Der bekannte deutsche Extrembergsteiger Alexander Huber hat sich bei einer Klettertour am Feuerhorn in den Berchtesgadener Alpen schwer verletzt. Der 58-Jährige erlitt bei einem Sturz einen komplizierten Bruch der Speiche am linken Arm. Der Unfall ereignete sich während eines Redpoint-Versuchs. Aufgrund der Verletzung muss Huber voraussichtlich mehrere Monate auf anspruchsvolle Klettertouren verzichten. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf web.de.
Huber stürzte bei einem Redpoint-Versuch
Der Unfall ereignete sich während eines Kletterprojekts, an dem Alexander Huber gemeinsam mit dem Natur- und Bergsportfotografen Klaus Fengler arbeitete. Grundlage des Projekts war eine Route aus dem Jahr 1989.
Huber versuchte, die Route im sogenannten Redpoint-Stil zu durchsteigen. Dabei muss eine Kletterroute mit Seilsicherung von unten vollständig und ohne Sturz bewältigt werden. Sicherungspunkte dürfen nicht zur Fortbewegung genutzt werden.
Der Versuch misslang. Huber stürzte und verletzte sich dabei schwer am linken Arm. Durch das steile Gelände wurde der Sturz zwar teilweise abgefedert, die Verletzung konnte jedoch nicht verhindert werden.
Später erklärte Huber, dass es sich um einen komplizierten Speichenbruch handle. Genauere medizinische Angaben zur Art und Schwere der Verletzung machte er zunächst nicht.
Genesung könnte mehrere Monate dauern
Für den Bergsteiger steht nun die vollständige Wiederherstellung seines Handgelenks im Vordergrund. Huber erklärte, dass er Geduld brauche und zunächst abwarten müsse, wie gut die Verletzung verheilt.
Eine schnelle Rückkehr zu schweren Kletterrouten gilt als unwahrscheinlich. Nach seiner eigenen Einschätzung könnte er möglicherweise erst im kommenden Sommer wieder vollständig ins Klettern einsteigen.
Nach Abschluss der Rehabilitation will Huber jedoch wieder an steile und anspruchsvolle Felswände zurückkehren.
Das Feuerhorn gehört zu den bekannten Klettergebieten der Alpen
Das Feuerhorn, auch Feuerhörndl genannt, liegt in den Berchtesgadener Alpen und ist unter erfahrenen Kletterern seit Jahrzehnten bekannt. Besonders die kompakte Nordwand bietet zahlreiche lange und technisch anspruchsvolle Mehrseillängenrouten.
Die Geschichte des Klettergebiets ist eng mit Alexander und Thomas Huber verbunden. Mehrere besonders schwierige Routen am Feuerhorn wurden von den Brüdern geprägt oder bekannt gemacht.
Zu den berühmtesten Linien zählt „End of Silence“. Die rund 350 Meter lange Route wurde 1994 erstmals von Thomas Huber durchstiegen.
„End of Silence“ gehört gemeinsam mit „Silbergeier“ im Schweizer Rätikon und „Des Kaisers neue Kleider“ am Wilden Kaiser in Tirol zur sogenannten Alpinen Trilogie. Die drei Routen gelten als Meilensteine des schwierigen Sportkletterns in den Alpen.
Alexander Huber gehört seit Jahrzehnten zur Weltspitze
Alexander Huber zählt gemeinsam mit seinem Bruder Thomas seit vielen Jahren zu den bekanntesten deutschen Bergsteigern. Internationale Aufmerksamkeit erlangten die beiden insbesondere durch schwierige Erstbegehungen und schnelle Begehungen großer Felswände.
Zu ihren bekanntesten Leistungen gehört ein Geschwindigkeitsrekord an der Route „The Nose“ am El Capitan im Yosemite-Nationalpark. Im Jahr 2007 bewältigten die Brüder die fast 1.000 Meter hohe Wand in 2 Stunden und 45 Minuten. Der Rekord wurde später von anderen Kletterern unterboten.
Einem breiteren Publikum wurden die Huber-Brüder zudem durch den Dokumentarfilm „Am Limit“ bekannt. Der Film begleitet sie bei ihren Vorbereitungen und Versuchen, einen Geschwindigkeitsrekord am El Capitan aufzustellen.
Alexander Huber ist seit 1992 staatlich geprüfter Berg- und Skiführer. 1997 schloss er zudem ein Physikstudium ab, entschied sich anschließend jedoch für eine professionelle Karriere im Bergsport.
Seit 1998 lebt Huber vom Klettern sowie von Büchern und Vorträgen. Im Laufe seiner Karriere hielt er bereits mehr als 1.000 Vorträge.
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