In Deutschland bestätigt der 15. Mai in diesem Jahr erneut die alte Wetterregel rund um die Kalte Sophie. Nach mehreren wechselhaften Maitagen bleibt das Land unter dem Einfluss kühler Luftmassen polaren Ursprungs. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Schauern, kurzen Gewittern mit Graupel, örtlich kräftigen Windböen und in der Nacht zum Freitag vor leichtem Frost im Norden Deutschlands. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf fr.de.
Kalte Sophie markiert das Ende der Eisheiligen
Die Kalte Sophie fällt auf den 15. Mai und gilt traditionell als Abschluss der sogenannten Eisheiligen. In alten Bauernregeln steht dieser Tag für die letzte Phase im Frühjahr, in der Nachtfrost noch Schäden anrichten kann. Im Jahr 2026 passt diese Regel wieder auffällig zur aktuellen Wetterlage: Aus nördlichen Breiten strömt kühle Meeresluft polaren Ursprungs nach Deutschland.
Genau diese Luftmasse sorgt unter Tiefdruckeinfluss für wiederholte Schauer und kurze Gewitter. Im Tagesverlauf des 14. Mai sind Gewitter mit Graupel möglich, dazu kommen in kräftigeren Schauern teils starke Windböen. Am Abend lässt die Schaueraktivität voraussichtlich nach, vollständig stabil wird die Wetterlage aber noch nicht.
Wo in Deutschland Frost möglich ist
Die kälteste Phase wird in der Nacht zum Freitag, dem 15. Mai, erwartet. In feuchter Luft kann sich stellenweise Nebel bilden, während die Temperaturen in einzelnen Regionen bis nahe null Grad sinken. Besonders aufmerksam sollten Menschen im Norden sein: Dort ist örtlich leichter Frost bis etwa minus ein Grad möglich, vor allem in Schleswig-Holstein.
Ein erhöhtes Risiko besteht außerdem in Senken, Tälern, offenen Lagen und Gärten, in denen sich kalte Luft länger hält. Empfindliche Gemüsepflanzen, junge Setzlinge und Topfpflanzen sollten noch für eine Nacht geschützt werden. Vlies, ein Platz nahe der Hauswand oder das vorübergehende Umstellen in ein Gewächshaus kann Frostschäden deutlich verringern.
Wetter am 15. Mai: Sonne, Wolken, Regen und Graupel
Der Freitag wird in Deutschland nicht stabil. Nach einer kalten Nacht mit örtlichem Nebel zeigt sich im Nordosten häufiger die Sonne. Im Nordwesten und im Süden dominieren dagegen mehr Wolken, und im Tagesverlauf entstehen erneut einzelne Schauer. Am Nachmittag sind örtlich kurze Gewitter mit Graupel möglich. In den Bergen kann die Schneefallgrenze zeitweise auf etwa 1500 bis 1000 Meter sinken.
Die Temperaturen bleiben für Mitte Mai ungewöhnlich niedrig. Im Allgäu werden örtlich kaum mehr als 8 Grad erreicht. In weiten Teilen Deutschlands liegen die Höchstwerte zwischen 10 und 14 Grad, im Nordosten sind 15 bis 17 Grad möglich. Die Marke von 20 Grad bleibt am Freitag in den meisten Regionen außer Reichweite.
Warum es Mitte Mai wieder so kalt wird
Der Grund für den Kälterückfall liegt in der Druckverteilung über Europa. Zwischen Hochdruckeinfluss über dem Atlantik und Tiefdruckgebieten über Nord- und Osteuropa gelangt kühle, instabile Luft nach Deutschland. In höheren Luftschichten bleibt diese Luftmasse besonders kalt. Sobald sich der Boden tagsüber etwas erwärmt, bilden sich rasch Quellwolken, Schauer und kurze Gewitter.
Solche Wetterlagen sind typisch für einen unruhigen Mai: Sonne, Wolken, Regen und lokale Gewitter können sich innerhalb weniger Stunden abwechseln. Die Eisheiligen garantieren nicht jedes Jahr Frost, gelten aber weiterhin als bekannter Zeitraum mit erhöhtem Risiko für späte Nachtfröste. 2026 fällt der Kaltluftvorstoß auffällig mit der Kalten Sophie zusammen, auch wenn solche Wetterlagen meteorologisch nicht fest an ein Datum gebunden sind.
Nach der Kälte setzt ein Wetterwechsel ein
Nach dem 15. Mai wird die kälteste Luft allmählich verdrängt. Am Samstag bleibt in Deutschland zunächst noch ein Mix aus Sonne, Wolken und örtlichen Schauern bestehen. Im Südosten Bayerns kann es weiterhin kühl und regnerisch sein, während sich im Nordosten häufiger sonnige Abschnitte zeigen.
Am Sonntag wird die Prognose milder. Die Sonne zeigt sich häufiger, Schauer werden seltener. Die Temperaturen steigen voraussichtlich auf 15 bis 18 Grad. Zu Beginn der neuen Woche ist eine weitere Erwärmung auf 17 bis 20 Grad möglich, auch wenn von Westen erneut Schauer und Gewitter aufziehen können.
Was Gartenbesitzer vor den kalten Nächten tun sollten
Gartenbesitzer in Deutschland sollten empfindliche Pflanzen noch nicht vollständig ungeschützt lassen. Das größte Risiko besteht in der Nacht zum 15. Mai, vor allem dort, wo der Himmel aufklart und der Wind nachlässt. Junge Tomaten, Paprika, Gurken, Balkonblumen und frisch gesetzte Pflanzen können bereits durch kurze Temperaturwerte nahe null Grad geschädigt werden.
Für den Schutz reichen oft einfache Maßnahmen:
- Beete mit Gartenvlies oder einer leichten Abdeckung schützen;
- Topfpflanzen an einen geschützten Ort stellen;
- Jungpflanzen nicht über Nacht auf einem offenen Balkon lassen;
- die lokale Prognose für den eigenen Ort prüfen;
- Abdeckungen tagsüber entfernen, sobald die Temperaturen steigen.
Nach der Kalten Sophie nimmt die Gefahr von Nachtfrost schrittweise ab. Ganz stabil wird das Wetter in Deutschland aber noch nicht: Der Mai bleibt zunächst wechselhaft, nur die kälteste Phase dürfte vorerst überstanden sein.
Lesen Sie auch: 15. Mai in Deutschland und weltweit: Feiertage
