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    Verschiedenes

    Asien bereitet sich auf ein extrem starkes El Niño vor

    Asien bereitet sich auf ein starkes El Niño vor: China, Japan, Indien und weitere Länder verstärken den Schutz vor Hitze, Dürren, Überschwemmungen und Taifunen.
    18 September 2026Lesedauer: 6 MinutenKarl HartmannKarl Hartmann
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    Asien bereitet sich auf ein starkes El Niño vor: China, Japan, Indien und weitere Länder verstärken den Schutz vor Hitze, Dürren, Überschwemmungen und Taifunen.
    Asien bereitet sich auf ein starkes El Niño vor: China, Japan, Indien und weitere Länder verstärken den Schutz vor Hitze, Dürren, Überschwemmungen und Taifunen.
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    Die Länder Asiens verstärken ihre Vorbereitungen auf ein starkes El-Niño-Ereignis, das gleichzeitig Dürren, extreme Hitze, Waldbrände, Überschwemmungen und schwere Taifune mit sich bringen könnte. Behörden in China, Indien, Sri Lanka, Südkorea, Japan und mehreren Staaten Südostasiens überarbeiten ihre Frühwarnsysteme und Katastrophenschutzpläne. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Wasserversorgung, dem Schutz der Ernten und der Ernährungssicherheit. In einigen Regionen bekommen Landwirte und Bevölkerung die Folgen der Wetterextreme bereits zu spüren. Nach Einschätzungen internationaler Organisationen könnte ein besonders starkes El Niño die Ernährungskrise in den am stärksten gefährdeten Ländern erheblich verschärfen. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf theguardian.

    El Niño droht mehrere Krisen gleichzeitig auszulösen

    Das aktuelle El-Niño-Ereignis entwickelt sich vor dem Hintergrund außergewöhnlich hoher Wassertemperaturen im tropischen Pazifik. Es wird erwartet, dass das Phänomen Ende 2026 und im Laufe des Jahres 2027 eine sehr hohe Intensität erreichen könnte.

    Das größte Risiko besteht dabei nicht allein in neuen Temperaturrekorden. Veränderungen der atmosphärischen und ozeanischen Zirkulation können verschiedene Teile Asiens auf völlig unterschiedliche Weise treffen: Während einigen Regionen ein erheblicher Niederschlagsmangel droht, müssen andere mit außergewöhnlich starken Regenfällen und Überschwemmungen rechnen.

    Die Folgen könnten sich auch auf die Lebensmittelversorgung auswirken. Nach Einschätzung des Welternährungsprogramms könnten rund 50 Millionen Menschen infolge des außergewöhnlich starken Wetterphänomens von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen sein.

    China erstellt Karten für Klimarisiken

    China hat eine groß angelegte Kampagne zur Vorbereitung auf extreme Wetterbedingungen gestartet. Sie ist auf 100 Tage angelegt und umfasst Maßnahmen zum Schutz der Landwirtschaft vor Dürren, extremer Hitze und heftigen Niederschlägen.

    Peking will insbesondere die Überwachung und die Frühwarnsysteme verbessern. Ein wichtiges Instrument sollen spezielle Klimarisikokarten werden. Städte sollen damit Gebiete identifizieren, die besonders anfällig für Überschwemmungen und gefährliche Hitze sind.

    Auch Hongkong hat bereits zusätzliche Maßnahmen eingeführt. Nach einer Rekordhitze wurden die Regeln für Arbeiten bei hohen Temperaturen angepasst. Von Arbeitgebern wird erwartet, dass sie zusätzliche Pausen ermöglichen, Kühlmöglichkeiten bereitstellen und Arbeitszeiten während der gefährlichsten Tagesstunden anpassen.

    Taiwan simuliert drei Tage mit mehr als 40 Grad

    In Taiwan wird extreme Hitze als Notfallsituation behandelt, die mehrere Bereiche der kritischen Infrastruktur gleichzeitig beeinträchtigen kann.

    Im September fanden groß angelegte Übungen statt. Das Szenario ging davon aus, dass die Temperaturen drei Tage hintereinander über 40 Grad steigen. Dabei wurde die Reaktion auf Strom- und Wasserausfälle, Probleme im Bahnverkehr, den Ausfall von Klimaanlagen und eine große Zahl von Hitzschlagfällen getestet.

    Die Behörden erproben außerdem eine digitale Karte mit öffentlich zugänglichen kühlen und klimatisierten Räumen. Sie soll insbesondere gefährdeten Menschen helfen, bei extremer Hitze schnell geeignete Schutzräume zu finden.

    Indien versucht, die Ernten vor der Dürre zu schützen

    Die Folgen der ungewöhnlichen Wetterbedingungen sind in Südasien bereits zu beobachten. In einigen Regionen Indiens lag das Defizit der Monsunniederschläge im September bei annähernd 50 Prozent.

    Der fehlende Regen gefährdet den Anbau von Reis, Mais, Hülsenfrüchten und Baumwolle. Sollte die Ernte deutlich geringer ausfallen, könnten die Lebensmittelpreise steigen. Besonders stark würde dies Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen belasten.

    In mehr als 350 besonders gefährdeten Bezirken Indiens werden deshalb Maßnahmen zur Wasserspeicherung und zur Sammlung von Regenwasser ausgebaut. Landwirten wird außerdem empfohlen, stärker auf früh reifende und trockenheitsresistente Pflanzen wie Hirse und Hülsenfrüchte zu setzen.

    Sri Lanka bereitet sich auf kritischen Wassermangel vor

    Besonders schwierig ist die Lage in Sri Lanka. Das Land erlebt eine der schwersten Dürren seit etwa einem Jahrzehnt. Mehr als 160.000 Menschen sind bereits von Problemen bei der Trinkwasserversorgung betroffen.

    Wegen austrocknender Wasserstellen mussten die Behörden den Zugang zu Teilen des Yala-Nationalparks einschränken. Wasser wird mit Tankfahrzeugen herangeschafft, um Wasserstellen für Wildtiere zu erhalten.

    In der Mullaitivu-Lagune im Nordosten des Landes wurde zudem ein massenhaftes Fischsterben registriert, das mit dem Mangel an Süßwasser in Verbindung gebracht wird.

    Die Katastrophenschutzbehörden bereiten sich inzwischen auf ein Szenario vor, bei dem die verfügbaren Süßwasserreserven weiter zurückgehen. Als äußerste Maßnahme kommt die Entsalzung von Meerwasser infrage. Die vorhandenen Kapazitäten reichen allerdings nicht aus, um das Problem landesweit zu lösen.

    Südostasien erwartet geringere Reisernten

    Für die Länder Südostasiens erhöht El Niño den Druck auf Landwirtschaft und Lebensmittelmärkte. Die Situation wird zusätzlich durch hohe Energie- und Düngemittelkosten sowie saisonale Brände in Indonesien und Malaysia verschärft.

    Während des El-Niño-Ereignisses 2023–2024 hatten mehrere Länder der Region unter anderem ihre Aussaatpläne angepasst und den Wasserverbrauch stärker reguliert. Angesichts der aktuellen Kombination verschiedener Belastungsfaktoren könnten solche Maßnahmen diesmal jedoch nicht ausreichen.

    Nach den vorliegenden Schätzungen könnte der Reisertrag in der Region um etwa 8 bis 10 Prozent zurückgehen.

    Besonders empfindlich gegenüber steigenden Lebensmittelpreisen sind Indonesien und die Philippinen. Für viele Haushalte macht die Ernährung einen erheblichen Anteil der laufenden Ausgaben aus. Selbst moderate Preissteigerungen können sich deshalb schnell auf die finanzielle Situation von Familien auswirken.

    Regierungen und landwirtschaftliche Genossenschaften versuchen gleichzeitig, die Widerstandsfähigkeit des Agrarsektors zu erhöhen. Dazu gehören regenerative Anbaumethoden und ein verstärkter Einsatz von Biodüngern.

    Südkorea führt neue höchste Hitzewarnstufe ein

    Südkorea hat 2026 bereits extreme Wetterkontraste erlebt. Der Juli war im Südosten des Landes außergewöhnlich trocken. Nur wenige Wochen später brachten heftige Regenfälle teilweise außergewöhnlich hohe Niederschlagsmengen.

    Auch die Landwirtschaft wurde durch die hohen Temperaturen belastet. Landwirte berichteten von Kartoffeln, die durch die starke Erwärmung des Bodens so schwer beschädigt wurden, dass sie mit „gekochten“ Kartoffeln verglichen wurden.

    Der koreanische Wetterdienst hat erstmals seit 18 Jahren sein Hitzewarnsystem überarbeitet. Neu ist eine höchste Gefahrenstufe. Ab einer gefühlten Temperatur von 38 Grad können die Behörden empfehlen, nicht dringende Arbeiten im Freien einzustellen.

    Ein weiterer Risikofaktor ist das ungewöhnlich warme Meer rund um die koreanische Halbinsel. Die Bedingungen könnten dazu beitragen, dass starke tropische Wirbelstürme für die Region eine größere Gefahr darstellen.

    Japan bereitet sich auf extreme Hitze und Taifune vor

    Auch Japan bereitet sich gleichzeitig auf außergewöhnliche Hitze und potenziell zerstörerische Taifune vor. Das Zusammenspiel von El Niño und langfristig steigenden Meerestemperaturen verändert dabei bisher bekannte Wettermuster.

    In der Vergangenheit wurde El Niño in Japan teilweise mit etwas kühleren Sommern in Verbindung gebracht. Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt jedoch ein anderes Bild: Sehr hohe Meerestemperaturen können lange Hitzeperioden und eine hohe Luftfeuchtigkeit begünstigen.

    Im Juli 2026 wurde in Japan erstmals offiziell ein sogenannter Kokushobi registriert – ein Tag, an dem die Temperatur über 40 Grad steigt. Der Begriff wurde eingeführt, um besonders gesundheitsgefährdende Hitze zu kennzeichnen.

    Nach dem Ende der sommerlichen Hitze richtet sich die Aufmerksamkeit zunehmend auf mögliche Taifune. Die Bevölkerung wird aufgefordert, offizielle Evakuierungsanweisungen zu beachten, Vorräte an Trinkwasser und Lebensmitteln anzulegen und Gegenstände von Balkonen zu entfernen, die bei starkem Wind zu gefährlichen Flugobjekten werden könnten.

    Das japanische Infrastrukturministerium hat außerdem gefährdete Unterführungen an nationalen Straßen identifiziert. Diese sollen bei außergewöhnlich starken Regenfällen vorsorglich gesperrt werden. Die Maßnahmen wurden verschärft, nachdem es bei Rekordregen in der Präfektur Chiba zu tödlichen Zwischenfällen gekommen war.

    Lesen Sie auch: Sturzflut im Grand Canyon: Ein Toter, 15 Vermisste

    El Niño 2026 El Niño in Asien extreme Hitze Taifune in Asien Wetter in Asien
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    Karl Hartmann

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