Eine russische Drohne hat einen Personenzug angegriffen, der von Kiew nach Warschau unterwegs war. Der Angriff ereignete sich im Westen der Ukraine unweit der polnischen Grenze. Die Lokomotive wurde beschädigt und geriet in Brand, die Passagiere konnten jedoch rechtzeitig evakuiert werden. Nach bisherigen Angaben gab es weder Tote noch Verletzte. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf tagesschau.
Der Vorfall ereignete sich am 13. September in der Nähe des Grenzbahnhofs Jahodyn. Zum Zeitpunkt des Angriffs befanden sich 206 Passagiere in dem Zug.
Was mit dem Zug Kiew–Warschau passiert ist
Die Drohne traf die Lokomotive des internationalen Personenzugs, der von Kiew in die polnische Hauptstadt unterwegs war. Nach dem Einschlag geriet die Lokomotive in Brand.
Die Passagiere wurden an einen sicheren Ort gebracht. Berichte über Verletzte unter den Reisenden gab es nicht.
Nachdem die unmittelbaren Folgen des Angriffs beseitigt worden waren, konnte die Fahrt fortgesetzt werden. Der Zug setzte seine Reise in Richtung Polen fort, erreichte die polnische Seite allerdings mit mehr als sechs Stunden Verspätung.
Weitere Drohne trifft Objekt nahe der polnischen Grenze
Fast zeitgleich wurde ein weiterer Drohnenangriff im Bereich des Grenzübergangs Dorohusk–Jahodyn gemeldet. Eine Drohne stürzte unweit der Grenze ab. Anschließend brach auf dem Gelände einer Tankstelle ein Feuer aus.
Nach Angaben der polnischen Behörden ging eine Drohne etwa einen Kilometer von der polnischen Staatsgrenze entfernt nieder. Eine weitere stürzte in einer Entfernung von ungefähr fünf Kilometern ab.
Die polnischen Sicherheitsbehörden verstärkten daraufhin die Überwachung der Lage. Auch F-16-Kampfjets und ein Aufklärungsflugzeug beobachteten die Situation.
Eine Verletzung des polnischen Luftraums wurde nach Angaben der polnischen Seite nicht festgestellt.
Selenskyj spricht von gezieltem Angriff auf den Zug
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, dass die Lokomotive bei dem Angriff in Brand geraten sei. Zudem sei ein Tankstellenkomplex beschädigt worden. Selenskyj bezeichnete den Angriff auf den internationalen Personenzug als gezielt.
Nach Angaben des Präsidenten wurden bei den russischen Angriffen außerdem Energieanlagen, Eisenbahninfrastruktur und Wohngebäude getroffen.
Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha forderte angesichts der Angriffe in unmittelbarer Nähe der ukrainisch-polnischen Grenze eine härtere internationale Reaktion.
Polen beruft Krisensitzung ein
Die Ereignisse in Grenznähe lösten auch in Polen eine unmittelbare Reaktion der Regierung aus. Außenminister Radosław Sikorski sprach von einer zunehmenden Eskalation durch Russland.
Polens Ministerpräsident Donald Tusk berief eine Krisensitzung mit den zuständigen Ministern und Vertretern der Sicherheitsbehörden ein.
Innenminister Marcin Kierwiński erklärte, Polen nehme die Vorfälle äußerst ernst und beobachte die weitere Entwicklung kontinuierlich.
Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz machte Angaben zur Entfernung der Absturzstellen von der polnischen Grenze. Gleichzeitig betonte die polnische Seite, dass die russischen Drohnen nicht in den polnischen Luftraum eingedrungen seien.
Sonderzug mit europäischen Politikern teilweise evakuiert
Die Auswirkungen der Angriffe betrafen auch eine weitere Zugverbindung im Grenzgebiet. Ein privater Sonderzug mit europäischen Politikern und Regierungsvertretern musste wegen der Gefahrenlage in der Nähe des Grenzübergangs teilweise evakuiert werden.
An Bord befanden sich unter anderem Günter Sautter, außen- und sicherheitspolitischer Berater von Bundeskanzler Friedrich Merz, sowie der frühere britische Premierminister Boris Johnson. Beide waren zu politischen Gesprächen nach Kiew gereist.
Die Eisenbahnverbindung zwischen Polen und der Ukraine spielt weiterhin eine zentrale Rolle bei Reisen ausländischer Delegationen nach Kiew. Wegen des für die zivile Luftfahrt gesperrten ukrainischen Luftraums erfolgen solche Reisen häufig mit dem Zug.
Ukrainische Bahn warnt vor möglichen Verspätungen
Nach dem Angriff wurden die ukrainischen Eisenbahndienste in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Russische Streitkräfte greifen weiterhin Bahnhöfe und andere Teile der Eisenbahninfrastruktur in verschiedenen Regionen der Ukraine an.
Wegen der Gefahr weiterer Angriffe müssen Reisende mit möglichen Verspätungen, geänderten Streckenführungen und Evakuierungsmaßnahmen auf einzelnen Bahnabschnitten rechnen.
Das russische Verteidigungsministerium bestätigte Angriffe auf Eisenbahninfrastruktur im Westen der Ukraine. Moskau erklärte, die betroffenen Anlagen seien angeblich für den Transport militärischer Güter aus europäischen Staaten genutzt worden.
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