Der 1. Sonntag nach Trinitatis fällt 2026 auf den 7. Juni. Im Mittelpunkt stehen der Wochenspruch aus Lukas 10,16a, der Predigttext aus Apostelgeschichte 4,32–37 und das Evangelium vom reichen Mann und armen Lazarus, berichtet Imowell nach Angaben des liturgischen Kalenders Kirchenjahr evangelisch.
Der Sonntag folgt unmittelbar auf Trinitatis und eröffnet die Reihe der Sonntage nach Trinitatis. Inhaltlich geht es nicht mehr um ein einzelnes großes Festereignis, sondern um Glauben im Alltag: Hören, Unterscheiden, Teilen und den Blick auf den Nächsten.
Warum der 7. Juni 2026 im Kirchenjahr heraussticht
Trinitatis ist nach Darstellung der Evangelischen Kirche in Deutschland das Fest der Dreieinigkeit. Es wird am ersten Sonntag nach Pfingsten gefeiert und schließt die große Festzeit von Weihnachten über Ostern bis Pfingsten ab. Die Sonntage danach führen diese Linie nicht als Festfolge weiter, sondern als lange Phase der Auslegung und Einübung.
Der 1. Sonntag nach Trinitatis steht deshalb am Übergang. Die liturgische Farbe ist Grün, die Festzeit heißt Trinitatiszeit. Diese Einordnung prägt den Ton des Tages: weniger Feier eines Ereignisses, mehr Konzentration auf christliche Praxis.
Die wichtigsten Angaben zum 1. Sonntag nach Trinitatis
- Datum: Sonntag, 7. Juni 2026.
- Festzeit: Trinitatiszeit.
- Liturgische Farbe: Grün.
- Wochenpsalm: Psalm 34,2–11.
- Wochenlieder: EG 365 „Von Gott will ich nicht lassen“ und EG 382 „Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr“.
- Predigtreihe 2025/2026: Reihe II.
- Predigttext: Apostelgeschichte 4,32–37.
- Evangelium: Lukas 16,19–31.
Wochenspruch rückt Hören und Verantwortung zusammen
Der Wochenspruch für den 7. Juni 2026 stammt aus Lukas 10,16a. Die Deutsche Bibelgesellschaft führt ihn im Leseplan für den 1. Sonntag nach Trinitatis zusammen mit Wochenpsalm und Predigttext auf.
„Wer euch hört, der hört mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich.“
Der Satz verbindet Verkündigung mit Verantwortung. Hören ist hier nicht nur ein religiöser Vorgang, sondern eine Entscheidung darüber, welcher Stimme Gewicht gegeben wird. Im Zusammenhang der übrigen Texte bekommt der Wochenspruch eine soziale Schärfe: Wer Gottes Wort hört, wird auf den Menschen neben sich verwiesen.
Predigttext und Evangelium setzen einen sozialen Akzent
Der Predigttext 2026 steht in Apostelgeschichte 4,32–37. Die Perikope beschreibt die Gütergemeinschaft der ersten Christen. Besitz erscheint dort nicht als abgeschlossener Privatbereich, sondern als Frage gemeinsamer Verantwortung.
Das Evangelium Lukas 16,19–31 erzählt vom reichen Mann und vom armen Lazarus. Der Kontrast ist hart: Der Arme liegt vor der Tür, bleibt aber für den Reichen praktisch unsichtbar. Der Sonntag bündelt dadurch zwei Perspektiven auf Besitz, Nähe und Wahrnehmung.
| Liturgischer Text | Bibelstelle | Schwerpunkt |
|---|---|---|
| Predigt | Apg 4,32–37 | Gemeinschaft, Besitz, Versorgung Bedürftiger |
| Evangelium | Lk 16,19–31 | Reichtum, Armut, Umkehr, Wahrnehmung |
| Epistel | 1. Joh 4,(13–16a)16b–21 | Gottesliebe und Bruderliebe |
| Altes Testament | Jer 23,16–29 | Wahre und falsche prophetische Rede |
Apostelgeschichte 4 zeigt Glauben mit materiellen Folgen
Die frühe Gemeinde als Gegenbild zur Gleichgültigkeit
Apostelgeschichte 4 beschreibt eine Gemeinde, in der Bedürftigkeit nicht übersehen wird. Die Erzählung betont Einmütigkeit, gemeinsame Verantwortung und die Versorgung derer, die Mangel haben.
Am Ende der Perikope tritt Josef auf, den die Apostel Barnabas nennen. Er verkauft einen Acker und bringt den Erlös zu den Aposteln. Die Szene macht Nächstenliebe nicht zu einer allgemeinen Haltung, sondern zu einer Handlung mit konkretem Preis.
Lukas 16 legt den Fokus auf die übersehene Tür
Die Lazarus-Erzählung arbeitet mit einer räumlichen Grenze. Der Arme ist nicht fern, sondern liegt vor der Tür. Das macht die Blindheit des Reichen zum eigentlichen Problem des Textes.
In der liturgischen Zusammenstellung wirkt das Evangelium wie eine Prüfung der Apostelgeschichte. Gemeinschaft zeigt sich nicht an frommer Sprache allein, sondern daran, ob der Mensch in Not gesehen wird.
Warum dieser Sonntag nicht nur ein Kalendereintrag ist
Kirchenjahr evangelisch fasst die Kernaussage des Tages mit dem Blick auf den Nächsten zusammen. Diese Linie passt zur Textauswahl: Lukas, Apostelgeschichte und 1. Johannes verbinden Gottesbeziehung mit konkreter Zuwendung.
Für Gottesdienste liegt der Schwerpunkt damit nicht auf einer abstrakten Erklärung der Dreieinigkeit. Der Sonntag fragt, was aus Hören wird. Die Antwort der Texte ist praktisch: Wer hört, prüft Stimmen, erkennt Bedürftigkeit und handelt nicht erst, wenn Not unübersehbar geworden ist.
Was nach dem 1. Sonntag nach Trinitatis folgt
- Am 14. Juni 2026 folgt der 2. Sonntag nach Trinitatis.
- Die liturgische Farbe Grün bleibt in der Trinitatiszeit prägend, sofern kein anderes Fest oder Gedenken Vorrang erhält.
- Die Predigttexte wechseln nach der Perikopenordnung; für den 7. Juni 2026 ist Apostelgeschichte 4,32–37 vorgesehen.
- Die folgenden Sonntage führen die Themen Einladung, Umkehr, Barmherzigkeit, Nachfolge und gelebter Glaube weiter.
- Für Gemeinden bleibt der 1. Sonntag nach Trinitatis ein Einstieg in die lange Phase des Kirchenjahres zwischen Pfingsten und dem Ende des Kirchenjahres.
Der 1. Sonntag nach Trinitatis 2026 steht damit nicht nur für ein Datum im liturgischen Kalender. Seine Texte verbinden Gottes Stimme mit sozialer Aufmerksamkeit und machen den Nächsten zum Prüfstein gelebten Glaubens.
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