtswirkung
    Beschwerde ÄgyptensPrüfung der SchiedsrichterleistungFIFA verteidigt die Entscheidungen
    Platzverweis gegen EmboloUmstrittener VAR-EingriffEntscheidung bleibt gültig
    Finanzprüfungen gegen AFA-UmfeldUntersuchung möglicher GeldflüsseKein Beweis für Spielmanipulation
    Ausschluss ArgentiniensNur durch FIFA-Rechtsorgane möglichNicht angekündigt

    Bis zum 13. Juli gibt es weder eine offizielle Disziplinarklage gegen die argentinische Nationalmannschaft noch einen Beschluss über einen Turnierausschluss. Auch die bisherigen Ergebnisse Argentiniens wurden nicht aufgehoben.

    Was über die FBI-Ermittlungen bekannt ist

    Ein weiterer Bestandteil der Kampagne betrifft mögliche Ermittlungen amerikanischer Behörden zu Finanzgeschäften im Umfeld des argentinischen Fußballverbandes. Dabei sollen Geldbewegungen in Höhe von mehreren Hundert Millionen Dollar geprüft werden, die über das Unternehmen TourProdEnter LLC und US-amerikanische Bankkonten abgewickelt worden sein sollen.

    Im Zentrum der Untersuchungen stehen demnach internationale Vermarktungsvereinbarungen und die Frage, ob bei einzelnen Transaktionen gegen US-Recht verstoßen wurde. Die Vorgänge betreffen wirtschaftliche Aktivitäten und mögliche Zahlungen im Umfeld der AFA.

    Gegen Verbandspräsident Claudio Tapia oder andere führende AFA-Funktionäre liegt nach dem öffentlich bekannten Stand kein rechtskräftiges Urteil in den Vereinigten Staaten vor. Auch formelle Ermittlungen oder Bankprüfungen bedeuten nicht, dass die untersuchten Personen strafrechtlich verantwortlich sind.

    Eine Verbindung zwischen möglichen Finanzdelikten und einer Manipulation von Spielen bei der Weltmeisterschaft wurde bislang nicht nachgewiesen. Die finanziellen Untersuchungen, die VAR-Kritik und die Forderungen der Online-Petition sind separate Vorgänge.

    Argentinien spielt im Halbfinale gegen England

    Ungeachtet der Proteste bleibt Argentinien im Wettbewerb. Am 15. Juli trifft die Mannschaft im Halbfinale auf England. Für Lionel Messi wäre es das erste Spiel gegen die englische A-Nationalmannschaft bei einem großen internationalen Turnier.

    Die FIFA hat keine Änderung des Spielplans, keine vorläufige Suspendierung und keine Untersuchung gegen die gesamte argentinische Mannschaft bekannt gegeben. Das Halbfinale soll daher wie vorgesehen stattfinden.

    Die Kampagne „Argentina Out“ bleibt eine private Initiative von Fans und Aktivisten. Sie hat eine internationale Debatte über VAR-Entscheidungen, die Rolle der FIFA und den Umgang mit dem amtierenden Weltmeister ausgelöst, bislang aber kein offizielles Verfahren zum Ausschluss Argentiniens bewirkt.

    Lesen Sie auch: Messi erzielt ersten WM-Hattrick und stellt Klose-Rekord ein

    Argentina Out Argentinien WM 2026 FIFA Skandal Lionel Messi VAR Entscheidungen
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    Karl Hartmann

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