Menschen in Deutschland werden dazu aufgerufen, Sichtungen von Igeln und Maulwürfen in Gärten, Parks und anderen Bereichen zu melden. Vom 18. bis 28. September findet eine weitere bundesweite Herbstzählung der beiden Tierarten statt. Die Beobachtungen aus der Bevölkerung sollen Fachleuten helfen, genauere Daten über ihre Verbreitung zu erhalten und Gebiete zu erkennen, in denen die Tiere besonders gefährdet sind. Erfasst werden nicht nur lebende, sondern auch tote Tiere, beispielsweise Funde an Straßenrändern. Bei Maulwürfen sind zudem indirekte Hinweise wie typische Maulwurfshügel von Bedeutung. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf ruhr24.
Warum Igel und Maulwürfe in Deutschland gezählt werden
Die Herbstzählung ist Teil des Projekts „Deutschland sucht Igel und Maulwurf“. An der Aktion beteiligen sich Naturschutzorganisationen, darunter die Deutsche Wildtier Stiftung und der NABU.
Ein zentrales Problem ist der Mangel an systematischen Daten über Bestand und Verbreitung der beiden Tierarten. Besonders schwierig ist die Erfassung von Maulwürfen: Sie verbringen den größten Teil ihres Lebens unter der Erde und sind nur selten an der Oberfläche zu sehen.
Bei Igeln ist die Beobachtung etwas einfacher. Dennoch liefern Meldungen aus der Bevölkerung zusätzliche Informationen über ihre Verbreitung. Unter anderem untersuchen Fachleute, in welchen Gebieten Igel besonders häufig im Straßenverkehr ums Leben kommen.
Die während der Aktion gesammelten Angaben fließen in wissenschaftliche Untersuchungen zur Verbreitung der Arten ein. Deshalb sind nicht nur Begegnungen mit lebenden Tieren im Garten relevant. Auch tote Igel oder eindeutige Spuren eines Maulwurfs können wichtige Informationen liefern.
So können Igel und Maulwürfe gemeldet werden
Für die Teilnahme an der Zählung ist kein Gang zu einer Behörde erforderlich. Beobachtungen können online über das Meldesystem des Projekts eingetragen werden.
Bei einer Meldung sollten nach Möglichkeit folgende Angaben gemacht werden:
- Datum der Beobachtung;
- Ort der Sichtung;
- Anzahl der beobachteten Tiere;
- Angabe, ob das Tier lebend oder tot gefunden wurde;
- Zustand des Tieres, sofern dieser erkennbar war;
- ein Foto, falls eines aufgenommen werden konnte.
Bei einem Maulwurf muss das Tier selbst nicht unbedingt gesehen werden. Auch frische Maulwurfshügel können auf seine Anwesenheit hinweisen. Solche Beobachtungen sind besonders hilfreich, weil Maulwürfe nur selten oberirdisch zu sehen sind.
Warum auch tote Tiere gemeldet werden sollen
Besondere Bedeutung haben Meldungen über Igel, die an oder in der Nähe von Straßen gefunden werden. Mit diesen Daten können Wissenschaftler Gebiete identifizieren, in denen die Gefahr durch den Straßenverkehr besonders groß ist.
Igel legen auf der Suche nach Nahrung, Verstecken und geeigneten Winterquartieren teilweise größere Strecken zurück. In Städten und Gemeinden führen ihre Wege dabei häufig über Straßen.
Im Herbst sind die Tiere zudem verstärkt in Gärten unterwegs. Vor der kalten Jahreszeit müssen sie ausreichende Reserven aufbauen und einen geeigneten Platz für den Winterschlaf finden.
Beobachtungen im September liefern deshalb sowohl Informationen über die Verbreitung der Tiere als auch über mögliche Gefahren entlang ihrer Wege.
So wird der Garten sicherer für Igel
Naturschützer empfehlen, im Herbst nicht jedes heruntergefallene Blatt aus dem Garten zu entfernen. Unter Sträuchern und in bestimmten Gartenbereichen kann Laub als natürliches Versteck und später als Winterquartier für Igel dienen.
Gleichzeitig finden zahlreiche Insekten und andere Wirbellose in der Laubschicht Schutz. Sie bilden wiederum eine wichtige Nahrungsgrundlage für verschiedene Wildtiere.
Eine besondere Gefahr für Igel können Mähroboter darstellen, wenn sie am Abend oder in der Nacht eingesetzt werden. Igel sind überwiegend nachtaktiv und fliehen bei Gefahr häufig nicht, sondern rollen sich zusammen. Dadurch können sie von den Geräten schwer verletzt werden.
Auch sehr stark aufgeräumte Gärten bieten den Tieren weniger geeignete Rückzugsorte und Möglichkeiten zum Überwintern.
Maulwürfe bleiben auch im Winter aktiv
Anders als Igel halten Maulwürfe keinen Winterschlaf. Sie bleiben auch während der kalten Jahreszeit aktiv und suchen unter der Erde weiter nach Nahrung.
Zu ihrer Nahrung gehören vor allem Regenwürmer und andere im Boden lebende Wirbellose. Die Beschaffenheit des Bodens hat daher direkten Einfluss auf das verfügbare Nahrungsangebot.
Ein intensiver Einsatz chemischer Mittel sowie stark verdichtete Böden können die Lebensbedingungen für Bodenorganismen verschlechtern. Naturnähere Gartenbereiche mit einer intakten Bodenstruktur bieten dagegen bessere Voraussetzungen für Regenwürmer und andere Tiere, von denen sich Maulwürfe ernähren.
Die bundesweite Herbstzählung von Igeln und Maulwürfen findet vom 18. bis 28. September 2026 statt. In diesem Zeitraum sollen Meldungen aus möglichst vielen Regionen Deutschlands weitere Daten über die Verbreitung der beiden Tierarten liefern.
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