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    Sturzflut im Grand Canyon: Ein Toter, 15 Vermisste

    Nach einer Sturzflut im Grand Canyon ist ein Mann tot. Rund 15 Menschen werden vermisst. Brücken und die wichtigste Wasserleitung wurden beschädigt.
    31 August 2026Lesedauer: 4 MinutenKarl HartmannKarl Hartmann
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    Nach einer Sturzflut im Grand Canyon ist ein Mann tot. Rund 15 Menschen werden vermisst. Brücken und die wichtigste Wasserleitung wurden beschädigt.
    Nach einer Sturzflut im Grand Canyon ist ein Mann tot. Rund 15 Menschen werden vermisst. Brücken und die wichtigste Wasserleitung wurden beschädigt.
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    Bei einer schweren Sturzflut im Grand-Canyon-Nationalpark im US-Bundesstaat Arizona ist mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Rund 15 Personen werden weiterhin vermisst oder konnten bislang nicht erreicht werden. Die Rettungskräfte brachten 62 Besucher aus den betroffenen Gebieten in Sicherheit. Wegen erheblicher Schäden an der touristischen und kommunalen Infrastruktur sperrte die Parkverwaltung mehrere Wanderwege und Übernachtungsplätze. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf faz.net.

    Wassermassen treffen das Gebiet um die Phantom Ranch

    Die Sturzflut ereignete sich am Samstag, dem 29. August, gegen 14.30 Uhr Ortszeit. Nach intensiven Niederschlägen auf dem Kaibab-Plateau stieg der Wasserstand des Bright Angel Creek innerhalb kurzer Zeit stark an. Die Wassermassen strömten durch den Bright Angel Canyon und das Gebiet der Phantom Ranch am Grund des Grand Canyon.

    Die Flut führte Felsbrocken, Baumstämme und große Mengen Geröll mit sich. Von Touristen aufgenommene Videos zeigen, wie schlammiges Wasser innerhalb weniger Minuten Bereiche entlang der Wanderwege überschwemmte. Fast alle Fußgängerbrücken über den Bright Angel Creek wurden zerstört oder schwer beschädigt.

    Durch den Verlust der Übergänge waren einzelne Besuchergruppen zeitweise voneinander abgeschnitten. An dem Rettungseinsatz beteiligen sich Beschäftigte des Nationalparks, das Arizona Department of Public Safety und weitere örtliche Behörden.

    Leiche eines 46-jährigen Mannes im Colorado River gefunden

    Am Sonntagabend entdeckten Einsatzkräfte in der Nähe der Stromschnellen Crystal Rapids im Colorado River die Leiche eines 46 Jahre alten Mannes. Die Parkverwaltung geht davon aus, dass sein Tod mit der Sturzflut zusammenhängt. Die endgültige Todesursache soll durch die Gerichtsmedizin festgestellt werden.

    Nach Angaben des US-National Park Service gelten rund 15 Menschen weiterhin als vermisst oder ihr Aufenthaltsort ist nicht bestätigt. Die Behörden sammeln Informationen über Wanderer und Rucksacktouristen, die sich zum Zeitpunkt der Flut im Bright Angel Canyon, an der Phantom Ranch oder auf dem North Kaibab Trail aufgehalten haben könnten.

    Bis Sonntagmorgen wurden 62 Menschen aus gefährdeten Bereichen evakuiert. Einige Besucher mussten mit Hubschraubern ausgeflogen werden. Die Rettungsaktion dauert an, wird jedoch durch zerstörte Brücken, beschädigte Wanderwege und die weiterhin instabile Wetterlage erschwert.

    Nach vorläufigen Angaben des Auswärtigen Amtes befinden sich keine deutschen Staatsangehörigen unter den Vermissten. Das deutsche Generalkonsulat in Los Angeles steht mit den örtlichen Behörden in Kontakt. Eine vollständige Liste aller Personen, die sich während der Flut im betroffenen Gebiet aufgehalten haben könnten, liegt bislang nicht vor.

    Brücken und Wanderwege im Canyon zerstört

    Die Wassermassen richteten entlang des Bright Angel Canyon erhebliche Schäden an. Wegen der zerstörten Übergänge können Besucher den Bright Angel Creek an mehreren Stellen nicht mehr sicher überqueren. In einzelnen Gebieten besteht zudem die Gefahr weiterer Überflutungen, Erdrutsche und Steinschläge.

    Die Parkverwaltung sperrte die Phantom Ranch, den Bright Angel Campground, mehrere Hütten sowie den North Kaibab Trail bis auf Weiteres. Auch der Verkehr auf dem Colorado River wurde zeitweise eingeschränkt, nachdem die Flut große Mengen an Treibgut und Geröll in den Fluss gespült hatte.

    Rettungskräfte kontrollieren insbesondere jene Gebiete, in denen sich Camper und Teilnehmer mehrtägiger Wanderungen aufgehalten haben könnten. Menschen, die die Gefahrenzone selbstständig verlassen konnten, sollen sich bei der Parkverwaltung melden. Dadurch soll die Vermisstenliste überprüft und verhindert werden, dass Einsatzkräfte nach Personen suchen, die sich bereits in Sicherheit befinden.

    Wichtigste Wasserleitung des Nationalparks beschädigt

    Die Sturzflut beschädigte auch die rund 20 Kilometer lange Transcanyon-Wasserleitung. Sie verläuft vom Nordrand des Grand Canyon bis zum Südrand und versorgt touristische Einrichtungen sowie die Einwohner von Grand Canyon Village mit Trinkwasser. Die Leitung ist zugleich ein wichtiger Bestandteil des Feuerlöschsystems.

    Wegen der Schäden ordnete die Parkverwaltung Einschränkungen beim Wasserverbrauch in den besonders stark besuchten Gebieten an. Einwohner und Besucher wurden aufgefordert, möglichst wenig Wasser zu verbrauchen. Offenes Feuer ist vorübergehend verboten, da der Ausfall der Wasserversorgung die Einsatzmöglichkeiten der Feuerwehr einschränkt.

    Ab Montag werden im Nationalpark keine neuen Übernachtungsgäste mehr aufgenommen. Die Maßnahme betrifft Hotels, Campingplätze und andere Unterkünfte, die von der zentralen Wasserversorgung abhängig sind. Wann die beschädigte Leitung wieder vollständig in Betrieb genommen werden kann, ist bislang unklar.

    Wetterdienst warnt vor weiteren Unwettern

    Für Montag werden im Norden Arizonas erneut Gewitter und starke Regenfälle erwartet. Nach Angaben der Parkverwaltung könnten die Niederschläge weitere Sturzfluten in engen Schluchten, Bachläufen und früheren Waldbrandgebieten auslösen.

    Zusätzlich besteht die Gefahr von Steinschlägen und unterspülten Wanderwegen. Besucher sollen sich von engen Canyons fernhalten und keine überfluteten Wege oder Wasserläufe überqueren. Auch Niederschläge, die mehrere Kilometer von einem Wanderweg entfernt fallen, können innerhalb kurzer Zeit eine gefährliche Flutwelle auslösen.

    Sturzfluten treten im Norden Arizonas vor allem während der Monsunzeit von Juli bis September auf. Der ausgetrocknete Boden und die felsigen Hänge können nur geringe Wassermengen aufnehmen. Bei Starkregen fließt das Wasser deshalb schnell in Bäche und enge Schluchten ab.

    Der Grand Canyon erstreckt sich entlang des Colorado River und ist stellenweise mehr als einen Kilometer tief. Seine maximale Breite beträgt etwa 28 Kilometer. Im vergangenen Jahr besuchten fast fünf Millionen Menschen den Nationalpark.

    Lesen Sie auch: Sturzflut in Nepal und Tibet: Mehr als 160 Todesopfer

    Evakuierung im Grand Canyon Sturzflut im Grand Canyon Überschwemmung in Arizona Unwetter in den USA Vermisste im Grand Canyon
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    Karl Hartmann

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