Eine schwere Unwetterfront ist über beliebte Ferienregionen in Italien und Kroatien an der Adriaküste hinweggezogen. Die Gewitter wurden von Starkregen, heftigen Windböen und außergewöhnlich großem Hagel begleitet. Einzelne Hagelkörner erreichten einen Durchmesser von mehr als zehn Zentimetern. Besonders betroffen waren Küstengebiete zwischen Venedig und Ancona sowie die kroatische Halbinsel Istrien. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf focus.
Großer Hagel trifft Campingplatz bei Rovinj
Zu den am stärksten betroffenen Ferienanlagen gehörte der Campingplatz Amarin nahe der kroatischen Stadt Rovinj. Auf Videos von Augenzeugen sind große Hagelkörner zu sehen, die auf Wohnwagen, Zelte, Fahrzeuge und Überdachungen niederprasseln.
Nach ersten Berichten erlitten zwei Menschen Kopfverletzungen und wurden in ein Krankenhaus gebracht. Genauere Angaben zu ihrem Gesundheitszustand und zur möglichen Zahl weiterer Verletzter lagen zunächst nicht vor.
In einigen Regionen Italiens erreichten die Hagelkörner einen Durchmesser von fünf bis mehr als zehn Zentimetern. Besonders großer Hagel wurde unter anderem in der Umgebung von Roseto degli Abruzzi registriert. Das Unwetter beschädigte Fahrzeuge, landwirtschaftliche Flächen, Bäume, Dächer und leichte Konstruktionen.
Tornado vor der italienischen Küste beobachtet
Entlang der Küste bei Sottomarina, unweit der Lagune von Venedig, filmten Augenzeugen einen Wirbelsturm, der einem Tornado ähnelte. Der Trichter bildete sich unter einer mächtigen Gewitterwolke und zog in der Nähe des Küstenstreifens entlang.
Bei dem Unwettersystem könnte es sich um eine Superzelle gehandelt haben. Solche Gewitterzellen zeichnen sich durch einen rotierenden Aufwind aus und können sehr großen Hagel, schwere Sturmböen und Tornados hervorbringen.
Eine endgültige Einstufung des Wirbels als Tornado ist erst nach einer Auswertung der Schäden und meteorologischen Messdaten möglich. Wetterdienste berichteten jedoch über mehrere mögliche Tornados in der Adriakregion.
Unwetter erfasst mehrere Länder an der Adria
Die schweren Gewitter beschränkten sich nicht auf Italien und Kroatien. Das Unwettersystem zog auch über Teile Serbiens, Bosnien und Herzegowinas sowie Montenegros.
In den betroffenen Regionen wurden unter anderem folgende Schäden gemeldet:
- überflutete Straßen und tiefer gelegene Gebiete;
- umgestürzte Bäume und abgebrochene Äste;
- beschädigte Fahrzeuge und Dächer;
- Schäden auf landwirtschaftlichen Flächen;
- zerstörte leichte Konstruktionen;
- gefährliche Windböen an der Küste.
Nachdem die stärkste Gewitterfront durchgezogen war, beruhigte sich die Wetterlage in weiten Teilen der Adriakregion. Die aktivsten Unwetterzellen verlagerten sich weiter nach Osten.
Wetterdienst warnt Urlauber vor Gefahr auf dem Meer
Der kroatische Wetterdienst DHMZ rief Urlauber dazu auf, aktuelle Warnungen und Wetterprognosen aufmerksam zu verfolgen. Besonders gefährlich sind Fahrten auf dem Meer mit kleinen Booten, Yachten, Motorbooten, Jetskis oder Stand-up-Paddle-Boards.
Starke Windböen und ein rascher Wechsel der Wellenrichtung können innerhalb weniger Minuten auftreten. Besonders gefährdet sind unerfahrene Urlauber und Menschen, die sich weit entfernt von einem sicheren Hafen oder Schutzraum befinden.
Nach Angaben des DHMZ herrschte in Kroatien am 22. Juli weiterhin wechselhaftes Wetter. Im Landesinneren waren örtlich Schauer und Gewitter möglich, während an der Adria überwiegend schwacher bis mäßiger Wind erwartet wurde.
So sollten sich Urlauber bei Hagel und Gewitter verhalten
Bei aufziehenden dunklen Gewitterwolken sollten Urlauber Strände, Campingplätze im Freien und andere ungeschützte Flächen verlassen. Am sichersten ist der Aufenthalt in einem festen Gebäude oder in einem geschlossenen Auto.
Nicht geeignet sind einzelne Bäume, leichte Überdachungen, Werbetafeln oder Metallzäune. Bei großem Hagel sollte der Kopf geschützt und Abstand zu Fenstern gehalten werden. Solange eine Unwetterwarnung gilt, ist das Hinausfahren aufs Meer gefährlich – auch wenn es direkt an der Küste noch nicht regnet.
Lesen Sie auch: Deutschland steht ein markanter Wetterwechsel bevor: Vor der Abkühlung drohen schwere Gewitter
