In Deutschland finden am 15. und 16. Mai Warnstreiks im Einzel- und Großhandel statt. Die Gewerkschaft Verdi hat Beschäftigte zu Aktionen aufgerufen, nachdem es im Tarifkonflikt mit den Arbeitgebern keine Einigung gegeben hat. Kundinnen und Kunden müssen in einigen Regionen mit Verzögerungen, eingeschränktem Betrieb einzelner Filialen und möglichen Störungen in der Logistik rechnen. Flächendeckende Supermarktschließungen werden jedoch nicht erwartet. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf Вild.
Wo die Streiks stattfinden und welche Regionen betroffen sind
Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi finden die Aktionen in mehreren Bundesländern statt und werden regional organisiert. Besonders spürbar könnten sie in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Norddeutschland werden.
Zu den Städten, in denen Streikaktionen angekündigt wurden, gehören:
- Frankfurt am Main;
- Hamburg;
- Stuttgart;
- Dortmund.
Da die Proteste nicht einheitlich alle Geschäfte im Land betreffen, kann sich die Lage von Bundesland zu Bundesland und sogar innerhalb einzelner Regionen unterscheiden. In manchen Städten sind Verzögerungen bei Lieferungen oder weniger Personal in den Filialen möglich, während andere Geschäfte ohne erkennbare Einschränkungen weiterarbeiten.
Welche Handelsketten von Störungen betroffen sein könnten
Die Warnstreiks betreffen nicht nur Supermärkte, sondern auch Modegeschäfte, Einrichtungshäuser, Baumärkte und Lagerstandorte. Zu den Unternehmen, deren Beschäftigte zur Teilnahme an den Aktionen aufgerufen wurden, gehören H&M, Zara, IKEA, Obi und Primark.
Im Lebensmittelhandel werden Rewe, Kaufland und Metro genannt. Außerdem stehen Lager von Penny und Lekkerland im Zusammenhang mit den Streikaufrufen, was für die Warenlogistik und die Belieferung einzelner Regionen relevant sein kann.
In Hessen ist nach den vorliegenden Informationen auch Douglas betroffen. Zudem wurden Beschäftigte im pharmazeutischen Großhandel zur Teilnahme an den Aktionen aufgerufen. Die Versorgung mit Medikamenten soll jedoch gesichert bleiben.
Was das für Kundinnen und Kunden bedeutet
Für Verbraucher können die Streiks lokale Verzögerungen, längere Warteschlangen oder eine eingeschränkte Verfügbarkeit einzelner Waren in bestimmten Filialen bedeuten. Eine bundesweite Schließung von Supermärkten wird aber nicht erwartet.
Lebensmittel sollen weiterhin in anderen Supermärkten und Discountern erhältlich sein. Wenn ein Geschäft nur eingeschränkt arbeitet, können Kunden auf nahegelegene Filialen oder andere Handelsketten ausweichen.
Kaufland erklärte gegenüber BILD, dass alle Filialen des Unternehmens in Deutschland regulär geöffnet bleiben sollen. Auch die Warenversorgung der Märkte sei nach Angaben des Unternehmens gewährleistet. Die konkreten Folgen der Streiks hängen damit vor allem von der jeweiligen Kette, der Region und der Beteiligung der Beschäftigten vor Ort ab.
Was Verdi fordert
Hauptgrund der Streiks ist der Streit über höhere Löhne im Einzel- und Großhandel. Verdi fordert eine Gehaltserhöhung um sieben Prozent, mindestens jedoch 225 Euro mehr pro Monat.
Die Arbeitgeber bieten nach den vorliegenden Angaben eine Erhöhung um 3,5 Prozent in zwei Stufen an. Die Gewerkschaft hält dieses Angebot für unzureichend und bezeichnet die Warnstreiks als direkte Reaktion auf die Position der Arbeitgeber in der laufenden Tarifrunde.
Verdi-Sprecherin Daniela Milutin erklärte gegenüber BILD, dass im Einzelhandel überwiegend Frauen arbeiteten, häufig in Teilzeit. Wegen der gestiegenen Preise reichten die Einkommen vieler Beschäftigter ihrer Darstellung zufolge oft nicht mehr aus, um bis zum Monatsende über die Runden zu kommen.
Warum die Streiks für den Einzelhandel wichtig sind
Der Einzelhandel gehört zu den größten Beschäftigungsbereichen in Deutschland. Insgesamt arbeiten im deutschen Handel rund 5,2 Millionen Menschen, davon etwa 3,4 Millionen direkt im Einzelhandel.
Verdi bezeichnet die aktuellen Aktionen als die ersten Warnstreiks in dieser Tarifrunde. Nach Angaben der Gewerkschaft sind sie eine Reaktion auf das Arbeitgeberangebot, das in dieser Woche vorgelegt wurde.
Für Verbraucher dürften die unmittelbaren Folgen vor allem regional begrenzte Einschränkungen sein. Wahrscheinlich sind Verzögerungen beim Service, einzelne Lieferprobleme und ein unregelmäßiger Betrieb mancher Filialen. Ein flächendeckender Mangel an Lebensmitteln oder ein vollständiger Stillstand des Handels wird nicht erwartet.
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