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    Verschiedenes

    Starkes El Niño gewinnt an Kraft: So könnte der Winter 2026/2027 werden

    Starker El Niño gewinnt im Pazifik an Kraft. So könnte der Winter 2026/2027 ausfallen und diese Regionen müssen mit Regen, Wärme und Kälteeinbrüchen rechnen.
    14 September 2026Lesedauer: 4 MinutenKarl HartmannKarl Hartmann
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    Starker El Niño gewinnt im Pazifik an Kraft. So könnte der Winter 2026/2027 ausfallen und diese Regionen müssen mit Regen, Wärme und Kälteeinbrüchen rechnen.
    Starker El Niño gewinnt im Pazifik an Kraft. So könnte der Winter 2026/2027 ausfallen und diese Regionen müssen mit Regen, Wärme und Kälteeinbrüchen rechnen.
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    Das aktuelle El-Niño-Ereignis entwickelt sich deutlich intensiver als viele frühere Zyklen. Im zentralen Pazifik liegen die Wassertemperaturen bereits rund zwei Grad über den üblichen Werten. Rund um die Insel Kiritimati werden sogar 30 bis 30,5 Grad Celsius gemessen. Wissenschaftler beobachten dort bereits eine Korallenbleiche und verfolgen aufmerksam die weitere Entwicklung des Klimaphänomens, dessen Höhepunkt im Winter erwartet wird. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf nytimes.

    Wegen seiner außergewöhnlichen Stärke wird das Ereignis teilweise als „Super-El-Niño“ oder sogar als „Godzilla-El-Niño“ bezeichnet. Dabei handelt es sich nicht um eine eigene wissenschaftliche Kategorie, sondern um eine bildhafte Bezeichnung für ein besonders stark ausgeprägtes El-Niño-Ereignis.

    Warum El Niño 2026 als besonders stark gilt

    El Niño entsteht durch das Zusammenspiel von Ozean und Atmosphäre im tropischen Pazifik. Wenn die Passatwinde schwächer werden, verlagern sich große Mengen warmen Oberflächenwassers aus dem westlichen Pazifik in Richtung Zentral- und Ostpazifik.

    Mit dem warmen Wasser verschieben sich auch die Gebiete mit besonders intensiver Wolken- und Gewitterbildung. Das verändert die atmosphärische Zirkulation und beeinflusst unter anderem die Lage der Jetstreams. Dadurch können sich Niederschläge und Temperaturen selbst in Regionen verändern, die Tausende Kilometer vom Pazifik entfernt liegen.

    Erste Auswirkungen des aktuellen Zyklus sind bereits erkennbar. El Niño gehörte zu den Faktoren, die den außergewöhnlich heißen Sommer in den USA begünstigten. Gleichzeitig wurden tropische Wirbelstürme im Pazifik gefördert, während im Atlantik zeitweise weniger günstige Bedingungen für Hurrikane herrschten.

    Wo im Winter mehr Regen fallen könnte

    Besonders aufmerksam beobachten Meteorologen die Entwicklung in Kalifornien. Starke El-Niño-Phasen gehen dort häufig mit niederschlagsreicheren Wintern einher. Eine Garantie dafür gibt es allerdings nicht.

    Historische Daten zeigen, dass Kalifornien in etwa zwei von drei El-Niño-Wintern überdurchschnittlich viel Niederschlag erhält. Umgekehrt bedeutet das, dass ungefähr jeder dritte entsprechende Winter vergleichsweise trocken bleiben kann.

    Deutlicher ist das typische El-Niño-Signal im Süden der USA. Im Winter verlagert sich der Jetstream häufig so, dass feuchte Luft aus dem Pazifik verstärkt über die südlichen Bundesstaaten transportiert wird.

    Mehr Niederschlag ist dadurch unter anderem in Teilen von Texas, Oklahoma und Kansas möglich. Auch an der Golfküste, im Südosten sowie in Teilen der US-Ostküste steigt die Wahrscheinlichkeit für einen feuchteren Winter.

    Für landwirtschaftlich geprägte Regionen könnte dies nach mehreren trockenen Jahren von Bedeutung sein. Zusätzlicher Niederschlag im Winter kann beispielsweise die Bedingungen für Winterweizen in Kansas und Oklahoma verbessern.

    Im Norden der USA könnte der Winter milder ausfallen

    Für die nördliche Hälfte der Vereinigten Staaten ist während eines El Niño eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für überdurchschnittliche Temperaturen typisch.

    Das betrifft auch den Nordosten des Landes. Winterstürme entlang der Atlantikküste bleiben zwar möglich, bei höheren Temperaturen fällt der Niederschlag jedoch häufiger als Regen, Schneeregen oder gefrierender Regen statt als Schnee.

    Ein starkes El-Niño-Ereignis bedeutet daher nicht automatisch einen besonders schneereichen Winter für New York und andere Großstädte im Nordosten. Im Gegenteil: Die durchschnittlichen Temperaturen könnten während der gesamten Saison über den langjährigen Normalwerten liegen.

    Kurze und intensive Kälteperioden sind trotzdem weiterhin möglich.

    Warum selbst ein „Super-El-Niño“ keine genaue Wettervorhersage erlaubt

    Saisonale Wetterprognosen beschreiben vor allem Wahrscheinlichkeiten. Sie können Hinweise darauf geben, ob die Monate Dezember, Januar und Februar insgesamt wärmer, kälter, trockener oder feuchter als üblich ausfallen könnten.

    Sie können jedoch Monate im Voraus weder den genauen Zeitpunkt eines Schneesturms noch die Stärke eines einzelnen Unwetters zuverlässig bestimmen.

    Ein Beispiel dafür lieferte das Jahr 2015. Damals weckte ein außergewöhnlich starker El Niño die Hoffnung, dass kräftige Winterregen die langjährige Dürre in Kalifornien deutlich abschwächen könnten. Die tatsächliche Verteilung der Niederschläge fiel jedoch komplizierter aus, weil zusätzliche regionale Wetter- und Atmosphärenprozesse eine wichtige Rolle spielten.

    Die Stärke eines El Niño erhöht somit die Wahrscheinlichkeit bestimmter Wetterlagen, garantiert aber nicht, dass diese in einer bestimmten Stadt oder Region tatsächlich eintreten.

    Plötzliche Kälteeinbrüche bleiben möglich

    Meteorologen beobachten außerdem die Entwicklung über der Arktis. El Niño kann mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit sogenannter plötzlicher Stratosphärenerwärmungen verbunden sein. Dabei steigen die Temperaturen in großen Höhen über den Polarregionen innerhalb kurzer Zeit deutlich an.

    Solche Vorgänge können die stabile atmosphärische Zirkulation rund um den Nordpol stören und Bedingungen schaffen, unter denen kalte arktische Luft weiter nach Süden vordringt.

    Deshalb kann selbst ein insgesamt milder Winter einzelne Phasen mit starkem Frost enthalten. Im Nordosten der USA könnten beispielsweise mehrere relativ warme Wochen von einem abrupten Temperaturrückgang abgelöst werden.

    Der Höhepunkt des aktuellen El-Niño-Ereignisses wird in den Wintermonaten erwartet. Dann dürfte sich sein Einfluss auf die globale atmosphärische Zirkulation und auf regionale Wettermuster besonders deutlich zeigen.

    Lesen Sie auch: Sturzflut im Grand Canyon: Ein Toter, 15 Vermisste

    El Niño 2026 Godzilla-El-Niño Super-El-Niño Winterprognose Winterwetter 2026/2027
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    Karl Hartmann

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