Die Supermarktkette Kaufland startet in Deutschland schrittweise den Umstieg auf ein digitales Parksystem. Klassische Parkscheiben, die bisher hinter der Windschutzscheibe platziert wurden, sollen nach und nach verschwinden. Stattdessen kommt automatische Kennzeichenerkennung zum Einsatz. Die Umstellung läuft bereits in ersten Städten und betrifft vor allem Standorte mit hoher Auslastung. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf echo24.
Wie das neue Parksystem funktioniert
Anstelle der manuellen Kontrolle der Parkdauer erfassen Kameras Fahrzeuge bei der Ein- und Ausfahrt. Die Aufenthaltszeit wird automatisch berechnet.
Die wichtigsten Punkte:
- Kamera erfasst das Kennzeichen bei der Einfahrt;
- Startzeit wird registriert;
- Bei der Ausfahrt wird die Parkdauer berechnet;
- Innerhalb der kostenlosen Parkzeit (meist 90–120 Minuten) fallen keine Gebühren an;
- Bei Überschreitung drohen Kosten oder Vertragsstrafen.
Für Autofahrer entfällt damit das Einstellen der Parkscheibe.
Warum Kaufland die Parkregeln ändert
Ziel ist es, Dauerparken durch Nichtkunden zu verhindern. Besonders in innenstadtnahen Lagen werden Parkflächen häufig zweckentfremdet.
Nach Angaben des Unternehmens soll das System:
- Parkplätze für Kunden freihalten;
- die Auslastung besser steuern;
- Ein- und Ausfahrt beschleunigen;
- Missbrauch reduzieren.
Die Einführung erfolgt standortbezogen, nicht flächendeckend.
Wo die Technik bereits eingesetzt wird
Zunächst werden Filialen in Städten mit hohem Parkdruck umgestellt. In Orten wie Bottrop ist die Technik bereits im Einsatz oder in der Testphase.
In weniger belasteten Regionen, etwa im Raum Heilbronn, bleibt das bisherige System vorerst bestehen.
Was mit den Daten passiert
Die Nutzung von Kameras wirft Datenschutzfragen auf. Kaufland verweist auf die Einhaltung der Vorgaben der GDPR.
Nach Unternehmensangaben gilt:
- erfasst wird nur das Kennzeichen;
- Personen werden nicht aufgezeichnet;
- Verarbeitung erfolgt über externe Dienstleister (z. B. fair parken oder Peter Park);
- Daten werden gelöscht, sobald keine Verstöße vorliegen.
Trend im Handel: Parkflächen werden neu genutzt
Auch andere Handelsketten passen ihre Parkplatzkonzepte an.
Beispiele:
- Lidl testet bezahltes Nachtparken in Hamburg;
- Aldi setzt auf ähnliche Modelle;
- Netto Marken-Discount bietet Abendparken an zahlreichen Standorten.
Ziel ist eine effizientere Nutzung der Flächen, insbesondere in Städten.
Dimension der Kaufland-Parkplätze in Deutschland
Kaufland betreibt in Deutschland rund 790–800 Filialen. Pro Standort stehen in der Regel 200 bis 500 Stellplätze zur Verfügung, große Märkte bieten teils über 700.
Insgesamt ergibt sich:
- etwa 250.000 bis 350.000 Parkplätze bundesweit.
Damit betreffen die Änderungen potenziell Millionen Autofahrer.
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