In Frankfurt am Main ist ein weiterer Mensch an Malaria gestorben. Damit ist die Zahl der Todesfälle im Umfeld des Frankfurter Flughafens auf drei gestiegen, insgesamt wurden acht Erkrankungen registriert. Experten gehen davon aus, dass mit Flugzeugen eingeschleppte Anopheles-Mücken die Infektion übertragen haben könnten. Die Behörden verstärken deshalb die Überwachung von Mücken nicht nur auf dem Flughafengelände, sondern auch in angrenzenden Wohngebieten. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf web.de.
Acht Malariafälle und drei Todesfälle
Im Jahr 2026 wurden in Frankfurt acht Malariafälle registriert, bei denen eine Übertragung innerhalb Deutschlands als wahrscheinlich gilt. Drei Erkrankte sind gestorben.
Sechs Fälle wurden bei Beschäftigten des Unternehmens festgestellt, das den Frankfurter Flughafen betreibt. Zwei dieser Erkrankungen endeten tödlich.
Zwei weitere Fälle traten im Frankfurter Stadtteil Schwanheim auf, der etwa fünf Kilometer vom Flughafen entfernt liegt. Einer der Erkrankten starb, der zweite Patient wurde im Krankenhaus behandelt.
Bemerkenswert ist, dass die beiden Betroffenen zuvor weder in Malariagebiete gereist waren noch am Flughafen arbeiteten.
Wie die Infektion nach Frankfurt gelangt sein könnte
Die wichtigste Vermutung der Experten ist die sogenannte Flughafenmalaria. Eine infizierte Anopheles-Mücke kann an Bord eines Flugzeugs, im Frachtraum oder im Gepäck von Passagieren nach Europa gelangen.
Nach der Ankunft kann das Insekt unter geeigneten Bedingungen eine gewisse Zeit überleben und sich auch außerhalb des Flughafengeländes bewegen. Ein solcher Übertragungsweg wird im Zusammenhang mit den Fällen in Schwanheim untersucht.
Gleichzeitig soll geklärt werden, ob alle acht Erkrankungen miteinander zusammenhängen. Dafür werden spezielle Laboruntersuchungen der Erreger durchgeführt.
Warum Flughafenmalaria schwieriger zu erkennen ist
Ein wesentliches Problem besteht darin, dass bei den Erkrankten eine Reise in tropische oder subtropische Regionen fehlen kann. Normalerweise ist ein Aufenthalt in einem Malariagebiet für Ärzte ein wichtiger Hinweis bei der Diagnose.
Bei Flughafenmalaria gibt es diesen Hinweis nicht. Die ersten Beschwerden können zudem einer Grippe, einem anderen Virusinfekt oder einer Magen-Darm-Erkrankung ähneln.
Zu den typischen Symptomen gehören:
- hohes Fieber;
- Schüttelfrost;
- Kopfschmerzen;
- Muskel- und Gliederschmerzen;
- Magen-Darm-Beschwerden;
- ausgeprägte Schwäche.
Die Inkubationszeit nach dem Stich einer infizierten Mücke beträgt in der Regel zwischen sieben und 15 Tagen.
Eine verspätete Diagnose kann das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs erhöhen. Bei entsprechenden Symptomen ist deshalb insbesondere bei Menschen Aufmerksamkeit geboten, die in der Nähe des Frankfurter Flughafens wohnen, dort arbeiten oder sich regelmäßig in diesem Gebiet aufhalten.
Wird Malaria von Mensch zu Mensch übertragen?
Bei gewöhnlichem Kontakt zwischen Menschen wird Malaria nicht übertragen. Der wichtigste Übertragungsweg ist der Stich einer infizierten Mücke.
Daneben existieren äußerst seltene andere Übertragungswege. Dazu gehören beispielsweise eine Übertragung von der Mutter auf das Kind oder einzelne Infektionen im Zusammenhang mit medizinischen Eingriffen.
Bei Flughafenmalaria ist der Ablauf anders: Eine infizierte Mücke gelangt aus einem Gebiet, in dem der Malariaerreger verbreitet ist, nach Deutschland und sticht anschließend einen Menschen vor Ort.
Wie häufig ist Flughafenmalaria in Deutschland?
Solche Infektionen sind weiterhin selten. Seit 2015 wurden in Deutschland 19 Malariafälle registriert, bei denen eine Übertragung innerhalb des Landes als möglicher Infektionsweg angenommen wurde.
Davon wurden 14 Fälle mit einer möglichen Flughafenmalaria in Verbindung gebracht. Zwei Erkrankungen wurden 2019 registriert, drei im Jahr 2022, eine im Jahr 2023 und acht im Jahr 2026.
Die als Flughafenmalaria eingestuften beziehungsweise untersuchten Fälle standen im Zusammenhang mit dem internationalen Flughafen Frankfurt.
Vergleichbare Ereignisse gab es auch in anderen europäischen Ländern. In Belgien wurden beispielsweise im Jahr 2020 Infektionen bei Menschen festgestellt, die ungefähr fünf Kilometer von einem Flughafen entfernt lebten.
Was ist Malaria?
Malaria ist eine Infektionskrankheit, die durch Parasiten der Gattung Plasmodium verursacht wird. Übertragen werden die Erreger hauptsächlich durch Anopheles-Mücken.
Bei den Patienten in Frankfurt wurde die tropische Form der Malaria festgestellt, die durch Plasmodium falciparum verursacht wird. Sie gilt als besonders gefährliche Form der Erkrankung und kann ohne rechtzeitige Behandlung schwere Komplikationen verursachen oder tödlich verlaufen.
Bei frühzeitiger Diagnose lässt sich Malaria behandeln. Gerade bei Flughafenmalaria spielt eine schnelle Erkennung deshalb eine entscheidende Rolle, da bei den Betroffenen der normalerweise typische Hinweis auf eine vorherige Reise in ein Malariagebiet fehlen kann.
Sinkt das Risiko im Herbst und Winter?
Niedrige Temperaturen schränken die Aktivität vieler tropischer Mückenarten ein. Vollständig ausgeschlossen werden können eingeschleppte Mücken jedoch nicht, insbesondere innerhalb beheizter Gebäude und anderer temperaturkontrollierter Bereiche.
Eine besondere Rolle spielt dabei die Asiatische Tigermücke, die sich inzwischen auch in Deutschland ausbreitet. Sie kann verschiedene tropische Infektionskrankheiten wie Dengue, Zika und Chikungunya übertragen, gilt jedoch nicht als Überträger von Malaria.
Nach den neuen Fällen in Frankfurt wird die Überwachung von Mücken verstärkt. Fallen zum Nachweis von Anopheles-Mücken werden am Flughafen eingesetzt. Darüber hinaus soll das Monitoring auf Wohngebiete ausgeweitet werden, die mit den Erkrankungen in Schwanheim in Verbindung stehen.
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