Die Met Gala in New York hat erneut Stars aus Musik, Film, Sport, Mode und Wirtschaft auf den Stufen des Metropolitan Museum of Art versammelt. Die Benefizveranstaltung zugunsten des Costume Institute stand in diesem Jahr nicht nur im Zeichen spektakulärer Outfits, sondern auch einer politischen Debatte. Im Mittelpunkt standen die Rückkehr von Beyoncé nach zehn Jahren und die umstrittene Rolle von Jeff Bezos. Medienberichten zufolge kosteten die Eintrittskarten rund 100.000 Dollar. Insgesamt kamen mehr als 40 Millionen Dollar für das Museum zusammen. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf tagesschau.
Met Gala bleibt das wichtigste Society-Ereignis in New York
Die Met Gala gehört weiterhin zu den sichtbarsten Kultur- und Gesellschaftsereignissen des Jahres in den USA. Offiziell ist sie eine Benefizveranstaltung für das Costume Institute des Metropolitan Museum of Art. Tatsächlich ist sie längst auch eine globale Bühne für Mode, Prominenz, Geld und mediale Inszenierung.
Das diesjährige Motto lautete „Fashion is art“. Viele Gäste interpretierten diesen Dresscode wörtlich: als Verbindung von Körper, Kostüm und Kunst. Auf dem roten Teppich dominierten skulpturale Silhouetten, anatomische Motive, Anspielungen auf klassische Malerei und theatralische Inszenierungen.
Organisiert wurde der Abend erneut unter maßgeblicher Beteiligung von Anna Wintour. Die langjährige Vogue-Chefin hat die Met Gala in den vergangenen Jahrzehnten von einem exklusiven Spendendinner zu einem global beachteten Spektakel gemacht. Für das Museum bleibt der Abend vor allem ein zentrales Instrument der privaten Finanzierung.
Bezos und Sánchez Bezos geraten in die Kritik
Die größte Kontroverse des Abends drehte sich nicht um Kleider, sondern um Geld und Macht. Jeff Bezos und Lauren Sánchez Bezos traten als prominente Unterstützer und Ehrenvorsitzende der Veranstaltung auf. Für das Museum und die Organisatoren ist diese private Förderung ein wichtiger Bestandteil der Finanzierung.
Doch gerade die Rolle des Amazon-Gründers löste Proteste aus. Kritiker warfen Bezos vor, die Met Gala zur Imagepflege zu nutzen. Aktivisten verwiesen auf langjährige Vorwürfe gegen Amazon im Zusammenhang mit Arbeitsbedingungen und Gewerkschaftsrechten.
In New York kam es zu Protestaktionen gegen die Beteiligung von Bezos. Demonstranten warfen ihm vor, von der Arbeit seiner Beschäftigten zu profitieren und sich zugleich über kulturelle Großereignisse gesellschaftliche Anerkennung zu sichern.
Der frühere Amazon-Mitarbeiter und Gewerkschaftsaktivist Chris Smalls gehörte zu den sichtbaren Kritikern. Er hatte sich in den vergangenen Jahren für gewerkschaftliche Organisation bei Amazon eingesetzt. Seine Botschaft richtete sich klar gegen die Inszenierung von Bezos als Wohltäter auf einer der exklusivsten Bühnen New Yorks.
Beyoncé erscheint erstmals seit zehn Jahren wieder bei der Met Gala
Den größten Applaus auf dem roten Teppich erhielt Beyoncé. Die Sängerin nahm erstmals seit zehn Jahren wieder an der Met Gala teil. Sie erschien gemeinsam mit ihrer Tochter Blue Ivy und ihrem Ehemann Jay-Z.
Beyoncé trug ein silbernes Kleid von Olivier Rousteing, das an ein mit Steinen besetztes Skelett erinnerte. Der Entwurf griff das Thema „Körper, Kostüm und Kunst“ direkt auf. Ihr Auftritt wurde zu einem der meistbeachteten Momente des Abends.
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte die gemeinsame Präsenz mit Blue Ivy. Beyoncé beschrieb den Moment als besonders, weil ihre Tochter an ihrer Seite war. Jay-Z hielt sich sichtbar zurück, auch um nicht auf die lange Schleppe des Kleides zu treten.
Der Auftritt war nicht nur eine Rückkehr auf die Met-Gala-Bühne, sondern auch ein sorgfältig inszenierter Familienmoment. In der medialen Wahrnehmung wurde er zu einem der prägenden Bilder des Abends.
Das Motto verwandelte den roten Teppich in eine Kunstbühne
Das Motto „Fashion is art“ ließ den Gästen viel Raum für Deutung. Einige griffen Motive aus der Bildhauerei auf, andere orientierten sich an Malerei, Theater, Anatomie oder optischen Täuschungen.
Heidi Klum erschien in einem weißen Outfit aus Schaumstoff und Latex, das an eine Marmorstatue des 19. Jahrhunderts erinnerte. Der puerto-ricanische Sänger Bad Bunny war kaum wiederzuerkennen: Er kam als alter Mann mit Gehstock. Auch andere Gäste nutzten den Abend für stark performative Auftritte.
Zu den prominenten Gästen gehörten unter anderem Nicole Kidman, Anne Hathaway, Venus und Serena Williams, Cher, Madonna, Sam Smith und Jordan Roth. Viele Outfits waren weniger klassische Abendmode als vielmehr tragbare Kunstobjekte.
Cher erinnerte an ihren ersten Auftritt bei der Met Gala vor mehr als fünf Jahrzehnten. Damals sei sie nahezu nackt erschienen und habe damit für Empörung gesorgt. Heute, sagte sie sinngemäß, würde ein solcher Auftritt kaum noch jemanden schockieren.





Benefizgala und Luxus stehen im selben Bild
Die Met Gala wird jedes Jahr als Wohltätigkeitsveranstaltung präsentiert. Gleichzeitig steht sie regelmäßig in der Kritik, weil sie extreme Exklusivität und demonstrativen Luxus sichtbar macht. 2026 wurde dieser Widerspruch besonders deutlich.
Die hohen Ticketpreise, die geringe Zahl der Gäste und die Präsenz mehrerer Milliardäre machten den Abend zu einem Symbol für gesellschaftliche Ungleichheit. Kritiker bezeichneten die Gala als Bühne, auf der Superreiche kulturelles Kapital erwerben und sich öffentlich inszenieren können.
Die Organisatoren betonen dagegen den finanziellen Nutzen für das Costume Institute. Die Einnahmen ermöglichen Ausstellungen, Archivarbeit, Forschung und den Erhalt historischer Modebestände. Da das Museum stark auf private Spenden angewiesen ist, bleibt die Met Gala ein zentraler Bestandteil seiner Finanzierung.
Damit zeigte sich erneut die Grundspannung der Veranstaltung: Sie ist einerseits ein wichtiger Fundraising-Abend für eine kulturelle Institution. Andererseits ist sie ein Schaufenster extremer Vermögen und sozialer Distanz.
Der New Yorker Bürgermeister blieb dem Abend fern
Auch politisch bekam die Gala in diesem Jahr zusätzliche Bedeutung. Der New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani nahm nicht an der Veranstaltung teil. Das fiel auf, weil frühere Bürgermeister regelmäßig bei der Met Gala erschienen waren.
Mamdani hatte zuletzt seine politische Aufmerksamkeit auf die steigenden Lebenshaltungskosten in New York gerichtet. Dazu gehörten auch Debatten über Luxusimmobilien, Zweitwohnsitze und die Besteuerung besonders wohlhabender Eigentümer.
Vor diesem Hintergrund wurde seine Abwesenheit als Signal gelesen. Sie passte zur breiteren Debatte über Reichtum, Wohnkosten und die Rolle großer Vermögen im kulturellen Leben der Stadt.
Die Kritik an Bezos erhielt dadurch eine politische Dimension. Es ging nicht mehr nur um einen einzelnen Sponsor, sondern um die Frage, welche Rolle Milliardäre in öffentlichen Kulturinstitutionen spielen.
Proteste stoppten die Show nicht
Trotz der Proteste fand die Met Gala im gewohnten Format statt: roter Teppich, Kameras, Designerroben, Dinner und ein geschlossener Abend im Museum. Die zentralen visuellen Themen waren der Körper als Kunstobjekt, Mode als Skulptur und Kleidung als öffentliche Aussage.
Doch 2026 blieb die Veranstaltung nicht auf die übliche Debatte über die besten und auffälligsten Outfits beschränkt. Neben Beyoncé, Heidi Klum, Bad Bunny und Cher standen auch Jeff Bezos, Arbeitsbedingungen, Milliardärsmacht und kulturelles Sponsoring im Mittelpunkt.
Die Met Gala 2026 war damit beides zugleich: ein erfolgreicher Benefizabend für das Metropolitan Museum of Art und ein öffentlicher Streitfall über Reichtum, Einfluss und gesellschaftliche Verantwortung. Ihr Bild wurde nicht allein von Mode geprägt, sondern auch von der Frage, wer sich solche Bühnen leisten kann – und zu welchem Preis.
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