Kaufland baut sein Angebot an Kosmetik-, Körperpflege- und Hygieneprodukten aus. Der Handelskonzern hat damit begonnen, entsprechende Abteilungen in ausgewählten Filialen umzubauen und neue Lösungen für Kunden zu testen. Dazu gehören neu gestaltete Regale, Bereiche zum Testen von Düften sowie eine Technologie zur Analyse von Haut und Haaren mithilfe künstlicher Intelligenz. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf t-online.
Kaufland baut Kosmetik- und Pflegeabteilungen um
Das Unternehmen will Körperpflegeprodukte künftig stärker in seinen Filialen präsentieren. Damit positioniert sich Kaufland verstärkt in einem Markt, in dem spezialisierte Drogerieketten wie dm, Rossmann und Müller in Deutschland eine wichtige Rolle spielen.
Ein zentraler Bestandteil des neuen Konzepts ist die Umgestaltung der Regale. Sie sollen niedriger und heller werden, damit sich Kunden schneller im Sortiment orientieren können.
Gleichzeitig überarbeitet Kaufland das Design seiner Eigenmarke Bevola. Eine dreistellige Kennzeichnung soll dabei helfen, Produktkategorie, Eigenschaften und Duft eines Artikels auf einen Blick voneinander zu unterscheiden.
Kunden sollen Düfte testen können, ohne Verpackungen zu öffnen
Eine weitere Neuerung ist ein spezieller Bereich zum Testen von Düften. Kunden sollen dort den Geruch von Kosmetik- und Pflegeprodukten kennenlernen können, ohne dafür die Verpackung direkt am Regal öffnen zu müssen.
Mit dem neuen Konzept nähert sich die entsprechende Abteilung stärker dem Einkaufserlebnis in einer klassischen Drogerie an. Gleichzeitig können Kunden Shampoo, Duschgel, Kosmetik und weitere Pflegeprodukte zusammen mit ihrem regulären Lebensmitteleinkauf erwerben.
Kaufland testet KI-Spiegel in Berlin
Ein weiteres Projekt erprobt Kaufland derzeit in Berlin. Dort testet das Unternehmen einen Spiegel mit künstlicher Intelligenz, der eine automatisierte Analyse von Haut und Haaren ermöglichen soll.
Die Technologie soll die klassische Auswahl von Kosmetikprodukten um digitale Funktionen ergänzen. Derzeit handelt es sich allerdings um einen Test und nicht um eine flächendeckende Einführung in allen Kaufland-Filialen.
In der ersten Phase wird das neue Konzept in fünf Märkten umgesetzt. Vier davon befinden sich in Berlin, eine weitere Filiale liegt in Sinsheim. In anderen Märkten sollen die Veränderungen schrittweise folgen.
dm und Rossmann erzielen Milliardenumsätze
Die Erweiterung bei Kaufland erfolgt vor dem Hintergrund eines wachsenden Marktes für Körperpflege- und Drogerieprodukte in Deutschland.
dm erzielte im Geschäftsjahr 2024/25 in Deutschland einen Umsatz von 13,27 Milliarden Euro. Im vorherigen Geschäftsjahr waren es 12,47 Milliarden Euro.
Rossmann kam 2025 in Deutschland auf einen Umsatz von 10,5 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahr entsprach dies einem Plus von 6,1 Prozent. Auch Müller verzeichnet seit mehreren Jahren steigende Umsätze.
Konkurrenz zwischen Supermärkten und Drogerien nimmt zu
Der Wettbewerb beschränkt sich längst nicht mehr auf Shampoo, Kosmetik, Haushaltsreiniger und Körperpflegeprodukte. Drogerieketten erweitern ihr Sortiment zunehmend um Lebensmittel, darunter insbesondere Bio-Produkte ihrer Eigenmarken.
Dadurch konkurrieren dm, Rossmann und andere Drogerieketten in bestimmten Produktgruppen zunehmend mit Supermärkten, Discountern und Bio-Händlern.
Die Unternehmen setzen dabei auf unterschiedliche Strategien zur Kundenbindung. Rossmann bietet Rabattcoupons und regelmäßige Preisaktionen an. Auch Müller arbeitet mit wechselnden Angeboten. dm setzt unter anderem auf eine Dauerniedrigpreisstrategie und zusätzliche Angebote über die eigene App.
Für Kaufland bedeutet der Ausbau des Drogeriesortiments damit den stärkeren Einstieg in einen Markt, in dem neben dem Preis auch etablierte Eigenmarken der spezialisierten Drogerieketten eine wichtige Rolle spielen.
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