Mercedes-Benz baut seine eigene Vertriebsstruktur in Deutschland weiter um. Der Konzern verkauft sieben Niederlassungen in Berlin und Brandenburg an den britischen Investor Global Auto Holdings Limited. Von dem Geschäft sind mehr als 1100 Beschäftigte betroffen, die zum neuen Eigentümer wechseln sollen. Der Abschluss der Transaktion ist bis Ende des Jahres vorgesehen, sofern die Kartellbehörden zustimmen. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf welt.
Was Mercedes-Benz genau verkauft
Der Stuttgarter Autobauer Mercedes-Benz verkauft seine Vertriebseinheit in Berlin und Brandenburg. Käufer ist die britische Global Auto Holdings Limited, kurz GAHL. Das teilte das Dax-Unternehmen auf Anfrage deutscher Medien mit.
Nach Angaben von Mercedes-Benz umfasst der Verkauf fünf Niederlassungen in Berlin und zwei weitere Standorte in Brandenburg. In diesen Betrieben arbeiten mehr als 1100 Menschen. Nach Abschluss der Transaktion sollen sie zum neuen Arbeitgeber wechseln.
Der Verkauf ist noch nicht endgültig vollzogen. Die Vereinbarung muss zunächst kartellrechtlich geprüft und genehmigt werden. Mercedes-Benz rechnet damit, dass der Prozess bis Ende des laufenden Jahres abgeschlossen wird.
Wer die Mercedes-Niederlassungen übernimmt
Käufer ist die britische Global Auto Holdings Limited. Mercedes-Benz verweist darauf, dass das Unternehmen bereits seit mehreren Jahren Mercedes-Benz-Betriebe in Großbritannien und den USA betreibt.
Für den deutschen Konzern bedeutet der Schritt eine Fortsetzung des Rückzugs aus dem eigenen direkten Händlergeschäft. Mercedes-Benz gibt einzelne Vertriebsstandorte schrittweise an externe Betreiber ab, die auf Autoverkauf und Service spezialisiert sind.
Der Verkauf der Berlin-Brandenburger Einheit ist damit ein weiterer Baustein dieser Strategie. Die Entscheidung fügt sich in die breitere Neuordnung des Mercedes-Benz-Vertriebsnetzes in Deutschland ein.
Warum Mercedes sein Vertriebsnetz umbaut
Dass Mercedes-Benz eigene Niederlassungen verkaufen will, war bereits seit 2024 bekannt. Damals hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass mögliche Veränderungen rund 8000 Beschäftigte in etwa 80 Niederlassungen in Deutschland betreffen könnten.
Nach Protesten der Belegschaft erklärte Mercedes-Benz im Sommer 2024, mit dem Betriebsrat eine Einigung über zentrale Punkte für eine mögliche Übergabe von Betrieben an neue Eigentümer erzielt zu haben. Dabei ging es vor allem um Absicherungen für Beschäftigte im Fall eines Verkaufs einzelner Standorte.
Die Restrukturierung erfolgt vor dem Hintergrund einer schwierigen Lage in der deutschen Automobilindustrie. Nach Einschätzung des Verbands der Automobilindustrie könnten bis 2035 bis zu 225.000 Arbeitsplätze in der Branche wegfallen. Besonders stark betroffen wären demnach Zulieferer.
Was sich für die Beschäftigten ändert
Im Fall von Berlin und Brandenburg geht es um mehr als 1100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie sollen nach Abschluss des Verkaufs in die Struktur des neuen Eigentümers wechseln. Solange die Transaktion nicht abgeschlossen ist, arbeiten die Niederlassungen im bisherigen Format weiter.
Mercedes-Benz hat keine sofortige Schließung der betroffenen Standorte angekündigt. Es geht um einen Wechsel des Eigentümers und Betreibers der Vertriebsbetriebe. Für Kundinnen und Kunden bedeutet das, dass Fahrzeugverkauf und Service weiterlaufen sollen, künftig jedoch unter der Führung eines anderen Unternehmens.
Der Verkauf der sieben Standorte in Berlin und Brandenburg zeigt, dass Mercedes-Benz den Ausstieg aus einem Modell beschleunigt, bei dem der Hersteller selbst einen erheblichen Teil seines Händlernetzes besitzt. Der Konzern konzentriert sich stärker auf Produktion, Marke und übergeordnete Vertriebsstrategie, während Teile des operativen Geschäfts an spezialisierte Händlergruppen übergehen.
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