Das Hamburger Gewürzunternehmen Ankerkraut kehrt nach mehreren Jahren Zusammenarbeit mit Nestlé zur Eigenständigkeit zurück. Die Gründer Anne und Stefan Lemcke haben ihre Anteile zurückgekauft und damit die Partnerschaft mit dem internationalen Konzern beendet. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf BILD.
Das Start-up, das durch die TV-Show Die Höhle der Löwen bekannt wurde, will künftig wieder unabhängig agieren. Nach Unternehmensangaben soll dieser Schritt schnellere Entscheidungen und mehr Flexibilität in einem sich wandelnden Markt ermöglichen.
Position von Nestlé und Ankerkraut
Bei Nestlé heißt es, man unterstütze den Wunsch der Gründer nach größerer unternehmerischer Unabhängigkeit. Der Deutschlandchef des Konzerns bezeichnete die Zusammenarbeit als konstruktiv und vertrauensvoll.
Ankerkraut betont zugleich, dass die Jahre unter dem Dach des Konzerns wichtige Impulse gebracht hätten. Insbesondere bei Struktur, Professionalisierung und Organisation habe das Unternehmen profitiert. Die Rückkehr zur Eigenständigkeit wird nun als nächster Entwicklungsschritt beschrieben.
Gründe für das Ende der Zusammenarbeit
Der Einstieg von Nestlé bei Ankerkraut im Jahr 2022 hatte eine breite öffentliche Debatte ausgelöst. In sozialen Netzwerken wurde die Beteiligung teils scharf kritisiert. Kunden und Partner warfen dem Unternehmen vor, sich von seinen ursprünglichen Werten entfernt zu haben.
Zu den Vorwürfen gegen den Konzern zählten unter anderem ökologische und soziale Kritikpunkte, etwa im Umgang mit Ressourcen und internationalen Geschäftsaktivitäten. Laut Unternehmen sei der Rückkauf jedoch nicht direkt auf diese Reaktionen zurückzuführen, auch wenn die öffentliche Wahrnehmung eine Rolle gespielt habe.
Unternehmensgeschichte und aktuelle Lage
Ankerkraut wurde 2013 gegründet und erreichte 2016 durch die Teilnahme an Die Höhle der Löwen größere Bekanntheit. Vor dem Einstieg von Nestlé hatte sich der Konzern rund 85 Prozent der Anteile gesichert.
In der Hochphase beschäftigte das Unternehmen mehr als 230 Mitarbeiter, der Umsatz lag im zweistelligen Millionenbereich. Aktuell arbeiten rund 160 Personen bei Ankerkraut. Das Sortiment umfasst über 500 Produkte, darunter Gewürze, Mischungen, Tees und Zubehör.
Mit dem Abschluss der Transaktion kehrt Ankerkraut zu einer eigentümergeführten Unternehmensstruktur zurück.
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