Ein Schweizer Gericht hat zugunsten von Lindt & Sprüngli im Markenstreit mit Aldi entschieden. Das Handelsgericht des Kantons Aargau kam zu dem Schluss, dass die rote Verpackung der von Aldi verkauften Schokoladentrüffel zu Verwechslungen führen kann. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf t-online.
Dem Urteil zufolge muss der Discounter seine Schokoladenkugeln in roter Folie vom Schweizer Markt nehmen. Das Gericht verwies auf die Ähnlichkeit mit den bekannten Lindor-Trüffeln und stellte fest, dass es keine objektive Rechtfertigung für ein derart ähnliches Design gebe. In der Begründung heißt es, Aldi orientiere sich „unbegründet“ am Erscheinungsbild der Lindt-Produkte.
Andere Verpackungsfarben bleiben erlaubt
Das Gericht stellte zugleich klar, dass sich das Verwechslungsrisiko ausschließlich auf Produkte in roter Verpackung bezieht. Trüffel in anderen Farben sind von der Entscheidung nicht betroffen. Die Lindor-Pralinen gelten als geschütztes Markenzeichen von Lindt und werden sowohl einzeln als auch in größeren Verpackungen verkauft.
Aldi erklärte, dass die Trüffel der Marke „Moser Roth“ in der Schweiz seit 2016 angeboten werden. Produkte in roter Verpackung, die Gegenstand des Verfahrens waren, werden in Deutschland nicht verkauft.
Streit besteht seit 2024
Ein erstes Urteil gegen Aldi erging bereits im Jahr 2024. Damals legte Aldi Suisse Berufung ein. Während des Verfahrens einigten sich Hersteller und Discounter zeitweise darauf, Lindt-Produkte in Deutschland in gesonderten Verkaufsbereichen anzubieten.
Im Jahr 2025 kam es jedoch zu einer Kehrtwende. Lindt-CEO Adalbert Lechner beendete die Kooperation und verwies auf die Gefahr einer Markenabwertung durch aggressive Rabattstrategien.
Preisdruck und rückläufige Absatzmengen
Parallel dazu steht das Unternehmen unter wachsendem Marktdruck. Aufgrund steigender Kakaopreise erhöhte Lindt seine Preise – um 19 Prozent im vergangenen Jahr und um rund 40 Prozent innerhalb von vier Jahren.
Bis 2024 konnte Lindt dennoch steigende Absatzmengen verzeichnen. Im letzten Berichtszeitraum wurde jedoch ein Rückgang um 6,6 Prozent gemeldet. Der Umsatz stieg gleichzeitig um 12,4 Prozent – ausschließlich infolge der Preiserhöhungen.
Nach Angaben des Unternehmens liegt der weltweite Marktanteil weiterhin bei 5,8 Prozent. Für das laufende Jahr rechnet Lindt mit weiteren moderaten Preisanpassungen.
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